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Nebenwerte: Die peinliche Tucholsky-Täuschung

Gestern erhielt ich nach Erscheinen des Insider Daily eine ganze Menge „Reklamationen“ zu dem von mir und meinem österreichischen Leser fälschlicherweise dem Schriftsteller Kurt Tucholsky zugeschriebenen Gedicht zur „Höheren Finanzmathematik“.

Gedicht zur „Höheren Finanzmathematik“

Ich muss gestehen, dass ich dem Hinweis meines Lesers auf das Gedicht nicht auf den Grund gegangen bin. Der Denkzettel an mich folgt auf dem Fuße. Doch ich bekenne meinen Fehler und bitte meiner Leserschaft hiermit reumütig um Vergebung.

Als ich heute morgen dann noch einmal gründlich nachrecherchierte, fand ich in der Berliner Morgenpost einen interessanten Artikel dazu, verfasst von Hendrik Werner. Dieser hat mir sehr deutlich vor Augen geführt, dass auch ich einem bösen und durchaus auch etwas dümmlichen Irrtum erlegen bin.

Hendrik Werner zum Gedicht

Hendrik Werner schrieb also erst vor wenigen Tagen in der Berliner Morgenpost: „Seit Ende September, als sich die gigantischen Ausmaße der weltweiten Finanzkrise abzuzeichnen begannen, kursiert ein Gedicht im Internet. Es beginnt mit den Worten:

„Wenn Börsenkurse fallen / regt sich Kummer fast bei allen / aber manche blühen auf: / Ihr Rezept heißt Leerverkauf.“ Und es endet, neun Strophen darauf, wie folgt: „Aber sollten sich die Massen / das mal nimmer bieten lassen, / ist der Ausweg längst bedacht: / Dann wird bisschen Krieg gemacht.“

Mit dem Titel „Höhere Finanzmathematik“ ist dieses polemische Stück Lyrik überschrieben. Zugeschrieben werden die Verse, die sich gegenwärtig lawinenartig über E-Mail und in Internetforen verbreiten, dem deutschen Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890-1935). Angeblich im Jahr 1930 soll sich der wohl wirkungsmächtigste Publizist der Weimarer Republik einen Reim auf die damalige Finanzkrise im Gefolge des so genannten Schwarzen Freitag (der Börsencrash am 25. Oktober 1929) gemacht haben.


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Doch das vermeintlich visionäre Potenzial dieses Gedichts, das wie eine halb ironische, halb moralische Analyse auch der derzeitigen Banken- und Börsenmalaise wirkt, ist Lug und Trug. Denn „Höhere Finanzmathematik“ ist eine Fälschung. Mit dem Gedicht ist zugleich die angeblich prophetische Gabe des Dichters diskreditiert:

Zwar warnte Tucholsky schon früh davor, dass die weltweite Finanzkrise, damals von den USA nach Europa schwappte, dem Erstarken der Nationalsozialisten zuarbeiten könnte. So explizit und konkret wie in diesem Gedicht jedoch, das den Beginn des Zweiten Weltkrieges zu antizipieren scheint, hat selbst der weitsichtige Berliner nie orakelt.

(…) Als erdrückendes Indiz, das von Anfang an gegen eine Urheberschaft Tucholskys hätte sprechen müssen, kommt noch hinzu, dass seine Lyrik zeitlebens sehr viel sperriger war als das ihm jetzt angehängte Gedicht.

(…) Unterdes wird noch immer darüber gerätselt, wie es zu diesem Schulfall in Sachen Dichtung und Wahrheit kommen konnte. An eine Verkettung von Fehllektüren und Missverständnissen in Blogs und anderen Internetforen glauben Vertreter der Tucholsky-Gesellschaft.

Ein neuer Urheber wurde ausgemacht

Mittlerweile ist ein neuer Urheber ausgemacht: der aus Wien stammende Autor Richard G. Kerschhofer, dessen Pseudonym „Pannonicus“ sich auf einer Homepage findet, auf der das Gedicht „Höhere Finanzmathematik“ mutmaßlich zuerst zu finden war.

Ironischerweise gehört Verseschmied Kerschhofer, der zwar nicht in der progressiven „Weltbühne“, wohl aber in dem konservativen Magazin „Zeitbühne“ veröffentlicht, politisch dem rechten Spektrum an. Das ist freilich nicht der einzige Punkt, in dem er sich vom engagierten Linken Tucholsky unterscheidet: Dieser habe längst nicht so saubere Reime geschrieben wie er, sagt Kerschhofer, der wahre Autor von „Höhere Finanzmathematik“. (…)“


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Ich hoffe nur sehr, dass mein Österreichischer Leser mich mit seinem Hinweis auf das Gedicht nicht absichtlich aufs Glatteis führen wollte (keine Unterstellung, nur eine zynische Anmerkung). Aber sicher, ist auch er lediglich dem Fake“ erlegen.

Das entschuldigt dennoch nicht meine hingebungsvolle Leichtgläubigkeit. Und so möchte ich Ihnen als versöhnliches „Zitat der Woche“ nachfolgend einen echten Tucholsky“ mit auf den Weg ins Wochenende geben.

Erhoffter Obama-Effekt ist ausgeblieben

P.S.: Noch eine kurze Retrospektive zur aktuellen Lage an den internationalen Aktienmärkten. Leider, leider ist ja der erhoffte Obama-Effekt hier vollkommen ausgeblieben. Die Wall Street schloss gestern sogar den zweiten Tag in Folge im Minus.

Die Börsen in New York verzeichneten erneut heftige Kurseinbußen. Der Dow Jones verlor 443 Punkte und schloss zum ersten Mal seit einer Woche unter 9.000 Punkten. Er fiel um 4,85 Prozent auf 8.695,79 Zähler.

Auch die deutsche Börse war gestern so gar nicht in „Obama-Feierlaune“. Der DAX verlor 6,8 Prozent auf 4.814 Punkte, der TecDAX 8,6 Prozent auf 522 Punkte und der MDAX 5,8 Prozent auf 5.562 Punkte. Heute kann der Deutsche Leitindex zwar in den ersten Handelsminuten wieder etwas Boden gut machen. Doch wie lange dieser 0,8 Prozent starke Anflug einer Erholung halten wird, ist fraglich.

Ausblick

Zwar hatten viele Analysten nach den schlechten Vorgaben für den Handelsstart mit nachgebenden Kursen gerechnet, doch auch wenn es nun zu Beginn leicht nach oben geht – die Skepsis bleibt. Denn heute Nachmittag stehen noch wichtige Konjunkturdaten zum Arbeitsmarkt in den USA auf dem Terminplan, welche die Börsen durchaus noch einmal ordentlich durchschütteln könnten.

Gehen Sie – wenn möglich – einfach schon heute Mittag in das wohl verdiente Wochenende. Wie heißt es doch so schön: „Freitag ab eins, macht jeder seins.“

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