Agrar: Ertragssteigerungen sind notwendig
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 27. Mai 2009, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
beginnen wir doch heute einmal damit uns mit den Aussichten für die weltweite Agrarwirtschaft und damit verbunden mit den Aussichten für die weltweite Versorgungslage und schließlich mit notwendigen Konsequenzen zu beschäftigen.
Eigentlich ist es ja schon lange kein Geheimnis mehr, dass wir weltweit gesprochen ein Problem haben. Im Angesicht einer wachsenden Weltbevölkerung, sowie sich verändernden und steigenden Bedürfnissen (damit einhergehend einem wachsenden Verbrauch von Agrarrohstoffe und insbesondere Getreide) derselbigen, ist es eigentlich unumgänglich, dass weltweit Wert auf die Steigerung der Felderträge gelegt wird.
Sehen wir uns beispielsweise nur einmal die Entwicklung im letzten Jahr an:
Das Jahr 2008 war nicht nur ein Jahr der Finanzkrise, sondern auch ein Jahr der weltweiten Lebensmittelkrise (natürlich haben wir im protektionistischen Europa noch nicht viel davon mitbekommen). Im Angesicht über Jahre hinweg kontinuierlich sinkender Getreidebestände, reicht bisweilen schon eine schlechte Ernte, gepaart auch mit überdimensioniertem spekulativen Interesse - zum Teil auch einer schwachen US-Leitwährung geschuldet - um die Preise in wahre Himmelshöhen zu treiben. So geschehen im vergangenen Jahr. Darauf folgten - Sie erinnern sich bestimmt noch - in den ärmsten Ländern politische Unruhen, bis hin zu regelrechten Straßenkämpfen ums Essen.
Sicher, auf die übertriebenen Preisspitzen Anfang 2008 folgte der Schock der Finanz- und Wirtschaftskrise, mit dem Einbruch der Getreidepreise, beim fluchtartigen Sprung in US-Staatsanleihen als vermeintlicher Hafen der Sicherheit - wiederum gepaart mit neuer USD-Stärke.
Viele Agrarrohstoffpreise fielen in der Folge, als Investoren und Spekulanten ihre Vermögen umschichteten von ihren 2008-Preisspitzen um 40-50%.
Doch seit Beginn des Jahres (seit der erste Schock wohl überwunden ist) haben sich die meisten Agrarrohstoffe bereits wieder deutlich erholt. Weizen und Mais sind seit Beginn des Jahres um mehr als 15% gestiegen; Sojabohnen legten in diesem Zeitraum um mehr als 20% zu; Zucker und Kaffee bestreiten neue Highs.
Unterstützt wird diese Entwicklung nicht wie im vergangenen Jahr durch übermäßiges spekulatives Interesse, sondern durch die fundamentale Ausgangslage, die bereits seit Jahren steigende Preise forciert.
Sehen wir und die Preisentwicklung einiger Agrarrohstoffe in den letzten Jahren an:
Quelle: CBOT; Malaysian Palm Oil Board; K+S;
Der Chart spricht an sich schon Bände! Agrarrohstoffe verteuern sich bereits seit Jahren. Der Grund dafür ist - wie gesagt - ein wachsender Verbrauch, mit dem - ich sage es einmal so - der Angebotstrend immer weniger Schritt halten kann.
Von einzelnen Erntejahren abgesehen, in denen aufgrund hoher Agrarrohstoffpreise, die Erträge ganz bewusst einmal ausgeweitet werden, häufen sich die Jahre in denen weltweit ein Defizit produziert wird. Die Folge: die weltweiten Lagerbestände sinken langsam aber kontinuierlich ab.
Doch ich bin soeben auf den Punkt gekommen: denn es bestehen durchaus Mittel und Wege weltweit die Erträge auszuweiten. Doch diese kosten Geld, was wiederum dazu führt, dass sie bei sinkenden Agrar-Preisen eben nicht /oder in geringerem Ausmaß angewendet werden, was - wie in einem Circulus Vitiosus - eben wieder zu einem Defizit und damit im Anschluss zu steigenden Preisen führt (ein aktuelles Szenario, doch dazu morgen mehr).
Das mit Abstand wichtigste Mittel zur Ertragssteigerung heißt: Düngemittel!
So wollen wir heute und in den kommenden Ausgaben ganz gezielt auch wieder einmal, neben den Herausforderungen vor denen die Welt agrar- und überlebenstechnisch gesprochen steht, auf die aktuelle Lage am Düngemittel-Markt und insbesondere die wichtigste Düngerkomponente Kali oder Pottasche eingehen.
Lesen Sie dazu zunächst im zweiten Teil weiter...
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