Alternative zu Trailing Stopps
Tom Firley in Investors Daily
vom 24. August 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
da sich Tom Firley momentan ein paar Tage Urlaub gönnt, lesen Sie heute bitte einen seiner zeitlosen Beiträge.
Vor einiger Zeit erhielt ich vom Geldanlage-Strategie-Leser Ralf S. eine hervorragende Frage zu Trailing Stopps:
***Mit großem Interesse verfolge ich Ihre theoretischen Artikel.
Der Abstand von mindestens 10% der Stopp-Loss Kurse zum Kursmaximum mag bei den Börsengiganten des DOW ja passen, aber die meisten Nebenwerte sind doch deutlich volatiler. Haben Sie einen Vorschlag für ein System, wie man den Trailing-Stpp an die Marktbreite einer Aktie anpassen sollte? Momentan arbeite ich selber eher aus dem Bauch heraus mit Werten zwischen 10 und 25%, ertappe ich mich aber dabei, dass ich Limits eher bei Erreichen streiche bzw. den Abstand des Trailing Stopp um 5% erhöhe.
***Meine Antwort:
Aufgrund der Formulierungen merken Sie, dass Herr S. "im Thema" ist. Daher erscheint ihm der 10% Trailing Stopp in Kombination mit der „Unterstützungssuche" für den Dow wohl eher etwas langweilig.
Aber natürlich hat Herr S. Recht. Bei kleineren volatilen Werten (Nebenwerten) würde diese 10%-Strategie sehr häufig zu vielen (vor-)schnellen Verkäufen führen. Allerdings muss ich sagen, dass die Vorgehensweise, die Limits wieder aus dem Markt zu nehmen, zumindest überdenkenswert ist. Auch wenn es manchmal "weh tut", sollten Sie Ihrem System treu bleiben.
Eine mögliche Variante zur Trailing-Stopp-Strategie wäre rein charttechnisch folgende Überlegung:
1.) Eine Aktie steigt nach einer Bodenbildung von 50 auf 100 in einem klaren Aufwärtstrend. Also ein Anstieg von 100%
2.) Sie kaufen die Aktie bei 100.
3.) Charttechnisch ist eine Korrektur von 33% bezogen auf den vorherigen Anstieg von 50 Punkten (von 50 auf 100) in Kauf zu nehmen.
4.) Ihr Stopp läge also demnach theoeretisch bei etwa 84.
Rechnung: Aktueller Kurs minus (Anstieg in Punkten / drei), also konkret:
100 - (50/3).
5.) Suchen Sie die nächste Unterstützung in diesem Bereich und platzieren Sie den Stopp ein wenig darunter (0,5 bis 1 Prozent).
Eine interessante Frage nebenbei: Wie verfahren Sie, wenn Sie das Glück hatten, die Aktie bereits bei 50 nach der Bodenbildung zu kaufen?
Anfänglich könnten Sie weiterhin einen 10%-Stopp (mit der entsprechenden Unterstützungssuche...) nutzen und je weiter die Aktie steigt auf die oben angesprochene Strategie umschwenken.
Wie das in der Praxis funktioniert, zeige ich Ihnen morgen an einem konkreten Beispiel.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley