Alles wird neu bei Balda
Cindy Bach in Insider Daily
vom 6. Juli 2009, 14:30 Uhr
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bei Balda wurde in den vergangenen Tagen und Wochen spürbar an der Personalschraube gedreht. Doch nicht die Konzernführung selbst beschloss die Veränderungen. Nein, hier erwirkten die Anteileigner selbst die personelle Neuaufstellung. Auf Druck der Aktionäre - unter anderem der Maxgain Development Ltd, die 30 Prozent an dem Mobiltelefon-Zulieferer hält - verließ zunächst der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Eichelberger das Unternehmen. Dieser hatte den Posten selbst erst kürzlich von Joachim Gut übernommen. Schließlich trat Asienchef Michael Chiang zurück und der Aufsichtsrat wurde neu besetzt.
Analysten spekulierten nun, dass Michael Chiang, der ja auf dem Chefsessel des Groaktionärs Maxgain sitzt, auch auf diesen Posten bei Balda spekuliert. Doch diesen Spekulationen wurde schnell eine Absage erteilt. Denn der neu gewählte Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am Wochenende Michael Sienkiewicz mit Wirkung zum 6. Juli 2009 zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Michael Sienkiewicz verfügt über langjährige Erfahrung in der Führung von Unternehmen, die Hightech-Elektronikprodukte fertigen. Er war bis zum 3. Juli 2009 Mitglied im Aufsichtsrat von Balda.
Das rabenschwarze Jahr 2008 brachte 98 Prozent Kursverlust
Der Balda-Konzern entwickelt und produziert komplette Baugruppen aus Kunststoff sowie Elektronikprodukte, primär für den Telekommunikationsbereich. Daneben fertigt die Gesellschaft Hightech-Komponenten wie Kopfhörer und Freisprecheinrichtungen. Balda hatte ein schwaches Geschäftsjahr 2008 mit einem deutlichen Verlust hinter sich. Dies spiegelte auch die Kursentwicklung der im Prime Standard der Deutsche Börse notierten Aktie wieder. Von Kursen um 10 Euroo Anfang 2008 blieben zum Jahresende gerade mal noch zwischen 0,20 und 0,50 Euroo je Anteilsschein übrig. Das bedeutet 98 Prozent Kurverlust in nicht mal 12 Monaten. Aktionäre und Aufsichtsrat machten die Fehlwirtschaft von Joachim Gut für die schlechte Geschäfts- und Aktienkursentwicklung verantwortlich.
Und so wurde schließlich Anfang des Jahres Dr. Dirk Eichelberger zum neuen Alleinvorstand von Balda ernannt. Dieser hatte bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das Jahr 2008 drei negative Tatsachen zu berichten: "Der Vorstand hat vor allem beim Verkauf der Euroopäischen Aktivitäten (Ende 2007/ Anfang 2008) Versäumnisse und Fehler begangen, die wir bedauern. Wir sind weder mit dem Geschäftsverlauf noch mit den Ergebnissen für das Jahr 2008 zufrieden."
2009 soll die "schwarze Null" stehen
Doch Balda sollte unter der neuen Konzernführung schnell wieder auf Kurs zu bringen sein. Das Unternehmen selbst erwartet bereits für 2009 ein ausgeglichenes Ergebnis. Die positive Stimmung bei Balda ist nachzuvollziehen. Man hat einige Hürden überwunden und die weitgehend abgeschlossenen Umstrukturierungen eröffnen Potenzial. Der Start in das Jahr 2009 sei zwar erwartungsgemäß und saisonüblich schwach aber zufriedenstellend ausgefallen. Die Banken hätten Balda bisher, "auf dem schwierigeren Teil", begleitet und sehen die Fortschritte.
Und die eingeschlagene Richtung soll nun mit der neuen Konzernspitze noch einmal verstärkt und beschleunigt werden. Der Aktienkurs gibt dem neuen Kurs Recht. Die Aktie konnte sich vom Tief im November 2008 bereits bis auf aktuell 1,14 Euro mehr als verdoppeln. Da warten so manche risikofreudige Spekulanten nur noch auf einen Rücksetzer unter die 1-Euro-Marke um hier noch einmal zuzugreifen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Cindy Bach