Alles beim alten!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily
vom 30. August 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Ich bin wieder da und geändert hat sich...im Grunde gar nichts! Etwas ist nach wie vor faul bei den Banken, FED-Chef Bernanke spielt das "Abwarten-und-hoffentlich-übernimmt-die-Politik-mal-das-Ruder"-Spiel, die griechische Wirtschaft steht immer noch fast still und die Politik glänzt mit Uneinigkeit, wenig Entschlusskraft und lustigen Durchhalteparolen. Natürlich hatte ich nicht erwartet, dass sich innerhalb einer Woche etwas gravierend ändern könnte, aber trotzdem, es ist doch schön, wenn man im Grunde nichts verpasst hat. ;-)
Ben in der Sommerpause
FED-Häuptling Ben hat es dieser Tage wahrlich nicht leicht und gibt sich erst einmal zurückhaltend. Beim Notenbanker-Kaffeekränzchen in Jackson Hole wollten wieder alle eine Antwort von ihm, dabei wollte er doch augenscheinlich einfach nur mal seine Ruhe haben.
Ein QE3 hat er den Märkten nicht gegeben - dafür ist es noch etwas zu früh. Wenn Sie sich noch an die Ausgabe vom 19.August erinnern mögen...da hatte ich geschrieben: "Wer ein QE3 haben will muss für sinkende Preise sorgen. Der letzte Einbruch an den Märkten hilft da schon mal, aber noch ist die Preisentwicklung eigentlich zu hoch für ein QE3. Na ja, mal schauen was noch kommt im Rest des Jahres...".
Und genau darauf, auf dem Rest des Jahres, ruhen nun auch die Hoffnungen des Marktes, denn der FED-Häuptling hat es sich nicht nehmen lassen, den Märkten doch noch einen Hoffnungsknochen hinzuwerfen, weshalb auch ohne QE3 keine Riesen-Enttäuschung aufkam. Der Knochen sieht so aus: Ben will jetzt erst einmal in Ruhe seine Sommerpause genießen und abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Tut sich gar nichts, dann, so Ben, kann sich die FED ja immer noch im September überlegen, ob sie irgendwas unternehmen will. Allerdings ist der Spielraum der FED mit der Einfrierung der Tiefzinsen begrenzt...was der FED bleibt sind QE-Maßnahmen und weil man zum letzten Mittel ja immer erst zum Schluss greift, wird es auch diesmal nicht anders sein.
Und während der FED-Häuptling sich dieser Tage wohl am liebsten mal irgendwo verkriechen würde, soll jetzt stattdessen endlich mal die Politik ran.
Dies dürfte aber im Falle Amilands wohl genauso schwierig werden, wie im Falle Eurolands. Schließlich ist weder die Politik diesseits, noch jenseits des Atlantiks dieser Tage für Tatkraft, Entschlussfreudigkeit, oder gar Einigkeit und schon gar nicht für gutes Gelingen bekannt. Na ja, mal schauen, ob US-Häuptling Obama mit seiner wegweisenden wirtschaftspolitischen Rede Anfang September irgendwas ändern kann. Ich bin da skeptisch...eine Rede allein rettet meist noch keinen maroden Immobilienmarkt, keinen absaufenden Arbeitsmarkt und hält auch keine Wachstumsdellen auf.
Aber man soll die Hoffnung ja erst zum Schluss aufgeben...vielleicht findet die US-Politik ja doch noch den Weg über den extrem schmalen Grat zwischen Schuldenfalle und Wachstumseinbruch...auch wenn's utopisch klingt...
Zum zweiten Teil von: Euroland – noch lange kein Schmelztiegel
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (30.08. 2011 23:58 Uhr):
Sehr geehrte Frau Kraus, schön, dass Sie wieder an Bord sind und wir wieder Ihre fundierten Kommentare zur Kenntnis nehmen können. Ja, Sie haben recht. Während Ihrer Abwesenheit hat sich im freien Spiel der Kräfte und an den großen Themen im prinzipiellen nichts geändert. 1. Vielleicht bis auf gestern, wo den Börsen ein überzeugender Start in die neue Handelswoche gelang. Neben guten Konjunkturdaten aus den USA sorgte das "Insider-Barometer" des Forschungsinstituts für Asset Management (Fifam) für gute Stimmung. Demnach investieren deutsche Spitzenmanager momentan kräftig in eigene Aktien. 2. Offensichtlich ist Onkel Ben`s Analyse positiv im Markt aufgenommenworden, dass auch seine Signale in Frankfurt für gute Stimmung sorgten. Der DAX schloss mit einem soliden Gewinn von 2,4 % bei 5.670 Punkten. Insgesamt deuten die weltweiten Kurse auf eine allmähliche Erholung von den Turbolenzen der letzten Wochen hin. Sie sehen: A wengerl (ein bißchen) geht immer - wie man bei uns in Bayern sagt. Gute Nacht, Ihr Stammleser Albert Karl.
Antworten - Kommentar von bfischer (31.08. 2011 11:46 Uhr):
hallo, fr. kraus, häuptling obama hat sich heute bereits zu wort gemeldet, er ist ja gut ausgeruht nach seinem urlaub 8 soll mehr urlaubstage haben als wir deutschen und das soll was heißen). für visionen, nun für mehr arbeitsplätze, war er schon immer gut, bisher aber alles heiße luft, schaun wir mal. grüsse b. fischer
Antworten