Ängste stecken an
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 25. Juni 2010, 08:30 Uhr
die Angst geht wieder um. Die Liste der Angstmacher, wie Griechenland, Spanien, Bankenregulierung und Euro, ist einfach zu lang. Die Gefahr des Abwürgens der Konjunkturerholung ist nicht von der Hand zu weisen. Douple-Dip, die baldige Rückkehr einer Rezession, wird immer häufiger auch von den Börsenteilnehmern als mögliches Szenario genannt. Am gestrigen Tag steckten sich die Marktteilnehmer mit ihren Ängsten gegenseitig an. Die Folge: Schwache Indizes und damit schlechte Vorgaben für den heutigen Handelstag. Umso mehr, da Dow Jones & Co. am Tagestief schlossen.
Der Kurzüberblick:
Dax: -1,44%
Dow Jones: -1,41%
S&P 500: -1,68%
Nasdaq: -1,59%
EUR/USD: -0,12%
Gold: +0,34%
Silber: +1,52%
Öl (Sorte Brent): +0,53%
Welche Trade-Kategorien gibt es?
Diese Situation hatte ich vor wenigen Tagen schon einmal: Unterm Strich ist gestern nichts Schlimmes passiert, ich konnte sogar einen kleinen Tagesgewinn einfahren, doch gefühlt habe ich heute einen riesigen Verlust hinnehmen müssen. Wie kommt das?
Damit Sie mich auch verstehen, ist es ganz wichtig, vorab meinen Umgang mit Trades bzw. deren Ergebnissen zu beschreiben. Ich habe mich (fast) vollkommen von monetären Vorgaben gelöst. Das bedeutet, dass es für mich nicht entscheidend ist, ob ich bei einem Trade einen bestimmten Euro- oder Dollarbetrag gewonnen oder verloren habe, sondern ob ich gut oder schlecht getradet habe. Und heute muss ich sagen, dass ich mit meiner Leistung mehr als unzufrieden bin. Einmal habe ich mich nicht an meinen Plan gehalten (beim ersten Dax-Trade), da ich wohl zu sehr auf short eingestellt war und somit die Gegenbewegung bei 6.140/45 Punkten ignoriert habe und und und .... Das mag für einige unter Ihnen, die einen „richtigen" Verlust erleiden mussten, schwer nachvollziehbar sein, doch es ist wichtig, wegzukommen von den „Dollarzeichen in den Augen". Das baut nur Druck auf und führt sonst immer wieder zu Fehlentscheidung, da dann zu emotional gehandelt wird.
Für mich gibt es nur folgende Kategorien:
1) Guter Trade: Die Trading-Idee war plausibel und wurde kompetent umgesetzt.
2) Schlechter Trade: Die Trading-Idee war schlecht bzw. nicht ausgreift, oder die Idee war eigentlich gut, aber die Umsetzung mangelhaft.
Bei beiden Kategorien spielt es keine Rolle, ob der Trade Gewinn oder Verlust einbrachte! Klingt nicht nur einfach, ist es auch. Schaffe ich es, fast ausschließlich Trades der Kategorie 1 umzusetzen, dann folgt damit automatisch auch der monetäre Erfolg - Ausnahme: Die Handelsstrategie ist an den Haaren herbeigezogen und/oder das Geld- und Risikomanagement ist katastrophal. Beides kann ich für mich ausschließen! Entscheidend ist daher nur die Herangehensweise und die Umsetzung, denn alles andere kann ich nicht beeinflussen, das macht der Markt (und dem bin ich vollkommen egal).
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Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Trading-Ideen anderer Handelsinstrumente werden im CFX Broker Blog vorgestellt.
Dax (DAX.I): kommt es bald zum Besuch der 6.000er-Marke?
Gefühlte 100 Punkte Verlust hatte ich gestern hinnehmen müssen, dabei konnte ich einen kleinen Gewinn einfahren. - siehe Artikel „Welche Trade-Kategorien gibt es" im ersten Teil der Kolumne - Die Korrektur dehnt sich nun doch weiter aus. Die Unterstützungszone bei 6.145/40 Punkten wurde gebrochen und gleich die nächste wichtige Marke bei 6.094 Punkten exakt angelaufen - das frühere Jahreshoch bei 6.094 Punkten vom Januar, welches lange Zeit Gültigkeit hatte. Heute morgen wird der Dax vorbörslich bei etwa 6.125 Punkten gesehen (kurz nach 8.00 Uhr).
Mir gefällt das Chartgebilde gar nicht. Ich werde deshalb nur wenige Trigger-Marken benennen. Ganz wichtig ist außer Frage die Kurs-Marke bei 6.094 Punkten. Ein neuerliches Abprallen an der Unterstützung führt zur Eröffnung einer Long-Position, während der Bruch der Linie einen Short-Einstieg auslöst. Dann haben die Bullen die letzte Chance vertan, um den Besuch der magischen 6.000er-Marke zu verhindern.
Kommt der Dax heute voran, was wohl nur möglich ist, wenn die Shorties im Markt vor dem Wochenende ihre Short-Positionen eindecken werden, dann gehe ich long, sofern der Widerstand bei 6.140/45 Punkten und die abwärts gerichtete Trendlinie (rote Linie) nach oben verlassen werden. Beim ersten Anzeichen, dass bei 6.170/75 Punkten schon wieder Luft abgelassen wird, beende ich aber diesen Trade ganz schnell. Entsprechend wird er auch an die extrem kurze Leine genommen - gleichbedeutend mit einer engeren Stopp-Setzung. Ansonsten bleibe ich long investiert und erwarte das Erreichen der 6.200er-Marke.
Wird der deutsche Leitindex aber bereits bei 6.140/45 Zählern oder der roten Abwärtstrendlinie in den Keller geschickt, gehe ich short (und beende etwaige Long-Engagements). Mehr Ideen führe ich nicht auf, da ich heute auch nicht allzu lange Traden werde. Die Kinder bekommen Übernachtungsbesuch und es steht Zelten, Grillen und eine Nachtwanderung auf der Wunschliste.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 15 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Gestern Abend befand sich der Dax schon eine Etage tiefer.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
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