Agrarrohstoffe halten dagegen!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 2. Juli 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Die Grains konnten sich in dieser Woche dagegen dem allgemeinen Abwärtsdruck der übrigen Rohstoffmärkte entziehen. Zum einen, da die Agrarrohstoffe weniger konjunkturanfällig sind, als Metalle und Öl.
Zum anderen unterstützten positive Fundamentaldaten die Getreidepreise!
Das USDA hat überraschend positive Daten für Mais vorgelegt. Offenbar haben die US-Farmer weniger Anbaufläche mit Mais bepflanzt als erwartet. Zudem liegen die Lagerbestände der letzten Rekordernte unter den Prognosen.
So stieg der Preis für Mais zur Lieferung im Dezember um mehr als 40 US-Cent seit Dienstag, auf aktuell 3,85 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Auch die Sojabohnenbestände sind deutlich stärker gefallen, als zuvor prognostiziert worden war.
Sojabohnen zur Lieferung im August notieren aktuell bei 9,46 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Weizen dagegen konnte vor allem zulegen, aufgrund der Risiken für die Ernte in Europa und Australien, angesichts der Wetterbedingungen. Hitze und Trockenheit belasten den Reifeprozess und damit die Qualität der Ernte. Zudem wirken Spekulationen, dahingehend, dass aufgrund des knapperen Mais-Angebots mehr Weizen substituiert wird, preisunterstützend.
Weizen konnte alleine gestern um über 4% zulegen. Weizen zur Lieferung im September notiert aktuell bei 5,03 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Die schwache Stimmung, aufgrund der Konjunkturbefürchtungen, insbesondere wenn diese von China und den USA ausgehen, übt Druck auf die Ölpreise aus und trübt die Nachfrageerwartungen. Zugleich hält sich die OPEC nach wie vor nicht an die beschlossene Förderpolitik und weitet ihr Angebot stattdessen weiter aus. Oil Movements zufolge dürften die OPEC-Öllieferungen in den 4 Wochen bis zum 17. Juli um 190.000 Barrel auf 23,64 Millionen Barrel pro Tag steigen. Dies dürfte weiterhin für Druck auf die Preise sorgen. Sollte die 70 USD-Marke nach unten durchbrochen werden - und damit die Range zwischen 70 und 80 USD verlassen werden - könnte zunächst weiterer Abwärtsdruck in Richtung der 65 US-Dollar-Marke bestehen.
Auch wenn die Unsicherheit in Bezug auf die Stabilität des europäischen Finanzsystems nun etwas nachgelassen hat, bestehen doch nach wie vor Sorgen: zum einen bezüglich der Lage gewisser europäischer Staaten. Zum anderen aber insbesondere Sorgen bezüglich der Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft. Auch wenn sich die Eurozone im Moment besser erholt, als viele angenommen hatten, so stellt sich nach wie vor die Frage, wie sich das Wachstum mittel-bis langfristig entwickelt. Hinzu kommt die nach wie vor bedrohliche Situation im US-Arbeitsmarkt, die ebenfalls Sorgen bezüglich den Weltwirtschaftswachstums unterstützt. So gehe ich dementsprechend von einer normalen Korrektur im Goldpreis aus, der mittlerweile auf dem Level bei 1.200 USD eine gute Unterstützung gefunden hat und von diesem Level ausgehend auch wieder zu einer Erholung ansetzen kann. Langfristig dürfte der Goldpreis so oder so (Wachtums- oder Inflationsängste) weiterhin gute Unterstützung finden.
Für die Industriemetalle gilt insbesondere nach wie vor: die Stimmung bestimmt vor allem den Preis. Sollte die Stimmung, in Bezug auf die Wachstumsaussichten, weiterhin sehr schwach ausfallen, dürften auch die Industriemetallpreise weiterhin unter Druck stehen. Allerdings dürften die Verluste, angesichts des bereits zuvor hohen Preisdrucks, moderater ausfallen.
Die Grains dürften weiterhin gute Unterstützung erfahren!
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für diese Woche...nicht vergessen: morgen Daumen drücken, wenn die deutsche Elf gegen Argentinien spielt...ich wünsche Ihnen noch Viel Spaß und ein tolles Sommer-Fußball-Wochenende...bis Montag und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
Belehrung:
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Regelmäßiger Leser (18.07. 2010 23:26 Uhr):
Vielen Dank, dass Sie sich meiner (und vielleicht auch zahlreicher anderer Leser) Bitte angenommen haben und Ihre Beiträge nun schon seit geraumer Zeit strukturierter und damit übersichtlicher gestalten (Fettschrift etc.).
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