Agraraktien: Licht und Schatten bei Syngenta und Südzucker
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 15. Oktober 2010, 17:00 Uhr
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Nach diesem Plädoyer zugunsten der unzähligen Opfer des Bergbaus möchte ich aber auch heute das aktuelle Geschehen nicht außer Acht lassen. Die Quartalszahlen von zwei wichtigen Aktien aus dem Agrarbereich wurden veröffentlicht. Der Schweizer Hersteller von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln Syngenta hat im dritten Quartal einen Umsatzanstieg von 10% auf 2,2 Mrd. USD erzielt. Dabei stiegen die Erlöse in Lateinamerika am stärksten, obwohl auch alle anderen Regionen zulegten.
Umsatz bei Syngenta top, aber das Ergebnis kann nicht positiv überraschen
Der Preisdruck bei dem Pflanzenschutzmittel Glyphosate überschattete das Ergebnis etwas, konnte aber durch den erhöhten Umsatz ausgeglichen werden. Das EBIT soll nach Unternehmensangaben daher nur im Bereich des Vorjahres liegen. Das deckt sich mit den Erwartungen von Analysten, der Umsatzanstieg übertraf jedoch deren Schätzungen. Die erste Reaktion der Aktie war daher auch positiv. Viel Platz nach oben sehe ich allerdings nicht, solange die Widerstände der vergangenen beiden Jahre nicht überwunden werden. Zudem ist die Aktie nicht gerade günstig bewertet, bevor der Gewinn nicht weiter gesteigert werden kann.
Südzucker-Ergebnis von Restrukturierungskosten belastet
Auch bei der deutschen Südzucker aus dem M-DAX fiel das Quartalsergebnis durchwachsen aus. Der Umsatz stieg hier nur um 0,7% auf 1,54 Mio. EUR. Der Gewinn lag aufgrund hoher Restrukturierungsaufwendungen mit 50,0 Mio. EUR aber unter den Erwartungen von 65 Mio. EUR. Diese Enttäuschung wurde dennoch durch eine Margenerhöhung von 6,0 auf 8,7% ausgeglichen. Vor allem die Segmente Zucker und die Tochter CropEnergies sollen in den kommenden Quartalen den Gewinn steigen lassen.
Nach der jüngsten Aufholjagd der Aktie sind sich die Analysten derzeit uneins, was das weitere Potenzial anbelangt. Sollten die jüngsten Hochs bei 17,20 EUR bzw. das Jahreshoch bei 17,75 EUR jedoch überwunden werden, bietet sich wieder charttechnischer Spielraum nach oben. Exakte Einschätzungen zur Tochter CropEnergies und deren Aussichten finden Sie in den Rohstoff Signalen, in deren Portfolio dieser Wert enthalten ist.
Wichtige Rohstoffe werden knapp. Ach ja?!
Das Neueste noch kurz zum Schluss: Unsere Bundesregierung ist tatsächlich nach 10 Jahren Rohstoffhausse aufgewacht. Im November soll ein "Rohstoffgipfel" mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie stattfinden. Damit reagiert die Politik nun immerhin auf die immer lauter werdenden Warnungen aus der Industrie vor kommender Knappheit bei vielen besonders im Hochtechnologiebereich unverzichtbaren Rohstoffen. Neben Forderungen nach stärker werdenden Einmischung der Regierungsvertreter vor allem gegen Handelsbeschränkungen aus China steht aber auch die forcierte Einführung eines Recyclingsystems zur Rückgewinnung wichtiger Metalle im Raum. Denn damit ließen sich viele der derzeit knappen Rohstoffe wieder verwerten. Interessant könnten in diesem Zusammenhang erneut Müllverwerter oder Metallaufbereiter werden, welche moderne Technologien der Stoffsammlung bzw. Metalltrennung umsetzen können.
Herzliche Grüße. Ein nicht zu stürmisches Herbstwochenende wünscht Ihnen
Ihre Daniela Knauer