Aktien sind Sachwertinvestments...
Franz-Josef Buskamp in Investors Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 16. April 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
...und werden von der Inflation profitieren!
Lieber Leser,
vor dem Hintergrund eines schwierigen konjunkturellen Umfelds im Vorjahr meldete die Mehrheit der Unternehmen eine zuversichtliche Entwicklung ihrer Geschäftszahlen. Besonders profitieren konnten die Versicherungsgesellschaften von der Erholung an den Finanzmärkten. Das wirkte sich positiv für
Allianz, Münchener Rück und Hannover Rück aus, wenngleich die positive Ertragslage nur bei der Letztgenannten für einen Höhenflug der Aktie sorgte. Die Börse konnte das beste Jahr in der Geschichte der Hannover Rück nicht ignorieren.
Eine Ausnahme stellte die Swiss Re dar, die während der Finanzkrise erheblich Federn lassen musste. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer hatte sich mit Schrottpapieren verspekuliert, anschließend wurde das Depotmanagement auf absolute Sicherheit umgestellt. Das war nur mit Absicherungsgeschäften möglich, die ihren Preis hatten, sodass die Swiss Re letztlich nicht an den deutlichen Erholungen der Finanzmärkte partizipieren konnte. Damit wurde auch unterstrichen, dass vollständige Sicherheit ihren Preis hat.
Trotz der guten Vorgaben zeigen sich die Rückversicherer in ihren Ausblicken für dieses Jahr eher zurückhaltend, da sie nicht von einer Wiederholung der enormen Kapitalmarktgewinne ausgehen. Dies wiederum ist zu relativieren, da die meisten Versicherer den Aktienmärkten den Rücken gekehrt haben, was sich im Rückblick auf 2009 als falsch herausstellte. Hier handelt es sich aber um keine neue Erfahrung. Seit der Jahrtausendwende sind die Versicherer mit den Aktienmärkten über Kreuz. Seinerzeit waren sie in Aktien überinvestiert, um dann im Zuge der Baisse ihre Bestände drastisch zu minimieren.
Unternehmen bleiben bei Prognosen vorsichtig
Die meisten Unternehmen sind in ihren Ausblicken für dieses Jahr vorsichtig bzw. verzichten vollständig auf Prognosen hinsichtlich der Gewinnentwicklung. Denn nach wie vor ist unklar, inwieweit die Dynamik der staatlichen Konjunkturhilfen ausreichen wird. So ist bereits im zweiten Halbjahr damit zu rechnen, dass die Wirkung der Staatshilfen nachlässt.
Ist dann ein selbsttragender Aufschwung möglich? Beobachtet man insbesondere in den USA die Kreditnachfrage, muss dies bezweifelt werden. In den Jahren ab 2003 basierte der Konjunkturboom hauptsächlich auf der hohen Kreditnachfrage. Die damit einhergehende Verschuldung der US-Verbraucher hat sich noch lange nicht wieder einem Normalmaß angenähert. Hier wirkt sich auch die nach wie vor schleppende Entwicklung an den US-Immobilienmärkten belastend aus.
Was geschieht jedoch ohne selbsttragenden Aufschwung? Da im Verlauf des zweiten Halbjahres mit einer konjunkturellen Abschwächung zu rechnen ist, werden die Notenbanken mit Liquiditätsschüben gegenhalten. Diese wiederum werden höchst inflationäre Folgen haben. Davon werden letztlich Aktien als Sachwertinvestments profitieren. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Anleger in Aktien unterinvestiert sind.
Daraus resultiert zwar keine säkulare, also langfristige Hausse, aber die Fortsetzung der zyklischen Aktien-Hausse ist vor diesem Hintergrund möglich. Das beinhaltet im späteren Verlauf das langsame Herantasten an die alten Index-Höchststände. Aus heutiger Sicht verfügen die Aktienmärkte somit über ein höheres Gewinnpotenzial als Anleihen.
Herzlich Ihr
Franz-Josef Buskamp, Chefredakteur Value Investor.
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