Altes Argument, neue Wirkung?
Andreas Schnappberger in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 13. Juni 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Altes Argument, neue Wirkung ?
Die weitere Zinserhöhungsphantasie in den USA belastet den Euro weiter und bringen den Dollar auf den höchsten Stand seit ca. fünft Wochen gegen die Gemeinschaftswährung. Obwohl das übliche Zinsargument alles andere als Neu eingestuft werden kann, schlägt das Ganze jetzt erst ernsthaft auf den Kurs von EUR/USD durch. Steter Tropfen höhlt den Stein oder besser die Investorenseele. Lange hat man als Trader auf diese Entwicklung gewartet und war im Grunde davon überzeugt, dass dieses Argument wohl keinen mehr sonderlich Interessieren sollte. Als Auslöser kann man getrost die eigentlich überflüssige Zinserhöhung der EZB von 0,25% auf jetzt aktuell 2,75% ansehen. Für jeden war es erwartet worden und damit gab es für den Markt wie schon oft an dieser Stelle angeführt keine Überraschung mehr. Die Folge: Der von vielen schon ignorierte US Dollar kam ohne wenn und aber zu neuen Ehren und es sieht so aus, als dass sich der Euro in der nächsten Zeit mit weiterem Druck konfrontiert sehen wird. Mit Kurse unter 1.2600 bzw. um 1.2585 gestern Abend werden anscheinend weitere Verluste für den Euro erwartet. Interessant wird es aber auf alle Fälle, denn die Frage wird sein, ob die US FED die nächste Zinserhöhung oder zumindest das Gerücht darüber genauso sinnlos im Markt wird verpuffen lassen, wie es die EZB getan hat.
EUR legt nur gegen die Exoten zu. Wer sich in den letzten Tagen die Exoten und davon allen voran den Ungarischen Forint genauer angesehen hat, dürfte nicht enttäuscht worden sein. Mit den derzeitigen fundamentalen Aussichten in Ungarn ist im Moment kein Staat zu machen und so befindet sich der HUF vor allem gegen den Euro weiter auf der Minusstrasse. Kurse aktuell um EUR/HUF von 267,80 sollten auch hier nicht das Ende der Fahnenstange sein, wenn wir uns hier den folgenden Chart ansehen.
„Contrary Opinion Theory“ trifft schon wieder !
Na ja, könnte man das fast launig sagen, Hauptsache gegen die Exoten hat der Euro noch Chancen. Interessant war in diesem Zusammenhang, dass die vor Tagen angesprochenen Meinung „ Das Offensichtliche ist an der Börse immer falsch „ wieder einmal getroffen hat. So wurde Anfang Juni noch gemeldet, dass das Defizit der Ungarischen Handelsbilanz von gemeldeten EUR 266 Millionen sogar auf EUR 245 Millionen reduziert worden ist und selbst von nicht wenigen Analysten schon mit einem Minus von EUR 300 Millionen gerechnet worden ist. Eine Stärkung des HUF auf breiter Front hätte einsetzen müssen bzw. zumindest hätte sich der HUF stabilisieren sollen. Auch diesmal ist genau das Gegenteil eingetreten. Sie sehen „ The Contrary Opinion Theory works „
Viel Erfolg im Trading.
Andreas Schnappberger

