Aktuelles Beispiel Kupfer

Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Kupfer
vom


Um Ihnen ein aktuelles Beispiel zum Basisrohstoff Kupfer zu liefern, greife ich auf den aktuellen COT-Chart von Alexander Hirsekorn zurück. Angenommen Ihr Produktions- oder Handwerksbetrieb verbraucht größere Mengen Kupfer, dessen mögliche Preisschwankungen Ihr Betriebsergebnis belasten könnten. Vor allem Preiserhöhungen können Sie als Unternehmer in der Regel nicht ohne Weiteres an Ihre Kunden weiterreichen (nehmen wir an, Sie wollen nach Möglichkeit vermeiden, Preissteigerungsklauseln mit Ihren Kunden auszuhandeln und vertraglich festzulegen). Dann sollten Sie überlegen, ob es nicht besser wäre, bereits bei Angebotsabgabe das Risiko abzusichern und Kupfer auf Termin zu kaufen. Sollte das Angebot nicht angenommen werden, muss die Position konsequenterweise wieder aufgelöst werden. Die Kosten aus der Absicherung fließen in die Kalkulation ein.


Beherzigen Sie den Grundsatz des Spekulationsverbots im Unternehmen, dann haben Sie gar keine andere Wahl, als sich gegen das Risiko abzusichern. Die Absicherung kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Sie können Kupferfutures kaufen oder Optionsgeschäfte tätigen. Das Schreiben von Optionen kann sogar helfen, die Absicherungskosten zu neutralisieren.

Wichtigaber ist es, einen Entscheidungsprozess zu installieren, den Sie konsequent immer wieder abarbeiten und dessen Grundlage solch ein COT-Chart sein könnte.

Das Procedere haben wir gestern anhand von Gold besprochen, aber ich gehe das noch einmal am aktuellen Kupferchart mit Ihnen durch. Grau unterlegt finden Sie die Bewegung des Kupferpreises (rechte Skala), der aktuell bei 370 US-Cent/Pound liegt. Die Kupferminenbetreiber waren im Oktober 2011 atypisch mit 12.000 Kontrakten long positioniert, weil sie von einer stärkeren Nachfrage Chinas ausgingen. Tatsächlich ist der Kupferpreis von 450 US-Cent/Pound auf 310 US-Cent/Pound gefallen. Kleinanleger (grün) haben mit ihrer Shortposition profitiert, große Spekulanten (rot) waren zumindest nicht mehr long im Markt. Sie haben ihre Long-Positionen schnell abgebaut. Ein verwirrendes Bild, das darin mündet, dass jetzt alle in den Startlöchern stehen und abwarten, wie sich die Konjunktur in Asien, Amerika und Europa entwickeln wird. In den letzten Wochen aber - und das ist der entscheidende Hinweis für unseren Handwerksbetrieb - kommen von den großen Spekulanten Impulse. Denn hier bewegt sich die Kurve vorsichtig in den Plusbereich hinein (Long-Positionen: 4.100 Kontrakte).

Fazit: Für Spekulationen auf steigende Kupferpreise ist es nach diesem COT-Chart noch etwas früh. Für diesen Fall begründet der Unternehmer in seinem Logbuch eine teilweise Absicherung gegen steigende Kupferpreise, um gegen Überraschungen geschützt zu sein. Die Absicherung wird er dann ausweiten, sobald die großen Spekulanten ihre Netto-Longposition ausweiten und den Kupferpreis weiter nach oben ziehen. Mein Tipp: Entscheidungen von hoher Tragweite würde ich nicht alleine von einem COT-Chart abhängig machen, sondern noch Kriterien wie die Euro-Dollar-Entwicklung berücksichtigen. Wichtig aber ist vor allem eines, dass es sich bei Ihnen als Unternehmer oder als Börsianer um standardisierte Entscheidungsprozesse handelt, die eine spätere Nachprüfung ermöglichen.

Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen

Jürgen Nowacki

Coach Trading & Sales

Zum ersten Teil von: Darf ein Unternehmer in seiner Firma spekulieren?

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