Als ob es keine Krise gäbe
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 15. Januar 2010, 08:30 Uhr
die heiße Phase der Berichtssaison beginnt nun. Gestern präsentierte Intel, der weltgrößte Chiphersteller, seine Quartalszahlen. Dem klassischen Fehlstart in die Berichtssaison durch Alcoa folgte ein ungemein starker Auftritt, der selbst die optimistischen Prognosen locker übertreffen konnte. Im vierten Quartal verdiente Intel knapp 2,3 Milliarden Dollar und steigerte seinen Umsatz um satte 28%. Von Krise also keine Spur mehr! Natürlich gibt dies Auftrieb für die gesamte Technologiebranche, doch nicht für diese. Auch der Gesamtmarkt sollte davon profitieren können.
Nachbörslich zogen neben Intel auch andere Technologiewerte an. Es wird interessant sein, wie lange diese faustdicke Überraschung den Markt bei Laune halten kann. Vor der Intel-Veröffentlichung hatten es die Marktteilnehmer mit schwächeren Konjunkturmeldungen zu tun, die aber die Indizes nicht in die Verlustzone führten. Neben einigen Konjunkturdaten interessieren heute natürlich auch die Quartalszahlen von J.P.Morgan, die heute um 13.00 Uhr MEZ bekannt gegeben werden. Es wird ein Gewinn von 0,63 Cent pro Aktie erwartet. Ist es klar weniger, dann wird dies sicherlich zu einem Einbruch an den Aktienmärkten führen. Die Zahlen der Banken werden in Zeiten der Finanzkrise selbstverständlich noch kritischer als sonst beäugt.
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades. Natürlich werden sich im Laufe des Handelstages auch noch andere interessante Trading-Chancen ergeben. Wie sich der Handelstag dann genau entwickelt hat, erfahren Sie in der Abendausgabe gegen ca. 18.30 Uhr.
Dax (DAX.I): ich werde heute nicht zu früh aktiv
Das überrascht mich dann doch etwas: Der Dax notiert vorbörslich unter der 6.000er-Marke, die er im Abendhandel noch attackierte und sogar marginal überwinden konnte. Die Vorgaben sind doch gut! Die Intel-Zahlen waren noch nicht eingepreist und auch die Börsen in Fernost notieren meist freundlich.Egal, so bekomme ich es eben auch nicht mit der Situation zu tun, die mir gestern einen Verlusttrade bescherte. Ich werde heute also nicht von einer extrem freundlichen Stimmung geblendet und steige zu früh ein. Diesmal kann ich die „reguläre" Rückeroberung der 6.000er-Marke abwarten und dann zu einem Long-Einstieg nutzen. Umsetzen werde ich diese Trading-Idee aber erst, wenn das gestrige (vorbörsliche) Hoch überwunden ist. Bis zur Widerstandszone bei 6.050/60 Punkten sollte es dann gehen. Ein Scheitern beantworte ich mit einem Ausstieg aus der Long-Position und einem gleichzeitigen Short-Einstieg (so genanntes Drehen der Position). Wird aber auch dieser Widerstand gebrochen, dann nimmt der Dax heute noch Kontakt mit der 6.100er-Marke auf - hier muss einkalkuliert werden, dass bereits am letzten signifikanten Hoch bei 6.094 Punkten der Dax zu drehen beginnt.
Trading-Ideen leicht modifiziert
Nicht nur wegen des schon gestern erwähnten Sondereinflusses des kleinen Verfallstermins muss aber auch die Unterseite des Charts betrachtet werden. Hier hat sich nichts Grundlegendes geändert. Ich halte daher an meinen Trigger-Marken von gestern in etwa fest. Wirken die guten Vorgaben nicht nach und tendiert der Dax wieder etwas nach unten, dann orientiere ich mich an zwei Kurs-Marken. Bei 5.940 Punkten, dem Zwischentief vom Mittwoch, oder aber schon bei 5.950 Punkten - wie gestern - gehe ich long, wenn hier die Bullen wieder zu Kräften kommen. Geht es aber weiter abwärts, dann löst der Anstieg über 5.940 Punkte einen Long-Einstieg aus, falls nicht schon vorher ein Stoppen des Kurs-Rückgangs an der 5.900er-Marke eine Positionseröffnung nach sich gezogen hat. Ein Abgleiten unter die 5.900er-Marke lässt mich den Markt shorten, wobei hier wohl schon bei 5.870 Punkten die Reise beendet sein könnte.
Im Falle eines starken Marktumfeldes, welcher zu einem klaren Anstieg über die magische 6.000er-Marke führt, gehe ich short, wenn sich die Stimmungslage im Laufe des Tages wieder ändern sollte und dabei der 6.000er-Bereich nach unten verlassen wird.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich den CFD auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Heute morgen notiert der Dax vorbörslich trotz guter Vorgaben etwas unter den gestrigen Notierungen des Abendhandels.
Wichtige Information für CFX Broker-Kunden: Seit 2.11. können Sie den CFD auf den Dax (und andere Indizes) auch schon vor dem offiziellen Börsenstart handeln.
