Alte Immobilien und Goldmünzen, Teil 1

in Investors Daily zum Thema Gold
vom


von unserem Korrespondenten Eric Fry, derzeit in Cooperstown, im US-Bundesstaat New York ...

Ich bin immer noch in Cooperstown, dem Mekka des Baseball. Neben dem Spekulieren am Aktienmarkt ist Baseball amerikanischer Nationalsport.


Aber es ist zuletzt sehr schwer geworden, am Aktienmarkt Gewinne zu machen. So schwer, dass es die Mühe kaum lohnt. Seit mehreren Tagen haben die prominentesten Bullen jetzt eine "technische Erholung" aus der "überverkauften Situation" angekündigt. Und gestern stiegen die Kurse dann auch endlich. Wie lange kann so eine "technische Erholung" anhalten?

Ich werde niemals müde, auf die belastenden Faktoren hinzuweisen. Öl ist teuer, die Zinsen steigen und die Terrorgefahr bleibt. Vielleicht wird unser geliebter Aktienmarkt deshalb noch ein bisschen weiter fallen. Kurzfristig stimme ich zu, da sieht der Aktienmarkt ein bisschen überverkauft aus, und es ist wahrscheinlich, dass wir eine kleine Rally sehen werden. Aber das ist kaum ein Grund, um jetzt wieder in großem Umfang Aktien zu kaufen ...

"Alte Immobilien und Gold; das ist alles, in das ich investiere", gab ein Freund vor ein paar Tagen zu. "Ich kaufe historische Immobilien in Europa und hier und dort ein paar Goldmünzen ... egal, was passiert, die Steine und das Gold werden da bleiben."

"Dem kann ich nicht widersprechen", antwortete ich, "Aber das ist noch keine wirkliche Investment-Strategie ... woher weißt Du, dass Du die richtige Balance zwischen Immobilien und Gold gefunden hast, um Deine langfristigen finanziellen Ziele erreichen zu können? Hat Dein Anlageberater einen Chart gemalt, der die optimale 'asset allocation' zwischen Immobilien und Gold anzeigt?"

"Nein", lachte er vor sich hin, "das hat niemand jemals getan. Ich gebe zu; ich habe keinen Finanzplan. Aber der Aktienmarkt erschien mir immer ziemlich verrückt. Und nebenbei gesagt, ich mag Gold und alte Häuser."

"Nun gut ... Du hast mehr Gold, als ich mir jemals leisten könnte. Also musst Du es irgendwie richtig machen."

"Ich denke das Geheimnis ist, dass diese Vermögensanlagen schwer zu verkaufen sind", sagte er. "Es ist zum Beispiel nicht einfach, ein Panikverkäufer eines alten französischen Landhauses zu sein. Und wenn es fast unmöglich ist, zu verkaufen, weil gerade jeder andere auch verkaufen will, dann wird man vor seiner eigenen Dummheit geschützt ... man wird dagegen geschützt, zur schlechtesten möglichen Zeit zu verkaufen. Das ist der Grund, warum ich Immobilien mehr als Aktien mag."

Vielleicht erklärt das die Lethargie des Marktes. Vielleicht ziehen die Investoren ihr Geld vom Aktienmarkt ab und stecken es in andere Anlagekategorien, wie Immobilien oder Gold oder lang laufende Anleihen. Was auch immer der Grund ist – der amerikanische Aktienmarkt scheint gegenüber konkurrierenden Vermögensanlagen an Marktanteil zu verlieren.


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben