Agrarrohstoffe werden knapp – müssen wir bald Hunger leiden? Was Sie dagegen tun können
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 18. Januar 2007 17:00 Uhr
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Lieber Leser,
was ist los mit Rohstoffen? Sicher haben Sie sich das in den letzten Wochen und Monaten auch immer wieder gefragt. Hatte man 2005 und 2006 phasenweise den Eindruck es gebe überhaupt keine andere Asset-Klasse mehr, so ist die Pipeline an Rohstoff-Meldungen und -Empfehlungen inzwischen schon fast versiegt. Sehen Sie sich im Internet zum Beispiel die Seite von zertifikateweb.de an. Unter den gefragtesten Zertifikaten seit dem 19. Dezember 2006 steht dort erst auf Platz 6 ein Basket-Zertifikat auf Uran. Vor einem Jahr belegten dagegen wochen- und monatelang nur Rohstoffzertifikate die Spitzenplätze. Von Erdöl und Gold spricht derzeit fast niemand mehr.
Grund für den Hype bei vielen Rohstoffen in den letzten Jahren war sicher nicht nur das starke globale Wirtschaftswachstum. Bei vielen Rohstoffen mischten auch Spekulanten kräftig mit. Auslöser dieses Booms war sicher das jahrelang sehr niedrige Zinsniveau in Euroland und den USA. Es gab damit genug billiges Geld für die Spekulation in Rohstoffe, als Assets, die keine Zinsen abwerfen.
Trotzdem sollten Sie das Thema Rohstoffe nicht völlig vergessen. Wir bekommen nämlich heimlich still und leise den nächsten Boom. Und den könnte sogar jedermann – nicht nur Anleger und Spekulanten – zu spüren bekommen. So konnte ich heute Morgen in der Zeitung lesen, dass in Deutschland inzwischen nicht nur Bio-Lebensmittel sondern auch verschiedene normale Lebensmittel langsam immer knapper werden. Zum Beispiel Fleisch oder Getreide als Grundstoff für Brot.
Das hat verschiedene Gründe. Einmal ist da natürlich die steigende Nachfrage aus bisherigen Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort steigen die Einkommen und damit auch die Nachfrage nach Lebensmitteln. Wegen der gestiegenen Einkommen sind inzwischen beispielsweise schon 60 Millionen Chinesen übergewichtig. Das macht mir aber weniger Sorgen. Die bekomme ich aber, wenn ich mir die Felder im Land ansehe. Wegen der hohen Energiepreise und dem Run auf Biotreibstoffe bauen nämlich immer mehr Landwirte nicht mehr Getreide an, sondern setzen auf Raps als Grundstoff für Diesel.
[Fortsetzung weiter unten]
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