Agrarrohstoffe - Jahresrückblick 2009
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 9. Februar 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
ab heute wollen wir uns noch der letzten Rohstoffklasse unseres Jahresrück- und Ausblick-Zyklus widmen: den Agrarrohstoffen!
Agrarrohstoffe in 2009 - stärkere Einflussnahme von Fundamentaldaten
Während 2009 als Jahr der Erholungsrallye für so manche Rohstoffklasse (wie zum Beispiel die Industriemetalle und auch die Öl- und Edelmetallpreise hatten ja schön zugelegt) gelten kann, orientierten sich die Agrarrohstoffpreise wesentlich stärker an der jeweiligen fundamentalen Ausgangslage.
Generell entwickelten sich die Agrarrohstoffe im vergangenen Jahr mit tendenzieller Seitwärtsbewegung im Allgemeinen schwächer als die übrigen Rohstoffklassen. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede, was die Entwicklung der einzelnen Agrarrohstoffpreise angeht. Während Zucker beispielsweise ein deutliches Plus verbuchen konnte, schloss Weizen dagegen sogar mit einem Minus das Jahr 2009 ab. Dementsprechend müssen die einzelnen Agrarrohstoffe differnziert betrachtet werden.
Widmen wir uns also zunächst den Getreidesorten:
Weizen in 2009 - der Verlierer
Sehen wir uns zunächst hier auszugsweise den Chart an:
Weizen (CBOT) zur Lieferung im März 2010 in US-Cent/Scheffel
Quelle: cmegroup.com
CBOT-Weizen hat im vergangenen Jahr rund 11% abgegeben. Der an der europäischen Liffe gehandelte Weizen verlor rund 4%.
Nach den Hochs von 2008 mit Preisen von über 11 US-Dollar pro Scheffel aufgrund des massiven Rückgangs der Lagerbestände, wurde in den folgenden Erntejahren das Angebot deutlich ausgeweitet. Während in 2007/08 die US-Endbestände auf ein Tief bei 306 Millionen Scheffel gefallen waren, stiegen sie im folgenden Erntejahr 08/09 sprunghaft auf geschätzte 657 Millionen Scheffel an. Für 2009/10 prognostiziert die USDA Endbestände in Höhe von 976 Millionen Scheffel (letzte Prognose vom 12.Januar). Dies entspricht einer stocks-to-use-ratio von 49% - die höchste Ratio seit 1986/87.
Für die weltweiten Endbestände prognostiziert die USDA sogar einen Anstieg von 164 auf 196 Millionen Tonnen - das entspricht etwa 30% des durchschnittlichen jährlichen Verbrauchs.
Aufgrund der kontinuierlichen Anhebungen der Endbestandsprognosen im vergangenen Jahr und exzellenter Ernteschätzungen für die meisten Weizenanbauregionen mussten die Weizenpreise zwangsläufig nachgeben.

Artikel weiterempfehlen