Aktienkultur in Deutschland – es tut sich einiges, nur die Privatanleger wollen (noch) nicht so richtig mitspielen - Teil 2
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 25. Januar 2007 17:00 Uhr
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Bei Fonds hat sich viel getan: Über die Online-Broker können Sie viele Fonds ohne oder mit stark reduziertem Ausgabeaufschlag kaufen. Seit 4 Jahren können Sie auch Tausende von Fonds an der Börse handeln. Etwa in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und München. Seit Mitte 2006 auch in Frankfurt. Vorteil: Es gibt keine Ausgabeaufschlag, sondern einen Spread, also einen Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs. Dieser Spread ist aber je nach Fonds und Kaufvolumen deutlich günstiger als der Kauf direkt über die Fondsgesellschaft. Bei Fondskäufen von 5.000 Euro sind dabei schnell um die 100 Euro an Gebühren gespart. Obendrein gibt es Kurse während der üblichen Handelszeiten, also zwischen 9 und 20 Uhr. Bei Fondsgesellschaften erfolgt die Kursstellung nur einmal am Tag. Selbst die Limit-Order ist nun möglich.
Eine weitere Neuerung finde ich wirklich gut: Exchange Traded Funds ETFs. Das sind passiv gemanagte börsengehandelte Fonds. Die Performance orientiert sich am zugrunde liegenden Index. Der Vorteil: Es gibt keinen Ausgabeaufschlag. Die Deutsche Börse bietet zahlreiche Handelsmöglichkeiten. So können Sie mit ETFs auf etwa 200 verschiedene Indizes und Segmente setzen.
Das Allerbeste aber: Aktien laufen. So legte beispielsweise der DAX in den letzten 10 Jahren seit Anfang 1997 um 125 Prozent zu – pro Jahr ein Plus von 9 Prozent! Vom Jahrtausendcrash finden Sie damit per Saldo überhaupt keine Spur!
In der Summe eigentlich wirklich nur positive Meldungen von der Börse. Trotzdem hat sich das bei den Privatanlegern in Deutschland noch nicht herumgesprochen. Im Gegenteil. Wie das Deutsche Aktieninstitut meldet, ging die Zahl der Aktionäre in Deutschland im vergangenen Jahr beispielsweise schon wieder um etwa 0,5 Millionen auf weniger als 10 Millionen zurück. Ende der 90er-Jahre hatten wir noch ein paar Millionen mehr Aktienbesitzer im Land. „Wer langfristig dabeibleibt, macht auch die gute Performance“, sagt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut DAI. Der Mann hat Recht! Wenn die deutschen Anleger endlich einmal Börse nicht mehr als Casino für den schnellen Reichtum betrachten, dann wird die Aktienkultur in Deutschland noch ganz prima.
Ihr
Georg Pröbstl
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