Aktienmärkte gehen auf Tauchstation
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 3. Juli 2009, 08:30 Uhr
in der Morgenausgabe hatte ich einen hektischen Nachmittag angekündigt. Meine Erwartungen wurden auch vollends erfüllt. Nach der Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten für Juni gingen die US-Futures und damit in dessen Schlepptau auch die europäischen Aktienmärkte auf Tauchstation. Die Arbeitsmarktdaten setzen sich aus verschiedenen Daten (Arbeitslosenrate, Veränderung der Stundenlöhne usw.) und konnten in etwa die Erwartungen erfüllen. Nur eine Zahl, die der abgebauten Stellen außerhalb der Landwirtschaft, enttäuschte. Satte 100.000 Stellen mehr als prognostiziert wurden abgebaut. Traurige 467.000 Stellen standen letztlich zu Buche und bedeuten einen Anstieg von über 120.000 gegenüber dem Vormonat.
In den ersten Minuten nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten sackte der deutsche Leitindex 60 Punkte ab. Die Talfahrt ging aber im Laufe des Handelstages noch weiter und zog die wichtigsten europäischen und amerikanischen Indizes zwischen 2,5% und knapp 4% in die Tiefe. Als ob es noch nicht schlimm genug gewesen wäre: Die New York Stock Exchange (NYSE) musste aufgrund technischer Probleme das Handelsende um 15 Minuten nach hinten verschieben. So litten die Bullen unter den Marktteilnehmern entsprechend einige Minuten länger und mussten mit dem Handelsschluss am Tagestief einen weiteren Nackenschlag hinnehmen. Der S&P verließ zudem die psychologisch wichtige 900er-Marke.
Und wo sind die positiven Nachrichten?
Die Börsen in Amerika sind heute geschlossen. Damit besteht die Möglichkeit, dass sich die Gemüter weltweit wieder etwas beruhigen. Die Frage wird aber sein, ob vor dem Wochenende viele Marktteilnehmer bereit sind, sich gegen die steile Abwärtsbewegung zu stellen (und das eben ohne die Welt-Leitbörse als Richtungsweiser). Damit bleibt für mich möglicherweise nur eine private Begebenheit als einziges positives Ereignis übrig. Auch meine jüngste Tochter nabelt sich mehr und mehr von ihren Eltern ab. Seit gestern hat für Sie ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Sie ist nun ein stolzes Kindergartenkind!
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades. Natürlich werden sich im Laufe des Handelstages auch noch andere interessante Trading-Chancen ergeben. Wie sich der Handelstag dann genau entwickelt hat, erfahren Sie in der Abendausgabe gegen ca. 19.00 Uhr.
Dax (DAX.I) - Trendkanal nach unten aufgelöst
Ab dem Verlassen der unteren Begrenzungslinie des Trendkanals war ich gestern short investiert (Ausführung zu 4.815 Punkten). Dieser erste Versuch war jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Mein Maximal-Stopp von 25 Dax-Punkten musste greifen (bei 4.840). Später, als uns die schlechten Nachrichten aus Amerika erreichten, wurde ich erneut in eine Short-Position eingestoppt (erneut bei 4.815 Punkten). Diesmal war sofort klar, dass ich auf der richtigen Welle ritt. Mehrere Faktoren führten dazu, dass ich seit einer sehr langen Zeit wieder eine Übernachtposition im Dax eingegangen bin. Drei Punkte dafür möchte ich kurz aufführen: das komfortable Gewinnpolster des zweiten Trades, der gestrige Handelsschluss auf Tagestiefstständen an der Wall Street und das Fehlen der US-Boys am Folgetag des Ausverkaufs. Ich habe jedenfalls meinen Stopp auf 4.755 Punkte nachgezogen und harre nun der Dinge, die uns heute am deutschen Aktienmarkt erwarten.
Das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft
Ich sehe für den laufenden Short-Trade weiterhin Potenzial und würde auch bei einer zwischenzeitlichen Erholung wieder bevorzugt Short-Einstiege suchen. Erst bei 4.660/70 Punkten könnte eine Beruhigung einsetzen, fallls nicht, dann sehen wir sehr bald die glatte Kurs-Marke von 4.600 Punkten. Diese beiden Marken sind auch die Kurs-Bereiche, an denen weitere Trade-Aktivitäten anstehen. Je nach Stärke der Bewegungen im Vorfeld des Erreichens dieser Zonen können es sowohl Short- als auch Long-Einstiege sein. Sollte meine laufende Position bei 4.755 Punkten ausgestoppt werden, dann gehe ich auf diesem Kurs-Niveau short bzw. drehe die Position.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich den CFD auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Die Abwärtsdynamik von gestern wird sich heute wohl nicht fortsetzen, doch stehen die Zeichen weiter auf short.