Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Edelmetalle
vom
die Zeit rast: Schon wieder ist es so weit, dass Alcoa gestern nach Börsenschluss die Zahlensaison in den USA eröffnet hat. Wie immer findet dieser Termin große Beachtung unter den Börsianern, denn Alcoa zählt zu den zyklischen Aktien, die ein gutes Bild auf die wirtschaftliche Entwicklung der Welt liefern.
Zyklischer Ausblick auf die Industrie
Doch nicht nur die zyklische Qualität von Alcoa macht diesen Termin in jedem Quartal beachtenswert, sondern auch der Insiderblick auf den Aluminiummarkt, der sich damit eröffnet. Fangen wir damit heute an: Nachdem der Aluminiumpreis bereits 18% unter den Vorjahreswert gefallen ist, liegt er damit wie 2008/09 unter den Grenzkosten der meisten Hersteller. So wurden bereits Produktionen stillgelegt bzw. gedrosselt. Nur während der Finanzkrise stellte sich die Situation noch extremer dar, wie Sie im folgenden Chart sehen können:
Quelle: www.kitcometals.com.
Zur gleichen Zeit befinden sich die Lagerbestände auf historisch hohem Niveau, auch wenn sie in den vergangenen Monaten etwas gesunken sind. Doch von Werten wie während der Finanzkrise sind wir noch weit entfernt:
Quelle: www.kitcometals.com.
Dieser Befund deutet darauf hin, dass die Industrie derzeit gut versorgt ist mit günstigem Aluminium. Auch wenn sich deren Bedarf abschwächen sollte - Klaus Kleinfeld von Alcoa rechnet mit einem Anstieg von sieben Prozent 2012, allerdings nach zehn Prozent im Vorjahr - so ist weder von der Flugzeugindustrie noch von den Fahrzeugbauern mit einer stark zurückgehenden Nachfrage zu rechnen. Denn Autos und Flugzeuge müssen im Zeitalter des Energiesparens immer leichter werden, sodass selbst bei rückläufigen Zulassungszahlen der Fahrzeugbauer, die in diesem Jahr evtl. möglich sind, der Bedarf hoch bleiben wird. Die Flugzeugindustrie hingegen brummt weiterhin, denn gerade aus den Schwellenländern kommen viele neue Bestellungen.
Eine wichtige Variable für den Gewinn der Aluminiumschmelzen stellt neben dem Preis des Aluminiums ebenfalls der Energiepreis dar. Und hier sind gerade die USA in einer relativ guten Lage: Durch die vielen neuen Entdeckungen von Schiefergasvorkommen ist der Input Erdgas im Überfluss vorhanden und international gesehen sehr günstig. Daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, sodass der Preisverfall beim Aluminium sich weniger auf deren Gewinne auswirkt als bei den Schmelzen in Ländern mit knapperer Energieversorgung, etwa in China.
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