Alle Schlagzeilen im Finanzsektor auf Richard Nixon zurückzuführen
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Paris in Investors Daily
vom 04. September 2003 18:00 Uhr
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*** Einige Zahlen sind revidiert worden. Vor kurzem hieß es noch, dass die USA für 67 % des weltweiten Wirtschaftswachstums zwischen 1995 und 2000 verantwortlich waren. Jetzt sollen es 96 % sein. Das kann zwei Dinge bedeuten. Entweder waren die USA in diesem Zeitraum wirklich für fast das gesamte weltweite Wirtschaftswachstum verantwortlich ... oder der Dollar hat die wirklichen Relationen verzerrt. Wenn der Dollar nur noch 50 Cent wert wäre, dann wäre auch das US-Bruttoinlandsprodukt nur noch halb so hoch.
*** Der Dollar ist weiter gestiegen. Für 1,08 Dollar erhält man jetzt einen Euro. Das sieht wie ein guter Trade aus. Später wird es wahrscheinlich 1,50 Dollar oder mehr kosten, einen Euro zu kaufen.
*** Wer findet in den USA derzeit Arbeit? Eine Zeitung aus Cleveland sagt uns, dass besonders unter den Leuten, die 55 und älter sind, die Beschäftigung zunimmt. Warum? Nun, wahrscheinlich weil diese Leute verlässlich und günstig sind ... und wegen der niedrigen Zinsen können diese Leute noch nicht von ihren Ersparnissen leben.
*** "Kalifornische Weinbauern unter einer Wolke", so eine Schlagzeile in der Financial Times vom Dienstag.
Wie Sie wissen, liebe(r) Leser(in), führe ich jede Schlagzeile im Finanzsektor auf Richard Nixon zurück. An jedem Ort eines finanziellen Verbrechens suche ich nach seinen Fingerabdrücken. Es ist überraschend, wie oft ich fündig werde.
Selbst die kalifornischen Weinbauern sind von den Auswirkungen von Nixons Entscheidung im Jahr 1971 betroffen. Sie wissen: Damals hatte Nixon die Bindung des Dollars an das Gold aufgegeben und damit den Dollarstandard eingeführt. Damals begann eine Konsumwelle, die bis heute anhält. Das Geld und die Kredite, die aus den USA explodierten, setzten die Märkte fast überall unter Feuer – und besonders im Fernen Osten. Dann reinvestierten die Ausländer – mit Billionen Dollar in ihren Händen – das Geld in den USA, was dort in den späten 1990ern zu einer Spekulationsblase führte, die immer noch nicht unter Kontrolle gebracht ist.
Und nirgendwo in den USA waren die Flammen größer als im nördlichen Kalifornien.
Die Financial Times erläutert: "Die kalifornische Weinindustrie, die für 95 % der gesamten amerikanischen Weinindustrie verantwortlich ist, ist ein Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden. Vor ein paar Jahren war der Himmel das Limit, als die Einwohner von San Francisco und des Silicon Valley mit Geld aus dem Technologieboom überschüttet wurden."
Es wurden auch jede Menge neuer Weinberge angelegt, zehntausende Hektar neue Traubenanbaufläche. Und auf Aufschwung folgt Abschwung, wie ich oft betone. Auf den Markt kam soviel neuer Wein, dass die Preise fielen. Jetzt können die Amerikaner eine Flasche guten Cabernet Sauvignon für nur 2 Dollar kaufen. "Two-buck Chuck", ein Anbieter, bei dem alles 2 Dollar kostet, gewinnt Marktanteile. Das zwingt die anderen Anbieter, ihre Preise zu senken. Die Winzer antworten typisch – es wird erwartet, dass sie allein in diesem Jahr 6 % der Traubenanbauflächen wieder aufgeben.
Sie sehen, liebe(r) Leser(in), hier gibt es eine positive Entwicklung.
Ja, das System des Dollarstandards von Nixon hat die amerikanische Wirtschaft ruiniert. Aber wenn man eine Flasche guten Weins für 2 Dollar bekommen kann ... warum sollte man sich dann darum kümmern?