Alle freuen sich auf positive US-Konjunkturaussichten

in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
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Die Märkte sind immer noch fröhlich. Die Handelswoche startete zwar zunächst etwas verhalten, doch zusätzlich zu den positiven Vorgaben seitens der Wall Street schloss auch der DAX nur noch mit einem marginalen Minus. Und dies obwohl der US-NAHB-Index für die Geschäftserwartungen der Bauunternehmen, entgegen der Erwartungen, im März nicht weiter angestiegen ist. Aber immerhin, er verharrte auf hohem Niveau. Und auch die Leistungsbilanz der Eurozone hat im Januar mit einem Überschuss geschlossen. Was will man mehr? ;-)


Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 12.03.-19.03.2012

Energie

Die Ölpreise handelten in der vergangenen Woche mit übergeordneter Seitwärtstendenz. Am Donnerstag gaben die Preise zwischenzeitlich nach, aufgrund von Gerüchten, die USA und UK hätten sich darauf verständigt, erneut die strategischen Ölreserven anzuzapfen. Dies war bereits im vergangenen Jahr geschehen, worauf die Preise kurzfristig abgegeben hatten. Nachdem die Meldungen allerdings von Regierungsseiten schließlich dementiert worden waren, konnten die Ölpreise am Freitag ihre Verluste wieder wett machen.

 

Heute bewegen sich die Ölpreise erneut entlang der Aktienmärkte, starteten zwar zunächst verhalten in die Woche, konnten dann aber wieder nach oben drehen. Dies gilt insbesondere für WTI, das heute vom Tief bei 106,55 USD pro Barrel bis auf 108,05 USD in der Spitze steigen konnte - unterstützt durch generell verbesserte US-Konjunkturaussichten, sowie steigende saudi-arabische Ölexporte in die USA. Unterstützung fanden die Ölpreise heute zusätzlich durch einen schwächeren US-Dollar.

  • Aktuell notiert WTI zur Lieferung im April bei 108 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
  • Brent Crude zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 125,64 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

 

Ölpreisentwicklung Ausblick

Es ist weiterhin fraglich, ob es zu einer erneuten Öffnung der strategischen Ölreserven kommen wird - zumal die eigentlich vom Iran-Embargo stärker betroffenen EU-Staaten eher Vorbehalte demgegenüber haben. Zudem besteht der Grund für die höheren saudischen Öllieferungen in die USA nach wie vor in logistischen Problemen der USA. Dort herrscht weiterhin in Cushing ein Überangebot, während lediglich das Angebot an der Golfküste, wo sich ein Großteil der Raffinerien befindet, geringer ist, so dass offenbar die Importe gesteigert werden mussten. Im Juni sollte dann die Umkehrung der Seaway-Pipeline diesem Problem Abhilfe verschaffen. Die Ölpreise sollten sich vorerst auf ihren Niveaus aber halten können.

 

Edelmetalle

Die Goldpreise sind in der vergangenen Woche unter Druck geraten, nachdem die FED wieder einmal die (vielleicht letzten) Hoffnungen auf ein QE3 enttäuscht hatte. Nachdem die FED in der letzten Woche ihr Wording mit etwas positiveren Konjunkturaussichten geschmückt hatte (was sich zwar als positiv für Aktienmärkte und Ölpreise entpuppt), haben insbesondere die Spekulanten wieder einmal deutlich Gewinne im Sicheren Hafen Gold mitgenommen. Dagegen bleiben die langfristig orientierten Anleger dem Gold treu. Die Gold-ETFs halten weiterhin Rekordbestände und die Nachfrage nach US-Goldanlagemünzen ist deutlich gestiegen.

  • Aktuell notiert Gold in USD bei 1.662,60 USD pro Feinunze.
  • Gold in EUR notiert aktuell bei 1.255,97 EUR pro Feinunze.

 

Goldpreisentwicklung Ausblick

Im Moment kann USD-Gold ein wenig mehr Boden gut machen, aufgrund der schwächeren US-Währung. Generell aber bleibt das positive Umfeld für Gold erhalten, schließlich wird die FED noch bis 2014 ihre Niedrigzinspolitik aufrecht erhalten (ob QE oder nicht) und darüber hinaus betreiben noch eine ganze Reihe weiterer großer Notenbanken Lockerungs- und Quasi-QE-Programme. Sobald der Einfluss der Spekulanten im Markt also wieder etwas nachlässt, dürften die langfristig orientierten Investoren wieder für Stabilität sorgen.

Industriemetalle

Die Kupferpreise vollführten in der vergangenen Woche eine regelrechte Berg- und Talfahrt. Nach oben getrieben zunächst durch die verbesserten Konjunkturaussichten, die man dem etwas positiveren Wording der FED entnahm und wieder gedrückt durch eine Prognose der WBMS hinsichtlich eines Primärmarktüberschusses im Januar. Heute schließlich geht es wieder aufwärts, mit den Aktienmärkten und weiterhin konjunkturfreudiger US-Aussichten, sowie eines immerhin auf hohem Niveau verharrenden NAHB-Index.

Aktuell notiert Kupfer zur Lieferung im Mai bei 3,90 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.

Kupferpreis Ausblick

Mit sinkenden LME-Lagerbeständen und einem chinesischen Neujahresfest, das sicher einen Gutteil zum Angebotsüberschuss im Januar beigetragen hat, bleiben die Aussichten für Kupfer eigentlich weiterhin preisunterstützend. Dennoch, der Markt wartet in gewisser Weise auch auf handfeste Beweise für ein Soft Landing der chinesischen Wirtschaft - so lange dürften die Preise wohl schwankungsanfällig um das aktuelle Niveau herum bleiben.

Agrarrohstoffe

Und wieder konnten die Sojabohnen, auch in der vergangenen Woche, ihren stabilen Aufwärtstrend fortsetzen. Nach wie vor sind es die Angebotsrisiken in Südamerika auf der einen Seite und die steigende Nachfrage aus China auf der anderen Seite, welche die US-Exporte und damit die Preise unterstützen. So haben die US-Exporteure 4 Wochen hintereinander jeweils über 1 Million Tonnen Sojabohnen verkauft - wobei Drei Viertel der Exporte nach China gingen.

Sojabohnen zur Lieferung im Mai notieren aktuell bei 13,68 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.

 

Sojabohnen Ausblick

Sojabohnen dürften auch weiterhin gut unterstützt bleiben.

 

So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute und freue mich, wenn wir uns morgen wiederlesen...liebe Grüße...

 

Ihre Miriam Kraus

 

 

 

 

 

Zum zweiten Teil von: Sojabohnen weiter oben
von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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Kommentar von Erhard Langegger Österreich

Dieser Meinung bin ich auch. Schönen Abend noch!

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