Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.
Aktien
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Aktien
vom
was derzeit an den Märkten passiert, sieht man selten. Aktuell scheint sich alles im Abwärtssog zu befinden.
DAX steht am Abgrund
Dass der DAX seit einiger Zeit fällt, sollte Sie nicht gerade überraschen. Inzwischen hat er exakt die untere Begrenzung seines Aufwärtstrendkanals erreicht.

(Quelle: Tradesignalonline.com) DAX, Candlestick-Chart, Tageskerzen
Sowohl in dem alternativen Elliott-Wellen-Szenario eines Lesers als auch nach der klassischen Charttechnik ist also eigentlich noch nichts angebrannt. Dennoch schrieb ich noch am Freitag:
"Ich bleibe dennoch so lange defensiv positioniert, bis das letzte Hoch vom 2. Mai bei 6.876 überschritten und zudem ein höheres Tief markiert wurde. Erst dann dürfte klar sein, dass wieder ein Trendwechsel hin zum bullischen Szenario stattgefunden hat."
Dow Jones mit einem Bein im Abgrund
Und das hat auch inzwischen gute Gründe, denn vorgestern unterschritt der Dow Jones eine sehr wichtige Chartmarke. Genau vor einer Woche, also am letzten Mittwoch schrieb ich, der Dow Jones hätte "noch Platz bis auf knapp 12.700 Punkte. Erst dort hätte er seinen aktuellen Seitwärtstrend verlassen und würde ebenfalls ein bärisches Signal liefern." Genau dieses Niveau wurde nun gebrochen.

(Quelle: Tradesignalonline.com) Dow Jones, Candlestick-Chart, Tageskerzen
Dow Jones folgt (endlich) den fundamentalen Daten
Erinnern Sie sich noch daran, dass ich fragte, wann die Kurse den negativen US-Daten folgen würden? Und erinnern Sie sich noch an den Beitrag vom 2. Mai, in dem ich schrieb: "Meine Warnung muss ich also einfach aufrechterhalten. Der Kursanstieg passt nicht so recht zu den Daten." Zu diesem Zeitpunkt markierte der Dow Jones gerade sein 4,5-Jahres-Hoch (siehe oberste waagerechte Linie im Chart).
Es ist also einmal mehr so, dass uns die fundamentale Analyse bereits frühzeitig auf die Kursverluste vorbereiteten.
Ölpreis deutet ebenfalls Konjunkturschwäche an
Und erinnern Sie sich auch an meinen Hinweis vom 4. Mai auf den stark fallenden Ölpreis? (Zitat: "Ist Ihnen auch aufgefallen, dass der Ölpreis inzwischen ebenfalls recht deutlich nachgegeben hat. Möglicherweise auch ein Hinweis auf eine Konjunktureintrübung?") Inzwischen gab der Kurs weiter nach, bei der Sorte Brent auf im Tief unter 110 USD.

(Quelle: Tradesignalonline.com) Brent-Öl, Candlestick-Chart, Tageskerzen
Dies bedeutet einen Kursverlust innerhalb weniger Wochen von fast 15%.
Euro folgt nun auch endlich der Krise
Ganz zu schweigen vom Euro, der gegenüber dem US-Dollar ebenfalls Schwäche zeigt. Lange hat sich der Euro gegenüber dem US-Dollar extrem stabil gezeigt, obwohl jeder bereits wegen der Schuldenkrise in Europa mit einer deutlicheren Schwäche gerechnet hatte. Nun (endlich) scheint sich die Krise im Euro-Kurs widerzuspiegeln, ähnlich die Konjunkturdaten nun im Dow Jones.

(Quelle: Tradesignalonline.com) EUR/USD, Candlestick-Chart, Tageskerzen
Auch gegenüber dem Yen befindet sich der Euro auf dem Rückwärtsgang. Es handelt sich also wahrscheinlich tatsächlich nun um eine Euro-Schwäche und nicht um eine Dollar-Stärke.
Warum fällt derzeit alles?
Hmm, der DAX fällt, der Dow Jones fällt, die Aktienmärkte also insgesamt, da auch der Nikkei und viele andere Indizes fallen, der Ölpreis fällt, auch die Preise anderer Rohstoffe fallen, der Euro fällt.
Fällt alles wegen der schwachen Wirtschaft?
Handelt es sich also um Kursverluste aufgrund einer schwächeren Weltkonjunktur (Aktienmärkte weltweit fallen, Ölpreise fallen, Rohstoffpreise fallen), die insbesondere durch die Euro-Schuldenkrise (Euro fällt) verursacht wurde?
Müssten dann nicht eigentlich die Edelmetalle steigen, weil Sie doch immer als Investment gegen Krisen angepriesen wurden? Doch beim Blick auf den Chart fällt auf: auch Gold und Silber fallen.

