Alte und Junge in den USA
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 6. April 2011, 07:30 Uhr
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In den USA werden die Alten und nicht die Jungen bevorzugt. Und der Haushalt ist aus dem Rahmen geraten...für jeden Dollar Steuereinnahmen werden 1,70 Dollar ausgegeben. Diese 70 Cents je Dollar Steuereinnahmen sind neue Schulden. Und die muss jemand in der Zukunft zahlen. Wie glücklich diese junge Generation ist! Es muss die härteste Generation überhaupt sein. Laut Professor Laurence Kotlikoffs Schätzung müssen sie öffentliche Schulden und nicht finanzierte Zahlungsversprechen in Höhe von mehr als 200 Billionen Dollar schultern.
Forbes veröffentlicht eine Liste mit den reichsten Menschen der Welt. Wer würde eine Liste der Ärmsten der Welt veröffentlichen? Dann würden sicher die jungen Leute in Amerika ganz vorne stehen. Denn auf jedem lastet eine gewaltige Schuldenlast, bevor er überhaupt sein Arbeitsleben beginnt.
Das ist doch wohl kaum fair.
Der Volkswirt Robert Samuelson schreibt in der Newsweek, und er teilt meine Meinung:
Ob unsere gewählten Politiker sich wohl aus AARP zurückziehen werden - der 40 Millionen Mitglieder-Organisation, die die Rentner vertritt", das sei die große Frage für das Haushaltsjahr 2012. Die Haushaltsvorschläge von Obama haben Social Security und Medicaid unangetastet gelassen. Warum? Die gierigen Alten gehen wählen.
Diese Programme sind eine Form der Wohlfahrt für die Mittelklasse" geworden, sagt Samuelson; sie müssen gekürzt werden.
Ich glaube nicht, dass man versuchen sollte, den Lauf der Geschichte zu ändern. Ich bin kein Weltverbesserer. Und dennoch versuche ich, mein eigenes Leben zu verbessern.
Vor ungefähr zwei Jahren begann ich ernsthaft darüber nachzudenken, was ich mit meinem eigenen Geld am besten machen soll. Ausgeben? Sparen? Nicht drüber nachdenken...und das Beste hoffen?
Aber was war der Plan für die Kinder? Was würde aus ihnen werden, wenn mir etwas passieren würde? Was würden sie alleine auf die Beine stellen? Was, wenn etwas schief laufen würde? Sollten Sie dann von staatlicher Hilfe abhängig sein...oder dem Planen ihres eigenen Vaters?
Zu ungefähr dieser Zeit entwickelte ich das Konzept des Familien-Büros". Arme Leute haben Lebensmittelkarten. Die Mittelklasse hat die Sozialversicherungen. Die reichen Leute haben Familien-Büros.
Da rede ich nicht von Leuten, die im Lotto gewinnen oder Millionen Dollar für Fußballspielen erhalten. Ich rede von Leuten, die ihr Geld auf altmodische Weise selber verdient haben, und versuchen, es in der Familie zu halten, oft über Generationen. Die behandeln ihr Geld anders. Die sehen das als ein Vermächtnis, das es weiterzugeben gilt an die nächste Generation.
Nur weil Leute reich sind, heißt das nicht, dass sie dumm sind. Altes Geld muss seine Geheimnisse haben...seine Tricks...und auch seine Weisheit.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bruno Suter (06.04. 2011 07:49 Uhr):
Was heisst dies konkret "das Konzept des Familien-Büros"???
Antworten - Kommentar von HeupelGerhard (06.04. 2011 09:07 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, ich lese gerne ihre Kommentare. Schreiben Sie doch bitte einmal einen Kommentar zu den "Familien-Büros". Ich bedanke mich.
Antworten- Antwort von Peter Harting (06.04. 2011 10:23 Uhr):
Wollen Sie's wirklich wissen? Familienbüros hießen bei den alten Familien auch anders. Die Habsburger hatten im Mittelalter eine Familienordnung und ganz gewiss später Ähnliches auch die Rotschilds, Warburgs, Schiffs, Rockefellers, Carnegies, Windsors, Oraniens und wie sie alle heißen, die in der Welt zu Weltmacht gelangt sind. Manche haben darüber geschrieben, ihr Leben riskiert oder Propaganda gemacht, sind ob der Schurkerei wütend geworden oder haben die Klugheit gepriesent, mit der die Erbmasse gesammelt und weiter gereicht wurde. Inzwischen darf man getrost annehmen, dass jeder Satz, der darüber veröffentlicht wird, mehr Ziel und Absicht enthält als Herkunft und Wahrheit. Deswegen, denken Sie sich lieber Ihr Teil, Sie werden passende Gedanken finden, immer wieder auf Stimmigkeit prüfen, zumeist für sich behalten und froh sein, glücklich sein, wenn Sie Leib und Leben (inklusive Hab und Gut) richtig anwenden können.
- Antwort von Peter Harting (06.04. 2011 10:23 Uhr):
- Kommentar von Götz Bading (07.04. 2011 10:31 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, das Folgende ist eine nützliche Erkenntnis: "Wer würde eine Liste der Ärmsten der Welt veröffentlichen? Dann würden sicher die jungen Leute in Amerika ganz vorne stehen. Denn auf jedem lastet eine gewaltige Schuldenlast, bevor er überhaupt sein Arbeitsleben beginnt." So haben Sie sicher zu Recht geschrieben. Doch dann kommt dieser merkwürdige Satz als Wertung und Schlußfolgerung "Das ist doch wohl kaum fair." Ich sag mal genauso unterkühlt: Ihre Empörung über diesen Sachverhalt hält sich in sehr engen Grenzen. Und was das Familienbüro betrifft: Es handelt sich um eine Illusion, die in einer Nische gepflegt werden konnte, solange die Zustände noch nicht so waren wie von Ihnen beschrieben. Diese neuen Zustände werden wahrscheinlich sämtliche Familienbüros hinwegfegen bzw. von der Platte putzen (um es ein wenig drastischer zu formulieren), denn die alten Konzepte können angesichts des Orkans, der vor uns liegt, keinen Bestand mehr haben. Denken Sie an Kathrina; denken Sie an Tsunamis, dann wird Ihnen klar, was ich meine. Darum wird's eben nicht mehr weitergehen wie schon immer... Das ist beunruhigend, sogar sehr.
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