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Wie Sie Steine mit Ihrem Aktiendepot vergleichen können
Von Tom Firley | 22. Mai 2012 | Artikelbewertungen
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also manchmal mache ich Dinge, die kann ich gar nicht. (Ein Schelm, wer jetzt denkt: „Ich weiß."... kleiner Scherz).

 

Vor ein paar Jahren malte ich zum Beispiel ein Ölbild. Motiv: Person vor Meer und Himmel. Die malerische Farben-Komposition war recht interessant. Allerdings: Mittlerweile kann meine 5-jährige Tochter Paula wohl besser zeichnen als ich. Somit sah die Person zunächst etwas seltsam aus, da sie den Betrachter anblickte. Kurzerhand drehte ich die Person einfach um. Und da meine Frau einen üppigen Lockenkopf hat, sah es dann nicht mehr so schlimm aus. Dennoch gab ich meine künstlerischen Ambitionen wieder auf. Das ist sicherlich auch ganz gut so.


 

Das Projekt

Kürzlich war es dann wieder soweit. Ein neues Projekt, von dem ich keine Ahnung hatte, stand vor der Hintertür. Und zwar genau da. Denn die Terrasse sollte etwas erweitert werden. Im Vorfeld wollte ich das natürlich unserem Profi-Handwerker überlassen. Allerdings hat sich dieser genau zu diesem Zeitpunkt die Hand verletzt. Beim Telefonat meinte er dann schmunzelnd: „Die paar Steine legen. Das kannst Du auch selbst!" Er wusste, wie „geschickt" ich handwerklich bin. Nämlich überhaupt nicht.

 

Hm.

 

Dennoch fragte ich ihn nach dem grundsätzlichen Vorgehen. Naja, also so schwer kann das doch gar nicht sein.

 

Dachte ich.

 

Alles was ich brauchte, waren: 186 große Terrassen-Steine, 250 Kilo Kies (waren zu wenig, ich musste dann noch mehr besorgen...), Zement, eine Schaufel, einen Schubkarren, Gummi-Hammer, Wasserwaage, Bretter und Muskelkraft.

 

So war ich also den halben Vatertag damit beschäftigt, ein Stück Rasen abzutragen und Erde wegzuschaufeln. Freitag war Börse. Also ging es Samstag weiter mit Kies ausbreiten und Steine drauflegen. Eine interessante Tätigkeit. Besonders, wenn man das noch nie gemacht hat. Schließlich sollte die Terrasse ja einigermaßen gerade bleiben.

 

Und dafür brauchen Sie dann Gummihammer und Wasserwaage (Richtige Handwerker mögen bitte jetzt nicht lachen. Mittlerweile weiß ich, dass das auch anders geht). Also, auf jeden Fall justierte ich dann jeden einzelnen Stein. Da fehlte noch ein bisschen Kies. Da musste etwas Kies weg. Der eine Stein war schief, also wieder Kies drunter und festklopfen (wer eine genaue Arbeitsanweisung möchte, dem kann ich Links schicken oder meine eigene Vorgehensweise etwas genauer schildern... aber wer will das schon?).

 

Bei dieser für mich als Schreibtischtäter wirklich sehr interessanten Tätigkeit , schweiften meine Gedanken etwas ab. Ich betrachtete jeden Stein als einzelnen Wert in einem Aktiendepot.

 

Der Vergleich: Steine und Börse

Der Vergleich gefiel mir so gut, dass ich Sie sogar bis hierhin durch meine Arbeits-Zeilen quälte. Hier meine Gedanken, während ich im Schweiße meines Angesichts mit jedem zu klopfenden Stein einen kurzen Dialog hielt:

 

Ein Stein liegt schief, kann aber noch gerade geklopft werden. Das sind dann vergleichsweise solche Werte wie die Henkel-Aktie oder auch eine Siemens-Aktie. Manchmal brauchen diese Aktien Zeit für eine Kurs-Korrektur. Doch mit Hilfe der Wasserwaage bzw. Technische Analyse können hier interessante Einstiegspunkte gefunden werden.

