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Aktien: Megafusionen im Biermarkt – lassen Sie besser die Finger davon!

Der Biermarkt ist übersättigt. Weltweit geht der Konsum seit 2013 zurück. Den Konzernen fällt es immer schwerer, Gewinne zu erzielen. Megafusionen scheinen oft das letzte Mittel für große Firmen, um weiter im Wachstumstrend zu bleiben.

103 Milliarden US-Dollar – der Megadeal im stagnierenden Markt

Der weltgrößte Bierkonzern Anheuser-Busch InBev fährt schwere Geschütze auf, um sein Wachstum im Biermarkt zu behaupten.

Schon im Juli 2016 übernahm das belgische Unternehmen den britischen Konkurrenten SABMiller. Im Zuge des Brexit-Referendums und dem eingetretenen Wertverlust des britischen Pfunds kostete der britische Konzern nicht die veranschlagten 121 Milliarden US-Dollar. Anheuser sparte fast 20 Milliarden US-Dollar. Und dennoch war die 103 Milliarden US-Dollar teure Übernahme eine der größten die es je gab!

Jedes dritte Bier der Welt kommt damit aus dem Konzern Anheuser-Busch. Dazu zählen internationale Tochterfirmen, die der Konzern in den vergangenen Jahren zusammengekauft hatte.

Das sind namhafte Marken wie Budweiser, Corona, Stella Artois und Leffe. Im deutschen Markt wurde diese Einkaufstour durch die Übernahme der Beck’s-Brauerei gekrönt, für die der belgische Brauereiriese im Februar 2002 rund 1,8 Milliarden Euro hinblätterte.

Mit SABMiller übernimmt AB InBev den größten Wettbewerber, unter dessen Dach sich bisher neben den tschechischen Marken Pilsner Urquell und Gambrinus und dem australischen Foster‘s das meistverkaufte Bier der Welt, befand: das chinesische Bier Snow.

Kartellprobleme bei der Megafusion – Anheuser-Busch verkauft wichtige Marken

Doch traten bei der Übernahme auch die Kartellbehörden auf den Plan. So forderten die chinesischen Behörden, dass SABMillers Anteil am chinesischen Bierkonzern Snow verkauft werden soll. Die europäischen Wettbewerbsbehörden forderten einen Verkauf wichtiger europäischer Biermarken, der an die japanische Asahi Kabushiki kaisha erfolgte.

Für Pilsner Urquell, Tyskie und weitere Biersorten aus Mittel- und Osteuropa bezahlt Asahi 7,3 Milliarden Euro. Schon zuvor hatte Asahi von SAB Miller die italienische Biermarke Peroni übernommen und die niederländische Biermarke Grolsch.

Während sich für Asahi auf dem heimischen Markt das Wachstum verlangsamt hatte, geht das Unternehmen international auf einen beschleunigten. Erzielten die Japaner bisher 16% ihres Umsatzes mit internationalen Tochterunternehmen, so steigt der Anteil durch den Zukauf auf 25%.

Die Zahlen sind rückläufig – besser Finger weg von Bier-Aktien!

Weltweit bewegen sich die Bierkonzerne in einem stagnierenden Markt. Waren es 2013 noch 1,97 Milliarden Hektoliter, so sank der Verbrauch im Folgejahr auf 1,96 und 2015 auf 1,93 Milliarden Hektoliter und fiel damit auf den Wert von 2011 zurück.

Die rückläufigen Zahlen zeigen sich am stärksten im deutschen Markt. In Europas größtem Biermarkt ist der pro Kopf-Verbrauch schon seit 1980 rückläufig. Wurden damals 145,9 Liter pro Kopf pro Jahr getrunken, so waren es 2015 nur noch 105,9 Liter.

Die Mega-Übernahme war für die Börse ein schlechtes Zeichen.

Im Chart der AB InBev-Aktie sind durch die Übernahme einige Bewegungen zu verzeichnen gewesen. Die Anheuser-Busch-Aktie hatte sich im vergangenen Jahr in einem volatilen Seitwärtstrend zwischen 120 und 130 US-Dollar bewegt. Mit Bekanntwerden der Milliardenfusion mit SABMiller und dem Veto der Wettbewerbshüter ist der Kurs seit September deutlich gesunken.

Und was bedeuten die Veränderungen des Marktes?

Die Bierbrauer haben die Zeichen der Zeit erkannt. Während die Krombacher Brauerei sich für den deutschen und den österreichischen Markt die Marken- und Vertriebsrechte für Schweppes, Orangina und Dr Pepper-Cola gesichert hat, setzt AB InBev vermehrt auf alkoholfreies Bier.

„Dieser Markt hat ein enormes Wachstumspotenzial mit derzeit zweistelligen Zuwachsraten“, so Konzernsprecher Oliver Bartelt. „Bis Ende 2025 soll jedes fünfte Produkt aus unserem Haus alkoholfrei oder alkoholreduziert sein.“ Damit plant Anheuser-Busch mehr als doppelt so viele alkoholfreie Getränke abzusetzen als bisher, da der Anteil von derzeit 8% auf 20% ansteigen soll.

Daneben erschließen sich immer mehr kleine Brauereien den Markt. Die von Mikrobrauereien vertriebenen Craft-Biere erlangen einen immer größeren Marktanteil. So hat sich ihr Marktanteil in den letzten fünf Jahren von 5,7 auf zuletzt 11% fast verdoppelt.

Großbrauereien reagieren mit weiteren Übernahmen

Die Wachstumsraten der Mikrobrauereien sprechen für sich und werden von den Großbrauereien zunehmend erkannt. AB InBev reagierte auch hier mit zahlreichen Übernahmen.

So übernahm der belgische Konzern die US-amerikanischen Kleinbrauereien 10 Barrel Brewing aus dem Bundesstaat Oregon, Blue Point aus Long Island und die Elysian Brewing Company aus Seattle. Und SABMiller hatte vor der eigenen Übernahme durch AB InBev die britische Meantime Brewing Company aufgekauft.

Die immer stärkere Marktkonzentration auf dem Biermarkt spricht für einen Markt im Endstadium. Aus eigener Kraft können die Konzerne nicht mehr wachsen, müssen aber den Aktionären steigende Gewinne präsentieren. Durch Fusionen und anschließende Kostensenkungen kann die Zitrone noch eine Weile ausgepresst werden. Eine große Zukunft haben Bier-Aktien jedoch nicht.

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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