Achten Sie auf Ihre Investments! Wir könnten bald eine inverse Zinsstruktur in den USA bekommen
Von Dr. Mark Skousen in Investoren Wissen
vom 05. Januar 2006 16:00 Uhr
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Während Sie Weihnachten feierten, kam Knecht Rupprecht in Form der inversen Zinsstrukturkurve an die Wall Street. Diese Konstellation machte der Weihnachtsrally in den USA den Gar aus.
Was ist diese inverse Zinsstrukturkurve aber eigentlich und müssen Sie sich deswegen Sorgen machen?
Inverse Zinsstruktur brachte oft eine Baisse
Wenn man sich die Vergangenheit ansieht, sollten Sie sich wirklich Gedanken machen. Denn in den letzten 50 Jahren hatte dieser Schlüsselindikator nämlich so gut wie immer eine Rezession und eine Baisse bei Aktien zur Folge. Das letzte mal gab es eine inverse Zinsstruktur im Jahr 2000. Sie wissen ja sicher, was danach mit dem Aktienmarkt passiert ist.
Also was ist diese Prognose wert?
Die Zinsstrukturkurve zeigt das Verhältnis der Festverzinslichen Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten – mit einer Restlaufzeit von einem Tag bis hin zu 30 Jahren. Sie vergleicht damit die kurzfristigen und die langfristigen Zinsen. Zum Beispiel werfen derzeit US-Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 3 Monaten 4 % Zins ab. Eine Restlaufzeit von 2 Jahren bringt 4,3 %. Ebenso viel bekommen Sie für Staatsanleihen mit 10 Jahren Restlaufzeit.
Zinsstrukturkurve für US-Staatsanleihen
In der Grafik erkennen Sie, dass die Zinsstruktur noch nicht invers ist ... Sie ist eher flach. Um wirklich eine negative Auswirkung zu haben, müssen die kurzfristigen Zinsen im Vergleich zu den langfristigen um etwa 1 bis 2 % steigen. An dem Tag, an dem der Dow Jones 100 Punkte fiel, gab es für die 2 jährigen Anleihen aber schon fast höhere Zinsen, als für die 10 jährigen.
Anders ausgedrückt: Wir leiden noch nicht unter einer restriktiven Geldpolitik, die meist eine Rezession und eine Baisse zur Folge hat. Für eine wirklich restriktive Geldpolitik müsste die Notenbank nicht nur die Zinsen erhöhen, sondern auch noch das Wachstum der Geldmenge einschränken. Aber zur Zeit wachsen die Geldmenge M2 und M3 in den USA mit einer Rate von 6 %. Das kann man kaum als restriktiv bezeichnen.
Wie wird sich die Zinsstruktur entwickeln?
Die viel wichtigere Frage ist aber: Wird die Zinsstruktur irgendwann invers?
Zur Zeit scheint es so, also ob die Fed die Zielrate für das Wachstum der Geldmenge noch einmal ein weiteres Quartal erhöhen wird. Das würde eindeutig zu einer negativen Zinskurve führen.
Da die Inflation derzeit aber unter Kontrolle ist, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass die langfristigen Anleihen wegen möglicher Inflationsängste im Kurs fallen werden. Damit steigen aber auch die Zinsen am langen Ende nicht. Steigt nun aber das kurzfristige Zinsniveau noch weiter an, werden wir es wahrscheinlich erleben, dass die Notenbank so eine inverse Zinsstruktur verursacht.
Die Geldpolitik die Greenspan da macht, ist nicht gut. Hoffentlich kann der künftige Vorsitzende der Notenbank, Ben Bernanke, die Zinsen besser stabilisieren.
Insgesamt rate ich Ihnen: Seien Sie vorsichtig bei US-Aktien. Ich erwarte zwar nicht, dass wir einen Bärenmarkt ähnlich wie in den Jahren 2000 bis 2003 sehen werden. Aber 2006 könnte ein weiteres langweiliges Jahr – ähnlich wie 2005, in dem sich der Dow Jones so gut wie gar nicht bewegte – werden. Meiner Meinung nach finden Sie an ausländischen Aktienmärkten bessere Gelegenheiten.
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