Aktien – langfristig keineswegs immer gut
Michael Vaupel in Investors Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 23. September 2003 18:00 Uhr
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Während ich darüber nachgedacht habe, was ich heute schreiben könnte, ist mir eingefallen, dass ich vor rund 3 Monaten im Investor's Daily über eine interessante Studie des BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) berichtet hatte. Diese Studie ist mittlerweile um die Zahlen des letzten Quartals erweitert worden – weshalb ich heute darüber schreiben möchte. Studie des BVI: Das klingt relativ trocken. Ist es aber nicht (vielleicht ein wenig), denn diese Studie macht Schluss mit weiterbreiteten, festgefahrenen Ansichten. Also, darum geht es (Leser meines Börsenbriefes Optionsschein-Profits wissen schon Bescheid):
Gehören auch Sie zu den Anlegern, die mit Aktien in den letzten Jahren zwar deutliche Verluste erlitten haben – aber dennoch glauben, dass die Aktien "langfristig immer steigen?" Dann muss ich Sie enttäuschen: Die gerade erwähnte aktuelle Studie vom BVI zeigt genau das Gegenteil. Demnach haben Aktienfonds-Sparpläne, die hauptsächlich in Deutschland investieren, in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich 7,1 % pro Jahr VERLOREN. Erst im Bereich 20 Jahre wird die Performance wieder positiv – auch wenn sie mit durchschnittlich +2,4 % pro Jahr nicht gerade üppig ausfällt. Zum Vergleich:
Die Rentenfonds schnitten deutlich besser ab. Mit einem monatlichen Rentenfonds-Sparplan (Schwerpunkt Euro) konnte man in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 4,9 % pro Jahr GEWINNEN. Im Bereich 20 Jahre waren es durchschnittlich 6,1 % Plus pro Jahr. Was kann man aus diesen Zahlen für Schlüsse ziehen? Zunächst einmal: Nehmen Sie Abstand von der allgemein anerkannten Aussage, dass Aktien langfristig "jede andere Anlageform schlagen". Das ist kein Naturgesetz, wie die aktuelle BVI-Studie zeigt! Überlegen Sie sich deshalb einmal grundsätzlich, wie Sie Ihr Depot strategisch positionieren können. Ein Vorschlag von mir:
Investieren Sie zu 90 % in "sichere Anlagen". Das sind neben einem signifikanten Posten Euro-Staatsanleihen (am besten Rentenfonds-Sparplan) in erster Linie die strategischen Zertifikate, die ich auch im Optionsschein-Profits empfehle. Also Gold- und Rohstoff-Zertifikate, sowie EUR/US$ Powercalls. Das sichert Ihnen eine Performance von mindestens 10 % pro Jahr. Mit den restlichen 10 % Ihres Gesamtvermögens gehen Sie dann in die spekulativen Trades – darunter Turbo-Optionsscheine. Denn nur mit solchen Scheinen sind auch einmal schnelle 100 % Plus drin. Und: Selbst wenn Sie mit allen spekulativen Trades einen Totalverlust erleiden würden, so würden die "sicheren Anlagen" das nach ungefähr einem Jahr wieder ausgleichen. Ich empfehle Ihnen diese Depot-Aufteilung – die übrigens vollständig ohne Aktien auskommt! Zugegeben – kein konventioneller Ansatz. Aber einer, der meiner Meinung nach sehr viel Sinn macht.