Achtung bei diesem Emerging Markets-Trend
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 26. April 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Wie ich es schon vor einigen Wochen angekündigt hatte, möchte ich nun auf die letzte Welle an Emerging Markets-Zertifikaten eingehen. Den Vorstoß hat dabei die Royal Bank of Scotland (RBS) gemacht. Wie so oft - denn die RBS ist fraglos der Pionier im Zertifikate-Bereich.
Die neuen Emissionen im Emerging Markets-Bereich muss man allerdings unter das Motto stellen: „Zu viel des Guten". Die großen Emerging Markets sind ja inzwischen abgedeckt. Und das wesentlich interessantere Konzept der Branchenzertifikate ist derzeit für viele Märkte noch nicht umsetzbar, da es zu wenig liquide Blue Chips gibt.
Also weichen die Emittenten in ihrer ständigen Suche nach neuen Produkten auf immer kleinere und jüngere Schwellenländer aus. Verstehen Sie mich nicht falsch: Grundsätzlich begrüsse ich es, dass wir Anleger immer mehr Investitionsmöglichkeiten in immer mehr Emerging Markets bekommen.
Aber man muss wissen, womit man es zu tun hat. Und die letzten Neuemissionen decken die Börsen von Ländern ab, deren Wirtschaften nicht mal in der dritten Reihe der Weltwirtschaften, sondern noch darunter, spielen. Die neuen Emerging Markets-Zertifikate setzen auf Länder wie Bangladesch, Neuseeland, Sri Lanka, Tunesien, die Mongolei oder sogar den Libanon.
Das sind nicht gerade Weltwirtschaftsmächte. Noch mal: Einige Länder, wie Chile, Kolumbien oder die Mongolei bieten fraglos spannende Stories (Stichwort: Rohstoffreichtum). Aber lassen Sie sich nicht täuschen: Diese Länder sind bestenfalls Nischenmärkte.