(Quelle: Tradesignalonline.com) Gold und Silber, Candlestick-Charts, Tageskerzen
Fällt alles wegen einem krisenbedingten Liquiditätsbedarf?
Es fällt also auf, dass sich eigentlich so ziemlich alles im Rückwärtsgang befindet. (Außer der Bund Future, doch hier könnte man im Umkehrschluss angeben, dass die Umlaufrendite fällt.) Könnte es also vielmehr so sein, dass die Anleger (und hier insbesondere die Big Player) Liquiditätsbedarf haben und daher alles abstoßen müssen? Lautete nicht genau so auch das Argument eines Lesers zum fallenden Goldpreis, dass im Falle einer Verschärfung der Krise die Großanleger Positionen liquidieren müssen?
Fällt alles wegen dem Mai-Effekt?
Oder ist es vielleicht auch einfach kein Zufall, dass ich in fast jeden Chart eine senkrechte Linie eingezeichnet habe, die auch noch zufällig den 1. Mai markiert, an dem zufällig die Kursverluste begannen oder zunahmen? - Stichwort "sell in may and go away"!
Fällt alles wegen einer unglücklichen Mischung?
Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem: schwächelnde Konjunktur, Verschärfung der Krise (Neuwahlen in Griechenland), Liquidation von Positionen durch Großanleger, Rettung in den einzig verbliebenen sicheren Hafen Deutschland (Bund Future), Mai-Effekt.
Die Puzzlestücke fügen sich zusammen
Machen Sie sich einmal Ihre eigenen Gedanken dazu. (Und schreiben Sie mir doch einmal, welche Gründe Sie sehen!) Ich habe Ihnen heute einfach den Hinweis gegeben, dass derzeit alles im Abwärtstrend zu sein scheint. Und mit den Beiträgen, die sich hinter den vielen Verlinkungen im heutigen Text befinden, habe ich Ihnen die Gründe dafür auch längst geliefert. Ich denke, heute erkennt man vielleicht lediglich den Zusammenhang besser. Und es zeigt sich, dass es wichtig und vielleicht auch hilfreich sein kann, den Wave Daily regelmäßig zu lesen ;o)
Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus
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- Kommentar von Klaus Haag
Sehr geehrter Herr Weisenhaus im Daxchart befindet sich augenscheinlich ein gap-up bei 5500 zum Jahresende 2011. Kann es sein dass dieses anhand der trüben Stimmung recht zügig geschlossen wird, Aufwärtstrendkanal hin oder her ? MfG Klaus Haag
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus:
Guten Tag, Herr Haag! - - - Nicht jedes Gap wird geschlossen und ein offenes Gap scheint derzeit auch nicht unser größtes Problem zu sein. Die Konjunktur in Europa liegt am Boden, der Hoffnungsschimmer bzgl. der US-Konjunktur hat deutlich an Glanz verlorsen, China schwächelt, die Schuldenkrise nimmt kein Ende, wir stehen vor einer saisonal schwierigen Phase, charttechnisch haben alle Signale auf verkaufen gedreht, usw. - - - 5.500 Punkte scheinen vor diesem Hintergrund durchaus erreichbar. Allerdings ist die Bewertung nach wie vor günstig, weshalb kleine positive Signale auch schnell das Ende der Korrektur bedeuten können. Ein neuer Abwärtstrend ist keinesfalls schon ausgemachte Sache. Im November 2011 ist der Dow Jones auch um 1.000 Punkte eingebrochen, nahm dann jedoch den Aufwärtstrend schnell wieder auf. - - - Man sollte derzeit einfach zunächst abwarten, wie ich es auch im Wave Daily empfohlen habe. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus