Aktien-Trading
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 8. April 2011, 18:00 Uhr
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wie gestern im Beitrag „Bevor Sie mit dem Aktien-Trading anfangen" angekündigt, schauen wir uns heute einmal das Salz in der Rendite-Suppe an, also das Handeln mit Aktien. Auf die Frage, wie Sie dabei am besten vorgehen, gibt es eine eindeutige Antwort:
Es kommt darauf an!
Diversifikation: Streuen Sie ihr Glück beim Aktien-Trading
Börsenneulinge sollten nie, wirklich nie, mehr als 3% Ihres für Aktien zur Verfügung stehenden Kapitals in einen einzelnen Wert stecken. Allerallerhöchstens 5 Prozent.
Manche Profis setzen zeitweise 10 oder gar 20 Prozent ihres Geldes auf eine Karte. Allerdings müssen diese dann schon ganz genau wissen, was sie tun. Ich selbst würde nicht so verfahren; selbst oder gerade erst recht nicht, wenn ich einen ganz heißen Tipp bekomme...
Stellen Sie sich vor, Sie haben 100.000 Euro und platzieren jeweils 20.000 Euro in fünf verschiedene Aktien. Wenn ein einzelner Wert dann um 10% fällt, müsste ein anderer etwa 11% im Gewinn liegen, um das Depot wieder auszugleichen, auf plus/minus Null. Das ist ja noch im Bereich des Möglichen. Aber dann geht es los.
Liegt eine Aktie 20% im Minus, muss sie 25% wieder aufholen (oder eine andere Aktie muss eben 25% im Plus liegen). Und wenn eine Aktie 40% in den Miesen liegt, wären schon 67% nötig. Die folgende Tabelle veranschaulicht dies:
| Verlust in Prozent | nötiger Gewinn in Prozent |
| 10% | 11% |
| 20% | 25% |
| 30% | 43% |
| 40% | 67% |
| 50% | 100% |
| 60% | 150% |
| 70% | 233% |
| 80% | 400% |
| 90% | 900% |
Psychologie
Daneben kommt noch der psychologische Effekt ins Spiel. Wenn Sie mit einem 100.000-Euro-Depot im Laufe der Zeit (über Jahre hinweg!) in 50 verschiedene Werte investieren, dann fällt es Ihnen auch leichter sich von einer Verlust-Position zu trennen (natürlich spielt die Cash-Quote eine sehr große Rolle, mehr hierzu in der nächsten Woche).
Liegen Sie bei 50 Werten mit einer Position mit z.B. 10% im Minus, sind das gerade einmal 0,2 Prozent bezogen auf das Gesamtdepot.
Dasselbe Spiel mit nur 5 Werten und ihr Depot liegt schon 2 Prozent hinten... und da vergisst man schon einmal gerne seinen vorher festgelegten Stopp auch einzuhalten (und die Verlust-Position zu verkaufen).
Der schnelle Investor
Im Laufe der Zeit hörte ich immer wieder dieselbe Frage: „Hey Tom, Du bist doch Aktien-Checker. Ich habe gerade 100.000 Euro frei und möchte jetzt mal bisschen mit Aktien zocken. Was soll ich machen?"
Meine Antwort ist immer: „Lesen, informieren und anfangs kleine Brötchen backen. Erst ein Gefühl für Kursentwicklungen bekommen... und dann mit wenig Geld in die ersten Aktien einsteigen. Schau Dir zum Beispiel mal eine Cisco-Aktie an - wenn Du zocken willst... oder den ÖkoDax, wenn Du eher langfristig denkst. Aber setze allerhöchstens 3.000 bis 5.000 Euro je Position ein und setze Stopps."
Chart Aktientrading mit Cisco
Für Techniker, im unteren Chartteil: CCI in der 256er Einstellung
Dann erhalte ich meist ein enttäuschtes Gesicht und die Antwort: „Ach, ich wollte eigentlich meine 100.000 nur in zwei drei Werte stecken und dann abwarten wie sich das Geld vermehrt..."
Naja, wer will das nicht? Aber so läuft das Spiel nun mal nicht. Wie gesagt: Für das Aktien-Trading brauchen Sie vor allem eines: Zeit...
Und das wollte ich Ihnen für heute mitgeben: Diversifikation, also in diesem Falle "Aktienstreuung", ist alles! Nächste Woche geht es dann weiter mit Aktien-Strategien.
Viel Erfolg an der Börse und ein schönes Wochenende
Ihr
Tom Firley
PS: Bitte beachten Sie das sehr interessante Interview mit Herrn Kallwass (Market Outperformer)
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