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Aktien: Hippes Risiko: Schwarminvestments in grüne Projekte – Gemeinsam Top oder Flop

Wer kennt das nicht, man muss sich als Anleger derzeit wirklich tiefgreifende Gedanken machen, um die Anlageform zu finden, die neben einem gewissen Maß an Sicherheit auch noch Gewinn abwirft.

Schließlich soll unser Geld für uns arbeiten – und das möglichst auch im Niedrigzinsumfeld, das uns schon Jahre begleitet und noch begleiten wird.

Die jüngsten Aussagen von US-Notenbank-Chefin Janet Yellen, die gestern vor dem Kongress ankündigte, die Zinsen aufgrund der soliden Wirtschaftsdaten weiterhin „behutsam“ anzuheben, wurden an der Börse entsprechend gewertet.

Die Experten sind sich einig, dass das auf ein weiter anhaltendes Niedrigzinsniveau hindeutet. Die Börsen freut´s, die Märkte wurden gestützt.

Unseren Standpunkt hier in der Redaktion kennen Sie. Es ist klar, dass an Aktien kein Weg vorbeiführt. In welcher Form auch immer. Was sich – nicht zuletzt aus der „Anlegernot“ heraus – da am Horizont auftut, sind Einladungen zu so genannten Crowd- oder Schwarminvestments.

Die gibt es dann für alle möglichen Branchen. Gerne wird hier auch auf das ökologische Gewissen der Anleger abgezielt. So können Privatinvestoren über Internetplattformen beispielsweise in grüne Start-ups und nachhaltige Projekte investieren. Das muss nichts Falsches sein, aber es ist Vorsicht geboten.

Nicht alles, was grün ist, ist ungefährlich

Wer über Crowdinvesting sein Geld in Unternehmen steckt, hat die Wahl zwischen Investments in Start-ups und solchen in junge Firmen, die zumindest schon eine mehrjährige Historie aufweisen können.

Start-up-Investments sind naturgemäß meist riskanter, denn die Erfahrung zeigt, dass viele Unternehmen in der Frühphase scheitern. Ob der vom Start-up gezahlte Zins für das Nachrangdarlehen wirklich das Risiko abbildet, können Anleger in dieser Phase meist kaum abschätzen.


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Plattformen wie beispielsweise Green Rocket haben sich auf grüne Unternehmensgründungen spezialisiert. Green Rocket hat zuletzt unter anderem das Unternehmen Exytron finanziert, einen Spezialisten für Energiespeicher. Anleger haben ein unbefristetes Nachrangdarlehen beigesteuert.

Dafür werden ihnen 5% Zinsen pro Jahr gutgeschrieben. Zusätzlich gibt es einen gewinnabhängigen Bonuszins. Zins und Darlehenssumme werden erst am Laufzeitende ausgezahlt. Nur der gewinnabhängige Bonuszins wird jährlich fällig – wenn es einen Gewinn gibt.

Achten Sie auf die Unternehmensphase

Einen anderen Weg wählen meist von Banken initiierte Crowd-Plattformen.

So betont etwa Axel Schmidt, Projektleiter bei GLS Crowd der GLS Bank, in einem Interview mit der WirtschaftsWoche: „Wir wählen nur Unternehmen zu Beginn der Wachstumsphase aus, weil das Risiko bei Start-ups für Privatanleger meist nur schwer einzuschätzen ist.“

So finanzierten die Bochumer gerade das Unternehmen HR Wind aus Mecklenburg-Vorpommern, das kleine Windkraftanlagen mit bis zu 25 Kilowattstunden Leistung entwickelt. Die Miniwindräder sollen vor allem in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt werden.

Windkraft- und Solaranlagen dominieren auch bei der Projektfinanzierung. Allein von Januar bis Juni dieses Jahres waren es 23 Projekte mit 4,8 Mio. Euro an Anlegergeld. Wie wirtschaftlich diese Anlagen arbeiten, hängt von der Einspeisevergütung ab.

Die ist bei Altanlagen, die bereits Strom produzieren, höher. Das Geld aus dem Schwarm ersetzt dabei auslaufende Kredite. So ist beispielsweise der Solarpark Sunfarming Sonnenwalde in Brandenburg seit 2012 am Stromnetz. Im Juni hat Econeers eine Schwarmfinanzierung von 350.000 Euro abgeschlossen.

Prüfen Sie Erfolgsbilanz und Erfahrung der Plattformen

Wie bei allen Investments, die Sie tätigen, erhalten Sie auch als Crowd-Investor in der Regel eine Informationsbroschüre über das geplante oder vorhandene Unternehmen, an dem Sie sich beteiligen wollen.


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Um aber das tatsächliche Anlagerisiko eines Schwarminvestments abzuschätzen, reichen diese Angaben oft nicht aus. Anleger sollten sich zusätzlich über die bisherige Erfolgsbilanz und die Erfahrung der Schwarm-Plattform mit Projekten in dieser Art informieren.

 

Der Aufwand lohnt sich, denn der Schwarm läuft mit seinem Geld öfter mal in die falsche Richtung. So sind 6% der seit 2011 in Deutschland gestarteten Schwarminvestments bereits in die Pleite gerutscht. Bei weiteren 7,4% hat sich die Crowd-Plattform vom Markt verabschiedet, bevor die Laufzeit des Investments ihr Ende erreicht hatte. Was aus diesen Projekten geworden ist, bleibt weitgehend im Dunkeln. Insgesamt befürchten die Experten, dass die Flopquote solcher Gruppenveranstaltungen steigen dürfte, denn viele Crowdinvestments sind gerade noch in der Startphase und müssen sich erst noch beweisen – oder eben auch nicht…

Etliche Flops in der Crowding-Szene

In der so genannten Crowdinvesting-Szene gab es allein in diesem Jahr einige spektakuläre Pleiten. So ging im Mai die Locomore GmbH & Co. KG aus Berlin in die Insolvenz. Über eine Schwarmfinanzierung hatten die Berliner 600.000 Euro eingesammelt.

Damit sollte ein energieeffizient betriebener Zugverkehr zwischen Berlin und Stuttgart finanziert werden. Am 14. Dezember vergangenen Jahres hatte Locomore seinen Zugbetrieb gestartet. Bereits wenige Monate später war Stillstand auf den Gleisen.

Die Zahl der Fahrgäste und die Einnahmen pro Fahrgast seien nicht schnell genug gestiegen, um die Verbindlichkeiten zu bedienen, so das Unternehmen.

Und hier sieht man ganz deutlich einen der entscheidenden Aspekte beim Investment in Jung-Unternehmen: Die Zeit. Oft brauchen gute Ideen zu lange, um sich durchzusetzen und somit auch rentabel zu arbeiten. Das Pulver ist nicht selten schon verschossen, bevor es richtig losgehen könnte.

Bei allem guten Willen: Seien Sie als Förderer junger Unternehmen kritisch

Wie auch immer Sie sich bei Ihrer Kapitalanlage entscheiden, wichtig ist stets eine fundierte Prüfung des Investments und aller Partner, die dahinter stehen. Und wer weiß, vielleicht haben Sie ja Lust, in der Gruppe jungen innovativen Unternehmen auf die Sprünge zu helfen.

Mit der richtigen Sorgfalt ist hier auch grundsätzlich nichts einzuwenden, aber – wie gesagt – bleiben Sie auf der kritischen Seite. Nicht immer reicht der gute Wille.

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