Afrika: Metalle, Öl, Gold und Agrarflächen
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 22. Juli 2010, 19:00 Uhr
ENL5454
Hand aufs Herz. Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Afrika denken. Diese Frage haben die Deutschen bei einer Umfrage beantwortet. Hier das Ergebnis der Emnid-Umfrage : 47% fiel beim Stichwort Afrika Hunger ein. Der Rest verteilt sich auf Fußball, AIDS und Korruption.
Das Thema „Wirtschaftliches Potenzial" wurde überhaupt nicht genannt. Das holen wir jetzt nach. Denn abseits des Rampenlichts der großen Schwellenländer hat Afrika mehr zu bieten als diese 3 K's. Das haben viele asiatische Länder, allen voran China, längst entdeckt. Während man in Europa Afrika vor allem unter dem Aspekt der Entwicklungshilfe-Empfänger sieht, knüpfen Asien und Afrika immer engere wirtschaftliche Beziehungen. Denn die Asiaten finden in Afrika das, was sie selbst nicht mehr in ausreichendem Maße haben: Metalle, Öl, Gold und Agrarflächen.
Das sieht auch Rupert Neudeck so, den ich vor kurzem während eines Vortrags kennengelernt habe. Der Begründer der Cap Anamur, der in den 70er Jahren durch die Rettung vietnamesischer Boatpeople weltweit für Aufsehen gesorgt, schreibt in seinem neuen Buch: „Die Kraft Afrikas. Warum der Kontinent nicht verloren ist."
In dem lesenswerten Buch beklagt Neudeck zum Beispiel, dass es in der deutschen Öffentlichkeit kein wirkliches Bewusstsein für Afrika gebe: „Lange werden wir uns diese Ignoranz nicht leisten können. Denn Afrika wird uns auf die Pelle rücken. Da reden wir nicht mehr über Hunderttausende, sondern Millionen Flüchtlinge. Das Problem der Migration wird quälender werden."