Alles wie gehabt.
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 24. November 2010, 13:00 Uhr
ENL5454
Ähnlich wie bei meiner Auflistung zu den einzelnen Basiswerten am Montag, kann man bei den aktuellen Konjunkturdaten getrost sagen: alles im Plan. Werfen wir dennoch der Vollständigkeit halber einen Blick auf die einzelnen Daten:
Daten zur Inflation
Während im Oktober in der Eurozone die Jahresrate der Konsumentenpreise wie erwartet 1,9 % betrug, stiegen diese in den USA um 0,2 % gegenüber dem Vormonat. Die Kernrate verzeichnete mit 0,6 % in der Jahresrate den niedrigsten Stand in der Historie der Zeitreihe seit 1958, was die Deflationssorgen der Notenbank Fed nicht dämpfen dürfte.
Bei den US-Produzentenpreisen lag der Monatszuwachs lediglich bei 0,4 %. Bei der Kernrate erfolgte ein Rückgang um 0,6 %, der aber zur Gänze auf die Neuadjustierung der Autopreise beruhte. In Deutschland lag der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Oktober 2010 um 4,3% höher als im Oktober 2009. Im September 2010 hatte die Jahresveränderungsrate + 3,9% betragen. Gegenüber dem Vormonat September stieg der Index im Oktober 2010 hier ebenfalls um 0,4%.
In den USA gilt es weiterhin eher die Deflation zu bekämpfen, für Deutschland ist Inflation kurzfristig noch nicht in Sicht.
Alles wie gehabt.
Konjunkturdaten USA
In den USA überraschten die Einzelhandelsumsätze im Oktober - begünstigt durch steigende Autoverkäufe - mit einem kräftigen Monatsplus von 1,2% (ex Autos: 0,4%). Erwartet wurde ein Umsatzanstieg von 0,7 bis 1,1%. Im Vormonat war der Umsatz des Einzelhandels in den Vereinigten Staaten noch um 0,7 % gestiegen.
Dagegen verzeichnete New York Empire State Index der New York Fed im November einen Rückgang um 26,8 Indexpunkte und notiert mit -11,1 Punkten (Vormonat 15,73) erstmals seit Juli 2009 wieder im negativen Bereich. Erwartet wurde der November im Bereich 11,7 bis 17.
Der Philly Fed-Index legte im November überraschend kräftig von 1,0 auf 22,5 Punkte zu.
Die Industrieproduktion stagnierte im Oktober und blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert. Auch bei der Kapazitätsauslastung ergab sich keine Änderung. Diese lag mit 74,8 Prozent auf dem revidierten Wert des Vormonats.
Damit droht die Erholung abzuebben.
Die jüngsten Daten vom US-Immobilienmarkt deuten auf eine Stagnation hin. So blieben die Baugenehmigungen im Oktober mit annualisiert 550.000 Einheiten auf niedrigem Niveau nahezu unverändert, während die Wohnbaubeginne kräftig auf 519.000 nachgaben (September revidiert: 588.000). Auf Jahressicht ist dies ein Rückgang um 11,7 %.
Per Saldo bleibt die Lage damit angespannt auch wenn zuletzt Erholungstendenzen erkennbar waren. Sie wissen ja, dass der Immobilienmarkt neben dem US-Arbeitsmarkt zwingend auf die Beine kommen muss, damit die Rallye an den Aktienmärkten weiter gehen kann.
Alles wie gehabt.
Konjunkturdaten Deutschland
Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hatten im dritten Quartal 2010 rund 40,65 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland. Das waren 307.000 Personen oder 0,8% mehr als vor einem Jahr. Das ausgewiesene Niveau stellt den höchsten Erwerbstätigenstand in einem dritten Quartal seit der Wiedervereinigung dar.
Im Vergleich zum Vorquartal stieg die Zahl der Erwerbstätigen im dritten Quartal 2010 um 290.000 Personen (+ 0,7%). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorquartal um 110 000 Personen oder 0,3%.
Die ZEW-Umfrageergebnisse zur deutschen Konjunktur, bei denen sich wie jeden Monat vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragte (300) Finanzprofis zu der aktuellen Marktsituation äußerten, fielen im November sowohl bei den Konjunkturerwartungen von +1,8 Punkten (Oktober: -7,2 Punkte) als auch mit dem erneuten kräftigen Anstieg zur Konjunktursituation (+8,9 auf 81,5 Punkte) deutlich günstiger aus als erwartet. Sie konnten damit erstmals seit einem halben Jahr wieder ein positives Ergebnis liefern.
Gemessen am historischen Mittelwert des Konjunkturindikators, den das ZEW mit 26,9 Punkten angibt, ist hier noch deutlich Luft nach oben.
Trotz der Schuldenkrise in Europa ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so gut wie noch nie seit der Wiedervereinigung und damit dem Beginn der gesamtdeutschen Berechnung 1991. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im November überraschend auf 109,3 von 107,7 Punkten im Vormonat, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) heute mit. Das war bereits der sechste Anstieg in Folge.
Neben der Komponente der Lagebeurteilung, die auf hohem Niveau erneut (um 2,1 auf 112,3 Punkte) zulegte, ist vor allem der Zuwachs bei den Erwartungen bemerkenswert. Auch hier gab es mit 106,3 Punkten einen neuen Spitzenwert.

(Quelle: ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., München)
Die 7000 befragten Manager schätzten damit sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die derzeitige Geschäftslage besser als zuletzt ein.

(Quelle: ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., München)
Der Arbeitsmarkt und die Wirtschaft boomen in Deutschland.
Alles wie gehabt.
Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus