Aktien der "Emerging Markets" und der Währungseffekt
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 22. Juli 2011, 12:00 Uhr
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Es gibt einen wichtigen Punkt, den Sie beim Kauf von Fremdwährungs-Aktien beachten müssen. Das gilt besonders für kleine Pennystock-Werte, in denen die Umsätze sehr gering sind (übrigens ist das auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt bei Investments in Rohstoff-Explorer).
Es geht um die Währungsumrechnung. Konkret:
Bei der Währungsumrechnung geht es darum, ob eine Aktie in Deutschland im Vergleich zu dem eigentlichen Preis an der Heimatbörse zu einem fair umgerechneten Kurs notiert.
Das ist bei kleinen Werten leider nicht immer der Fall. Eigentlich muss ein Kurs in Deutschland ja den exakten Kurs der Heimatbörse widerspiegeln, nachdem dieser durch das Währungsverhältnis in EUR umgerechnet wurde.
Doch Anleger bezahlen an den deutschen Börsen oft Preise, die gegenüber dem realen Kurs an der Heimatbörse viel zu hoch oder zu niedrig sind. Der Kurs einer ausländischen Aktie, die in Deutschland gelistet ist, ergibt aus folgender Gleichung:
Originalkurs an der Heimatbörse x Wechselkursverhältnis der Landeswährung zum Euro
------------------------------------------------------------------------------>
ADR/GDR-Verhältnis
Also: Der Originalkurs wird mit dem Wechselkurs multipliziert und dann durch das Anteilsverhältnis der ADR/GDR-Notierung geteilt (z.B.: 1:10). Wenn es eine 1:1-Notierung ist, dann entfällt natürlich der letzte Schritt.
Leider ist es gerade bei Werten mit niedriger Liquidität so, dass die Kurse nicht immer fair umgerechnet werden. Da tauchen in Deutschland plötzlich Aktienkurse auf, die bei einer realen Währungsumrechnung zum Originalkurs an der Heimatbörse schnell einen Aufschlag von 5% oder mehr zum Vorschein bringen.
Deshalb ist es unerlässlich, dass Sie vor einer Kauforder den Originalkurs an der Heimatbörse checken und anhand des aktuellen Wechselkurses in EUR umrechnen. So erhalten Sie den fairen Wert und können verhindern, dass Sie zu überteuerten Kursen in eine Aktie einsteigen.
Wenn Sie nur das beachten, werden sich Ihre Verlustrisiken bei "Emerging-Markets"-Werten deutlich reduzieren.
Vergessen Sie nicht: Es geht nicht darum, dass Sie überhaupt keine Verluste mehr machen. Das ist unrealistisch.
Es geht darum, vermeidbare Verlustquellen zu vermeiden. Und dafür zu sorgen, dass die Gewinne die verbleibenden Verluste übertreffen. Es zählt das, was am Ende unter dem Strich übrig bleibt. (Oder wie hatte das Helmut Kohl formuliert...)
Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein schönes Wochenende!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ellen N (25.07. 2011 17:43 Uhr):
Ich hatte eine Aktie (WKN 971081), die vorwiegend in Amsterdam gehandelt wird. Der Kauf- Kurs dort lag fast 2 Euro unter dem Wert an deutschen Börsen. (gleiche Uhrzeit). Das war einfach zu erkennen, da hier ja keine Währungsumrechnung nötig ist. Eine Kauforder mit Limit und dem niedrigen Preis der amsterdammer Börse wird hier aber nicht bedient. Erst wenn der Kurs in Amsterdam 2 Euro unter meinem Limit liegt wird in Deutschland zu meinem Limit ausgeführt..
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