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Lufthansa Aktie: Lufthansa-Aktie: Die echten Ergebnissprünge werden erst noch kommen

Die Aktie der Deutschen Lufthansa ist wegen des Ufo-Streiks mal wieder flügellahm. So hat der Streik des Kabinenpersonals den Lufthansa-Aktionären den Wochenstart vermiest. Am gestrigen Montag war die Aktie zwischenzeitlich zweitschwächster Wert im DAX. Auch auf Jahressicht liegen die Anteilsscheine der Airline im Minus, während der deutsche Leitindex inzwischen ein Plus von rund 12% aufweist.

Der Lufthansa-Konzernvorstand hatte am Montag der Gewerkschaft Ufo ein neues Angebot vorgelegt. Die Kranich-Airline hatte den rund 19.000 Flugbegleitern der Kerngesellschaft Lufthansa eine höhere Einmalzahlung für dieses Jahr und einen früheren Einstieg in den Vorruhestand angeboten. Das nachgebesserte Angebot hat bisher allerdings noch keine Bewegung im Streik gebracht.

Die Stewards und Stewardessen setzten am heutigen Dienstag in Frankfurt, München und Düsseldorf wie geplant ihren Arbeitskampf fort und ließen 126 Interkontinentalflüge ausfallen. Auch zehn Europaverbindungen wurden gestrichen.

Im Vergleich zum Vortag, als fast 1.000 Flieger ausfielen, war das aber ein deutlich reduziertes Streikprogramm. Die Gewerkschaft hat jedoch angekündigt, den Streik noch bis einschließlich Freitag dieser Woche fortsetzen zu wollen.

Vorstand stockt eigene Aktien auf

Um die neue Streik-Runde bei der Lufthansa soll es uns heute aber gar nicht gehen. Vielmehr gab es in den vergangenen Tagen einige Insiderkäufe von Lufthansa-Chef Carsten Spohr und drei weiteren Mitgliedern des Vorstandes zu beobachten.

Sie nutzen das vergünstigte Preisniveau, um sich weiter mit unternehmenseigenen Aktien einzudecken. Insgesamt erwarben die Manager am 29. und 30. Oktober 29.105 Lufthansa-Aktien für ein Gesamtvolumen von 389.914 Euro.

DatumName InsiderStellungAnzahlKurs in EuroVolumen in Euro
30.10.2015Simone MenneVorstand8.93513,43119.997
30.10.2015Bettina VolkensVorstand8.93513,43119.997
30.10.2015Harry HohmeisterVorstand8.93513,43119.997
29.10.2015Carsten SpohrVorstands- vorsitzender2.30013,0129.923

Starkes drittes Quartal

Zudem hat die Lufthansa ein starkes drittes Quartal hinter sich, das die ohnehin schon hoch gesteckten Erwartungen der Analysten noch übertroffen hat. Zugute kamen der Fluggesellschaft ein niedriger Kerosinpreis und die Früchte des fortdauernden Sparkurses.

Im wichtigen Sommerquartal von Juli bis September erzielte das DAX-Unternehmen einen Umsatz von 8,9 Mrd. Euro und damit 6% mehr als ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBIT legte um 51% auf 1,2 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich kletterte der Überschuss um fast 42% auf 794 Mio. Euro. Damit verdiente der Konzern mehr als von Analysten erwartet.

Billiges Kerosin beflügelt Gewinnpläne

Dank der niedrigen Treibstoffpreise und des überraschend guten Sommergeschäfts hob Vorstandschef Spohr nach den ersten neun Monaten die Prognose für das Gesamtjahr an: Im laufenden Jahr soll das bereinigte EBIT, die zentrale Kennziffer des Konzerns, jetzt zwischen 1,75 und 1,95 Mrd. Euro betragen. Das wäre ein neuer Rekord. Bislang war Deutschlands größte Airline von einem bereinigten EBIT von „mehr als 1,5 Mrd. Euro“ ausgegangen. Dies wurde indes mit 1,69 Mrd. Euro schon in den ersten neun Monaten übertroffen.

Außerdem rechnet die Lufthansa für 2015 jetzt nur noch mit Treibstoffkosten von 5,7 Mrd. Euro, rund 300 Mio. Euro weniger als zuletzt gedacht. Für das kommende Jahr wagte Finanzchefin Simone Menne jedoch noch keine konkrete Vorhersage. Denn abseits des Kerosins sah es nicht ganz so gut aus. „Ohne die Effekte von Treibstoffkosten und Währungen sind die Stückkosten im dritten Quartal weiter gestiegen“, sagte Menne.


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Auch die Personalkosten kletterten um 8% und die Gebühren um 8,5%. „Mit dieser Entwicklung können wir nicht zufrieden sein.“ Auf den Rückenwind niedrigerer Ölpreise kann die Gesellschaft freilich nicht dauerhaft bauen. Deswegen geht der eingeleitete Sparkurs weiter. Für 2016 sind bereits Effizienzsteigerungen im Volumen von 1 Mrd. Euro definiert.

Der Aktionärsbrief: Die echten Ergebnissprünge werden erst noch kommen

Wie hilfreich die positiven Effekte bei den Kerosinkosten für die Lufthansa aber tatsächlich sind, veranschaulichen die Experten von Der Aktionärsbrief:

„Die Situation am Ölmarkt wird den Lufthansa-Gewinn noch einige Jahre treiben. Grundsätzlich erfolgt bei der Lufthansa eine monatliche Absicherung von jeweils bis zu 5% des Kerosin-Exposures für bis zu 24 Monate in Bandbreitenoptionen und sonstigen Sicherungskombinationen. Mithin werden die echten Ergebnissprünge in 2016 und 2017 erst noch kommen. Nach den ersten neun Monaten 2015 lagen die Treibstoffkosten gerade mal 12% unter dem Vorjahresniveau.

Die Ölpreise haben sich jedoch halbiert. Daran erkennen Sie, welchen Effekt die niedrigen Ölpreise in den nächsten Quartalen noch haben werden. Wir rechnen per 2016 nochmals mit einem positiven Effekt auf den operativen Gewinn von rund 1 Mrd. Euro. Nur wenn der Ölpreis deutlich über 70 Dollar klettern würde (davon ist aufgrund des Überangebotes nicht auszugehen), wäre dieses Szenario hinfällig. Dann liegt dieser bereits bei 2,75 bis 2,95 Mrd. Euro. Das steht gegen einen Börsenwert von gerade einmal 6,2 Mrd. Euro. Per 2016 wird Lufthansa demnach lediglich mit dem 2,2-fachen EBIT bewertet.“

Equinet: Negatives Umfeld im Aktienkurs bereits eingepreist

Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für die Lufthansa-Aktie angesichts des Tarifstreits mit den Flugbegleitern auf „Reduce“ mit einem Kursziel von 20 Euro belassen. Die Gewerkschaft Ufo habe auch den neuen Vorschlag der Fluggesellschaft ausgeschlagen und die Streiks gingen weiter, schrieb Analyst Jochen Rothenbacher in einer aktuellen Studie.

Dies sei insbesondere deshalb negativ, da der Ausstand den Konzern schätzungsweise etwa 20 Mio. Euro pro Tag koste und das Image als Qualitätsairline leide. Allerdings sei das negative Umfeld im Aktienkurs bereits überproportional eingepreist, begründete der Analyst sein „Kaufen“-Votum.

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Über den Autor Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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