Am Scheideweg: stockender Aufschwung oder erneuter Rücksetzer?

in Wave Daily
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Gestern hatte ich angekündigt zu überprüfen, ob Spätindikatoren wie der Arbeitsmarkt dem Trend der Frühindikatoren, wie z. B. den Stimmungsindikatoren, folgen. "... wenn diese Aussage stimmt, dann müsste angesichts der sehr guten Stimmungsindikatoren (ifo-Index, ZEW-Index) in Deutschland der Arbeitsmarkt hierzulande weiterhin glänzen," schrieb ich gestern.

Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch zum Arbeitsmarkt in Deutschland mitteilte, setzte sich die positive Entwicklung tatsächlich fort. Die bereinigte Erwerbslosenquote lag im März 2012 bei 5,6%.

Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland setzt sich fort

Die Zahl der Erwerbstätigen lag im März um 572.000 Personen (+1,4%) über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat Februar stieg die Zahl der Erwerbstätigen (unbereinigt) sogar überdurchschnittlich um 102.000 Personen oder 0,2%.

Die Zahl der Erwerbslosen sank im März zum Vorjahresmonat um 418.000 (-15,4%) auf 2,31 Millionen Personen. Gegenüber dem Vormonat verringerte sich die Erwerbslosenzahl um 177.000 Personen oder 7,2%.



(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) gab anlässlich der monatlichen Pressekonferenz folgende Eckdaten für den Monat April 2012 bekannt:

  • Arbeitslosenzahl im April: -65.000 auf 2.963.000

  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -115.000

  • Arbeitslosenquote im April: -0,2 Prozentpunkte auf 7,0%

Arbeitsagentur aktueller als das Statistische Bundesamt

Die Daten der Arbeitsagentur sind aktueller (vom April statt der März-Daten vom Statistischen Bundesamt) und finden daher auch in den Medien mehr Beachtung. Wenn Sie also von der Arbeitslosenquote hören, dann sind meist die Daten der BA gemeint.


(Quelle: Informationsangebot der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA))

Spätindikatoren folgen den Frühindikatoren

Es ist also tatsächlich so, dass die Spätindikatoren den Frühindikatoren folgen. An dieser Systematik lässt sich ablesen, in welcher konjunkturellen Phase (Aufschwung, Boom, Abschwung, Depression) man sich gerade befindet.

Am Scheideweg

Beim Blick auf die US-Daten befinden wir uns derzeit auf dem Scheideweg zu stockendem Aufschwung oder erneutem Rücksetzer zum rezessiven Abschwung. Eine gefährliche Situation, denn es ist derzeit kaum zu erkennen, ob sich der Aufwärtstrend in den Indizes fortsetzen kann oder ob die Charts den Konjunkturdaten bald nach unten folgen.

Gewarnt hatte ich Sie bereits und die Entwicklung des DAX der letzten Tage, in dem der Index durch schlechte US-Daten massiv verprügelt wurde, ist nicht mehr so bullisch, wie ich es noch am Montag schilderte. Aber vielleicht bilden wir ja gerade auch lediglich noch das höhere Tief aus, welches ich am Montag noch vermisst habe.

Achten Sie heute besonders auf die offiziellen Arbeitsmarktdaten der USA um 14:30 Uhr! Diese dürften erneut Kurssprünge auslösen und wiedermal über Wohl und Wehe entscheiden.


Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende
Sven Weisenhaus


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Sven Weisenhaus
Sven Weisenhaus

Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.

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Kommentar von Reinhold Boehmke

Guten Tag Herr Weissenhaus, aktuell fällt auf, dass die Kurse sehr stark vom sentiment an der euwax abhängen. Heute: www.boerse-stuttgart.de/de/marktundkurse/indizes/euwaxsentiment/euwaxsentiment-derprivatanleger-index.html gestern ein ähnliches Bild und vorgestern war es leicht umgekehrt. Ist schon interessant wie die Nachrichten danach gemacht werden. Gestern z.B. war die Anlegerschar mit 72,4% in der Spitze mit mehr put Käufen unterwegs bis ca. 13 Uhr dann zogen die "Wettkönige" in den positiven Bereich und der DAX verlor gleichzeitig die positive Grundrichtung und schmierte um 120 Punkte ab, während die Wetten auf einen call Überhang von 66% empor schnellten. Die Kursanstiege im Januar waren überwiegend mit höheren Wetteinsätzen auf puts einhergegangen und jeder große Kursrücksetzer hat meist positive Grundsentiments als Ursache als einen recht hohen Überhang in call-Wetten. Bei Tageswettumsätzen von bis zu 1 Mrd. € inkl. ausserbörslichem Handel erscheint mir das auch nachvollziehbar, denn während der schnellen Kursbewegungen kommt man meist nicht in die Positionen rein oder raus und die Emittenten lehnen die Orders ab.Beim Sekundenhandel kann das schon mal nachteilig sein.

Antworten
Antwort von Sven Weisenhaus:

Guten Tag, Herr Boehmke! - - - Von einer "Abhängigkeit" würde hier nicht gerade sprechen. - - - Wie Sie der Überschrift aus dem ersten Teil meines Freitags-Artikels entnehmen können, sehe ich die Gründe für die Kursverluste eher bei der Reaktion der Anlager auf die negativen US-Daten. - - - Sie haben aber richtig festgestellt, dass die Privatanleger meist eher als Kontraindikator dienen. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus