Aktie im Fokus: Conergy
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 7. Oktober 2009, 14:30 Uhr
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"Bye bye Pennystock", heißt es heute für Conergy. Der Aktienkurs des angeschlagenen Solarunternehmens legte heute im frühen Handel um rund 15 Prozent zu und knackte erstmals seit Mai wieder die Schwelle von 1 Euro.
Bereits gestern hatte sich im späten Xetra-Handel dieser Kurssprung angedeutet. Grund für das satte Plus: Die Nordlichter erzielten im Gerichtsstreit mit dem Waferhersteller MEMC einen Zwischenerfolg. MEMC zog seine Gegenklage gegen das TecDax-Unternehmen bei einem New Yorker Bezirksgericht zurück.
Einigung mit MEMC rettet Existenz
Die beiden Unternehmen streiten seit Monaten über die Auflösung eines im Jahr 2007 geschlossenen, milliardenschweren Vertrages über die langfristige Lieferung von Silizium. Der Rohstoff sollte in der Fabrik von Conergy in Frankfurt an der Oder zu Solarzellen verarbeitet, die dann in Module eingebaut werden. Der Vertrag wurde zu einem Zeitpunkt geschlossen, als Silizium noch teure Mangelware war. Inzwischen ist der Preis für den Solar-Rohstoff aber deutlich gesunken und Conergy möchte den Vertrag auflösen, da damit ein rentabler Betrieb der Fabrik nicht möglich wäre. Dagegen sperrte sich MEMC.
Im April dieses Jahres reichte Conergy Klage auf Vertragsauflösung bei dem New Yorker Gericht ein. Vorstandschef Dieter Ammer begründete dies damit, dass der Vertrag sein Unternehmen in seiner Wettbewerbsfähigkeit einschränkt. Die vereinbarten Zahlen stellte Ammer ein. Dagegen hatte MEMC wiederum Gegenklage eingereicht, die das Unternehmen nun fallen ließ. In der vergangenen Woche hatten die beiden Unternehmen Gespräche über eine gütliche Einigung aufgenommen.
Für Conergy ist der Ausgang des Verfahrens nach eigenen Angaben von Existenz entscheidender Bedeutung. Und auch Branchenkenner sind sich sicher, dass ein Scheitern der Verhandlungen das Aus für Conergy bedeutet hätte. Umso bedeutender ist dieser Zwischenerfolg für die Zukunft des Unternehmens. Wie aber wird es nun weiter gehen bei den Hamburgern? Und wie ist der TecDAX-Wert nach diesem Teilerfolg einzuschätzen.
Nur etwas für Solar-Zocker
Soviel kann grundsätzlich erst einmal voran gestellt werden. Die Analystenschar ist schon seit geraumer Zeit not amused" über den Solartitel und rät "Finger weg von Conergy". Dass sich daran nun etwas ändert, wage ich zu bezweifeln. Wenn der Titel auch für Spekulanten kurzfristig hier und da einige attraktive Zocker-Gelegenheiten bietet, bleiben bei Conergy einige markante Belastungsfaktoren zu beachten.
Zwar zeigt die Restrukturierung des angeschlagenen Konzerns erste Erfolge, doch die Verschuldungsquote von satten 211 Prozent begrenzt die Wachstumsmöglichkeiten doch enorm. Außerdem könnte der weitere Verfall der Modulpreise aufgrund des Überangebotes in diesem Segment, wie zuletzt im Juni, für negative Überraschungen sorgen. Das "Tal der Tränen" ist also noch nicht endgültig durchschritten, wenn auch erste Lichtstreifen den Horizont von Conergy erleuchten.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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