Agrarrohstoffwissen: Was ist die „Stocks to use ratio“?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 24. Juli 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
die Formulierung Stocks to use ratio" hört und liest man ja im Zusammenhang mit Analysen und Prognosen in Bezug auf die Agrarrohstoffe, insbesondere bezüglich der an den Rohstoffbörsen handelbaren Getreidesorten sehr oft. Auch ich habe die Formulierung gestern im Rohstoff-Daily zur Untermauerung der Argumentation bezüglich meiner Überlegungen zu den Sojabohnen genutzt.
Hernach stellte ich mir allerdings die Frage ob es nicht einmal einer grundlegenden Erklärung oder Definition dieser Formulierung bedarf. Sie kennen das sicher, überall in der Fachwelt werden Ausdrücke und Formulierungen genutzt, hinter denen aber ein ellenlanger Rattenschwanz" an Informationen, Überlegungen, Wissen und Berechnungen steckt. Nehmen wir als Beispiel nur einmal einen Optionsschein. Jeder Anleger weiß was ein Optionsschein ist. Aber weiß auch jeder was Delta und Gamma bedeuten oder in welcher Abhängigkeit zur Volatilität sich der Optionsscheinpreis bewegt? Dies ist nur ein Beispiel, welches deutlich macht, wie viel Wissen und Information hinter eigentlich bekannten Dingen stecken kann. (Sollten Sie an grundlegendem Basiswissen für die Investition mit Optionsscheinen interessiert sein, können Sie auch gerne einmal einen Blick auf das Archiv des vom Investor-Verlag kostenlos angebotenen Devisen-Monitor-Newsletters werfen; dort habe ich - in aller Bescheidenheit - bislang zwei Reihen unter dem Titel Wissenswertes zu Volatilität" und Investieren mit Optionsscheinen" abgehandelt, gegenwärtig läuft immer mittwochs und freitags eine Reihe mit dem Titel Die Optionsschein-Griechen"; an jedem Montag erwartet Sie ein aktueller Kommentar des von mir sehr geschätzten Bill Bonner).
Nun gut, ich war schon immer der Meinung, dass zu viel Wissen nicht schaden kann! Im Gegenteil, bin ich der Überzeugung, dass man Zeit seines Lebens keine Gelegenheit auslassen darf um sich so viel Wissen und Informationen anzueignen, wie möglich. Das verhindert unliebsame Überraschungen und kann einem bisweilen auch einen entscheidenden Vorteil liefern.
So nun aber genug der klugen Sprüche, ich habe nämlich beschlossen mich künftig wieder mehr dem Rohstoff-Basiswissen zu widmen. Dazu gehört auch der heutige Beitrag mit dem ersten Teil einer losen Reihe unter dem Titel Agrarrohstoffwissen".
So werden wir uns heute in Teil 1 ausführlich mit der stocks to use ratio" befassen.
Definition: was ist die stocks to use ratio"?
Die "stocks to use ratio" ist ein Maß für das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage in einem bestimmten Rohstoff. Hieraus wird ersichtlich inwieweit die Restlagerbestände eines bestimmten Rohstoffs die Nachfrage, oder besser den kompletten Verbrauch befriedigen können. Die stocks to use ratio" wird in Prozent angegeben.
Wenn Sie also solch ein Prozentzahl zum Beispiel für das kommende Jahr lesen, dann geht es hierbei um eine Einschätzung dahingehend wie lange die Restlagerbestände (also im kommenden Jahr) den Verbrauch decken können, bevor - bei einem Agrarrohstoff - die neue Ernte eingefahren wird.
Die stocks to use ratio" ist ein wichtiger Indikator dafür herauszufinden wie eng das Angebot- und Nachfrageverhältnis für einen Rohstoff ist. Bei Agrarrohstoffen kann sie auch als Indikator für ein mögliches künftiges Aussaatverhalten der Farmer oder als einer der Indikatoren für eine Preisprognose genutzt werden.
Die stocks to use ratio" lässt sich im Grunde sehr einfach berechnen. Lesen Sie dazu im zweiten Teil mehr.
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