Alan Greenspan vor Verlängerung seiner Amtszeit

unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
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von unserem Korrespondenten Bill Bonner

Alles ist vorbei.

Der Krieg ... der Bärenmarkt – alles ist vorüber.

Der amerikanische Prokonsul ist in Bagdad angekommen, und er bezeichnete sein Kommen als einen großen Tag für den Irak (wirklich ... das habe ich in den Zeitungen gelesen). Die Iraker tun wieder das, was sie im Alltag so tun. Die Aktienkurse steigen. Und George Bush hat eine mögliche weitere Amtszeit des Fed-Vorsitzenden Alan Greenspan öffentlich begrüßt. Bush ließ die Welt wissen, dass Greenspan unter der Voraussetzung, dass er den Geldstrom weiter fließen lässt, solange im Amt bleiben kann, bis er tot umfällt.


Dabei hatte der Fed-Vorsitzende die Steuersenkungspläne von Bush milde kritisiert. Ich kann mich nicht genau an seine Formulierungen erinnern, aber es hörte sich so an, als ob er keine weitere Verlängerung seiner Amtszeit anstreben würde. Aber das scheint ihm Bush nicht übel zu nehmen.

Das Problem mit dem Steuersenkungen ist allerdings, dass das US-Haushaltsdefizit (nur Bundesregierung) bereits ohne Berücksichtigung der Steuersenkungen in den nächsten 10 Jahren insgesamt 1,2 Billionen bis 4,5 Billionen Dollar erreichen könnte. Und die Steuersenkungen würden diese Zahlen noch vergrößern.

Eines der strukturellen amerikanischen wirtschaftlichen Probleme ist die Tatsache, dass nicht genug gespart wird – und dass die US-Volkswirtschaft deshalb von ausländischen Geldgebern abhängig ist. Trotz des jüngsten Anstiegs der persönlichen Sparrate – die zuletzt bei 4 % lag – hat sich der Haushaltsüberschuss der Bundesregierung in ein Defizit verwandelt, was die nationale Netto-Sparrate auf ein Allzeit-Tief von 1,3 % gesenkt hat. Selbst in den 1990ern lag sie bei durchschnittlich rund 5 %.

Deshalb hängt die US-Wirtschaft jetzt so stark wie nie zuvor von ausländischen Geldgebern ab ... und es droht ein Rückgang des Lebensstandards – wenn die Ausländer sich dazu entschließen sollten, die Papier-Dollar nicht mehr zu akzeptieren.

Der Goldpreis ist wieder gestiegen. Der Dollar ist wieder gefallen. Sowohl der australische als auch der kanadische Dollar haben 3-Jahres-Hochs gegenüber dem US-Dollar erreicht. Der Euro hat die psychologische Marke von 1,10 geknackt. Die Stärke des Euros ist es, dass die Euro-Staaten zu keiner gemeinsamen Außenpolitik finden ... deshalb muss Euroland keine militärischen Abenteuer unterstützen. Und Euroland insgesamt ist ein Gläubiger, kein Schuldner, wie die USA.

Aber Alan Greenspan hat sich entschieden: Egal, was am besten für die Nation ist – es ist am besten für Alan Greenspan, gerade das nicht zu tun.


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