Aktuelle Trading-Anregung: Spread-Trade ÖL
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 24. August 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Über Gold habe ich - denke ich - schon genug geschrieben....Allzeithoch auf Allzeithoch sehen wir auch, und wer den Trader´s Daily regelmäßig liest, sollte davon in der einen oder anderen Form auch profitieren....
Heute zum Thema Öl.
Es sieht ganz so aus, als ob die libyischen Rebellen gegen Gaddafi gewonnen haben - und wenn sich das bestätigt, halte ich eine zügige Wiederaufnahme der libyschen Öl-Exporte für wahrscheinlich.
Dazu sollten Sie wissen: Das Nordsee-Rohöl Brent kostete gestern rund 24 Dollar pro Barrel mehr als Rohöl der Sorte WTI (Golf von Mexiko). Dabei ist WTI Rohöl eigentlich qualitativ hochwertiger. Der Preisaufschlag kam zu einem Teil deshalb zustande, weil in Europa eben Brent Öl traditionell stärker nachgefragt wird (räumlich näher) und zusätzliche Nachfrage kam, da das libyische Erdöl wegfiel.
Wenn nun das libyische Erdöl bald wieder nach Europa strömen sollte, dann dürfte das auch den ungewöhnlichen Preisaufschlag von Brent gegenüber WTI zumindest verringern. (Der Preisaufschlag befand sich gestern in der Nähe seines historischen Höchststandes!)
Deshalb, kleine Anregung an die Rohstoff-Trader unter Ihnen: Denken Sie mal über einen "Spread Trade" nach. Ach dieser Fachjargon, sagen wir es doch auf gut Deutsch: Denken Sie über eine Spekulation nach, welche darauf setzt, dass der Abstand zwischen "Brent" und "WTI" geringer wird.
Dazu spielt es keine Rolle, ob beide steigen oder fallen....es geht um den ABSTAND zwischen beiden. Wenn Sie von einer Verkleinerung des Abstands profitieren möchten, dann sollten Sie beim teureren Basiswert "short" gehen, und beim günstigeren Basiswert "long".
Heißt hier: Long bei WTI, short bei Brent.
Vielleicht eine nette kleine Anregung.
Wer das einfacher haben möchte, kann sich meinen Dienst Der Rohstoff Performer gerne anschauen (natürlich), da präsentiere ich so einen Trade in der Form einer einzigen Transaktion, leicht nachzumachen.
Es gibt generell einige interessante Basiswerte für das "Spread Trading". Nehmen wir Heizöl und Rohöl. Deren Preise sollten sich naturgemäß recht parallel bewegen. Tun sie auch meistens. Aber auch da gibt es natürlich Preisabstände, und wenn die "außergewöhnlich groß" werden, dann bietet sich auch da ein Trade an. Und zwar short gehen beim teureren, long gehen beim günstigeren der beiden.
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily