Ängste, hohe Volatilität....
Miriam Kraus in Rohstoff Daily
vom 20. September 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Angst und hohe Volatilität bestimmen derzeit die Märkte - da mag man sich wundern, weshalb DAX und Ölpreise, trotz trübseliger Aussichten, heute mal wieder zulegen können...sollte man aber nicht, ist einfach so. Vermutlich wurden ein paar Verkaufspositionen glatt gestellt...wer weiß?! Beschäftigen wir uns lieber mit den trübseligen Aussichten...
Schwache Konjunkturerwartungen und Italien am S&P-Pranger
Trübe ZEW-Konjunkturerwartungen und auch der IWF hat seine Wachstumsprognosen deutlich nach unten korrigiert. Die deutsche Wirtschaft soll, nach Ansicht des IWF, im kommenden Jahr nur noch mit 1,3% anstelle von 2% wachsen, die US-Wirtschaft mit 1,8% (anstelle von 2,7%) und auch die Weltwirtschaft soll auf 4% Wachstum (anstelle von 4,5%) einknicken. Besondere Sorgen macht sich der IWF um (oh Wunder) um die Euro-Schulden-Krise und den Zustand der US-Wirtschaft. Na ja, ist ja eigentlich nichts Neues und hat offenbar die Wenigsten vom Hocker gehauen.
Auf Italiens Wirtschaft mag auch niemand mehr setzen - der IWF glaubt, dass die italienische Wirtschaft im kommenden Jahr höchstens noch mit 0,3% wachsen wird und S&P glaubt schon gar nicht mehr, dass die Italiener ihr Sparpaket überhaupt umsetzen werden. Die Quittung bekam Italien dann in Form einer Bonitäts-Abstufung durch S&P präsentiert. Auch an solcherlei sind wir mittlerweile gewöhnt...
Die Griechen...
...strampeln sich weiter ab, um die Troika zurück ins Land zu holen, die aber immer noch nicht so recht mag. Auch wie gehabt - doch der Ratingagentur Fitch geht das Spielchen jetzt mittlerweile zu lange und so rechnet man nun einfach endlich mit der Staatspleite Griechenlands.
Das ist nun wirklich keine unrealistische Überlegung, bedenkt man, wie schlecht es dem Land geht und wieviel schlechter es dem Land gehen wird, wenn es seine neuen Sparpläne umgesetzt hat. Sicher...ein völlig sinnlos überblähter Staatsapparat hat noch niemanden weiter gebracht, doch Defizitziele lassen sich allein mit der Schließung von Behörden und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit weiterer 100.000 Menschen nicht unbedingt erreichen. Aber auch das ist ja nichts Neues...
Auch nicht neu ist, wie sehr sich die Griechen mit Hand und Fuß gegen alle Sparbeschlüsse ihrer Regierung wenden. Massenstreiks haben zwar auch noch keinen satt gemacht, aber immerhin wachsen die Spekulationen auf handfeste Regierungskrisen und mögliche Neuwahlen. (was zwar auch nichts ändert...aber lassen wir das...).
Wir können also festhalten: viel hat sich nicht getan seit gestern, mit Ausnahme dessen, dass die Risikoaversion wächst, immer mehr auf den Griechen-Knall warten und die französischen Banken immer stärker isoliert werden. Fast schon langweilig könnte man meinen, wenn solch ein zurückhaltendes Umfeld nicht auch noch so viel schönen Spielraum für die Gerüchteküche bereit halten würde...wie im 2.Teil...