 

Chart Henkel-Aktie

henkel

 

 

Dann gibt es Steine, die liegen nahezu stabil und perfekt. Das sind dann die Evergreen-Aktien, auf die man sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit verlassen kann. Werte wie McDonalds oder Nestle. Sicherlich, auch solche Aktien können abstürzen. Das muss ich jetzt schreiben, bevor Sie Ihren Bausparer auflösen und McDonalds-Aktien kaufen. Doch viele dieser nahezu perfekten Steine stabilisieren das ganze Terrassen-Konstrukt. Somit stabilisieren viele Evergreen-Aktien auch das Aktiendepot.

 

Chart Nestle-Aktie

nestle

 

Wie gesagt: Natürlich kann auch ein perfekter Stein brechen. Aber normalerweise bricht dann nicht das große Ganze zusammen... wenn Sie sie rechtzeitig austauschen. Die Porsche-Aktie war für mich persönlich solch ein Fall. Vielleicht erinnern Sie sich. Jahrelang war sie ein echter Trendfolger. Doch dann folgte der Absturz. Auch und gerade bei solchen Aktien müssen Sie vorher definieren, wie weit Sie ihre Gewinne wieder abgeben wollen.

 

Manche Steine haben einen Riss. Die werden am besten gleich aussortiert. Oftmals erkennen Sie diese gefährlichen „Steine" nicht auf den ersten Blick. Doch sobald sich der Riss vergrößert, dann weg damit. Der Absturz der beiden Aktien-Kandidaten Telekom und Infineon wären entsprechende Pendants für das Aktiendepot. Aktuell sicherlich auch die Commerzbank-Aktie...

 

Chart Commerzbank-Aktie

commerzbank

 

Und schließlich gibt es die ganz normalen Steine. Diese Steine liegen einfach da, müssen vielleicht noch einmal justiert werden. Doch erst die Zukunft wird zeigen, wie lange sie halten. Das Allerwichtigste: Kein Stein darf je das ganze Projekt gefährden. Das bedeutet:

 

 

Keine Aktie, kein Wertpapier, keine Rohstoff-Spekulation darf solch einen großen Anteil im Depot haben, als dass der Gesamterfolg gefährdet werden könnte.

 

Kommenden Samstag werde ich meine Terrassen-Erweiterung übrigens noch etwas mit Zement und Fugensand stabilisieren.

 

Stabilisieren?

 

Vielleicht sollte ich auch mein Depot noch etwas mit Gold stabilisieren? Doch dafür müssen zwei ggf. Dinge beim Goldpreis abgewartet werden:

 

1.) Hält die Unterstützung bei 1.550 US-Dollar?

2.) Ein eindeutiges Kaufsignal

 

Viel Erfolg an der Börse

Ihr

 

Tom Firley

 

PS: Schöner Nebeneffekt: Durch die ungewohnte körperliche Schwerstarbeit ist mein Bizeps gefühlt um 50% gewachsen. Leider wird sich das in den nächsten Tagen wohl wieder normalisieren...

 

PPS: Upps, vor lauter Terrassenbau muss die Aktualisierung des Paula-Depots bis morgen warten. Bei diesem langfristigen Experiment kommt es aber auf einen Tag hin oder her nicht an.


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Kommentar von Chris

Zitat"Mittlerweile weiß ich, dass das auch anders geht" Bitte um weiterführende Infos, da so ähnliche Arbeiten auch bei mir anstehen (Zufahrt pflastern) Danke und lb. Grüße Chris

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Antwort von Tom Firley:

Hallo Chris, Zufahrt pflastern? Das hört sich nach hoher Belastung für die Steine an. Wichtig ist hier sicherlich die Höhe des Untergrunds (also Schotter) und im Vorfeld die richtige Berechnung der benötigten Materialien (lieber 1mal ins Kieswerk oder Baumarkt fahren als 3mal...). Hier ein nützlicher Link: www.derselbermacher.de/bauen/terasse/pflastern.php Viele GRüße Tom

Kommentar von Siegfried Langensiepen

Hallo Herr Firley, es ist mir immer wieder eine Freude, Ihre Beiträge lesen zu dürfen - Ihr Schreibstil ist einfach super wie auch die Denkanstöße dahinter! Auch und gerade die hin und wieder einfließenden persönlichen Teile. Wie die Jahre vergehen - Paula ist jetzt ja schon 5 Jahre alt - ich kann mich noch sehr gut an den Papa-Streß zur Geburt erinnern. Machen Sie weiter so - Ihr treuer Leser Siegfried Langensiepen

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