Amazon: Verglüht der einstige Börsenstar?
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 2. Februar 2012, 14:30 Uhr
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Es ist ein alter Hut: Etwas läuft so lange richtig gut, bis man aus Übermut über die eigenen Beine stolpert. Ein besonders eindruckvolles Beispiel für diese These ist Online-Händler Amazon: Das Geschäft brummt, die Umsatzzahlen schnellen förmlich von Quartal zu Quartal in die Höhe und mit immer neuen Rabattschlachten feuert der Konzern das weitere Wachstum an. Und dann kommt der Stolperstein - man wagt sich im Eifer des Gefechtes, das sich Wachstumsdrang nennt, aus dem eigentlichen Geschäftsfeld heraus und kommt zu Fall.
Amazons Stolperstein heißt: Kindle Fire. Mit dem eigenen E-Book-Reader Kindle fing alles an. Dass der einst mit Büchern und CDS startende Onlinehandler den Trend zum elektronischen Leser nicht verschlafen wollte und seinen Kunden auch den passenden Reader zum E-Book anbieten wollte, konnte man ja noch sehr gut verstehen. Doch dann ging Amazon einen Schritt weiter und trat im vergangenen September mit dem iPad-Gegenspieler "Kindle Fire" in direkte Konkurrenz zu Apple. Der Kampfpreis ließ vermuten, dass Amazon beim Verkauf des Tablet-Computers leichte Verluste akzeptiert, um schlussendlich dann vor allem mit Inhalten wie Büchern und Spielen zu verdienen.
So steckte Amazon in den vergangenen Quartalen vor allem Geld in den Vertrieb, um den Online-Handel zu stützen, sowie in neue Technologien wie Online-Speicher-Lösungen und die Bereitstellung von Videoinhalten. Das kostet viel Geld und noch braucht es Zeit bis etwas zurückkommt. Vor allem wegen der weltweit anhaltenden Investitionen brach im vierten Quartal der Gewinn von Amazon um mehr als die Hälfte auf 177 Mio. Dollar ein. Der Umsatz hingegen legte um 35% auf 17,43 Mrd. Dollar zu.
Analysten schauen jedoch nicht auf die Zahlen des vergangenen Quartals. Sie konzentrierten sich auf den mehr als verhaltenen Ausblick. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn Amazon hält es für möglich, im ersten Quartal operativ einen Verlust bis zu 200 Mio. Dollar zu schreiben. Der weltgrößte Internethändler nimmt also für seinen Wachstumskurs sogar rote Zahlen in Kauf. Da muss man aber von dem eingeschlagenen Weg mehr als 100% überzeugt sein. Ist man bei Amazon scheinbar auch: "Wir sind felsenfest überzeugt, dass sich unser Weg auszahlt", versicherte Deutschland-Chef Ralf Kleber. In einem Interview mit Thomson Reuters verteidigte er das Vorgehen: "Wir gehen fest davon aus, dass Content, Cloud und Vertrieb Bereiche sind, in die es sich lohnt zu investieren." Ziel sei der langfristige Erfolg. Wie wenig Verständnis die Anleger für den rapiden Wachstumskurs haben, zeigt der Sturzflug der Aktie: Im frühen US-Handel gab das Papier gestern knapp 9,7% auf 175,75 Dollar nach.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Alfred Boss (12.04. 2012 11:33 Uhr):
sehr intressant !!
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