Abwärtspotential der Kurse (noch) stark begrenzt
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 23. August 2010, 13:00 Uhr
ENL5462
Ich habe unglaublich viele Charts für Sie mitgebracht, weil ich am Wochenende die Situation völlig neu betrachtet habe.
Zurück zum Ursprung
So habe ich den DAX-Chart ausgehend vom März-Tief im Jahre 2009 komplett gelöscht und alle Trendlinien neu eingezeichnet. So wollte ich die Situation noch einmal aus einer neutralen Position heraus betrachten. Das Ergebnis ist weniger überraschend als jetzt vielleicht zu vermuten war:
Mal abgesehen von dem Bruch des kurzfristigen Aufwärtstrend und der damit verbundenen Revision der Aussagen zum steigenden Dreieck vom Typ II, welches nun natürlich ad acta gelegt werden muss, hat sich an allen anderen Aussagen von mir (bisher) NICHTS geändert.
Blick auf die Charts
Um Ihnen dies zu verdeutlichen nun der Blick auf die Charts.
Noch am letzten Mittwoch hatten mich die steigenden Kurse im DAX bestärkt in meiner Ansicht, dass die Welle 5 der Dreiecks-Formation etwas zeitversetzt gestartet ist.

(Quelle: CFX-Broker) DAX-Chart aus dem Beitrag vom 18. August
Inzwischen wissen wir, dass dies nicht der Fall war.
Leserkommentar weist den richtigen Weg
Bereits am 19. August schrieb ein Leser einen Kommentar zu meinem Beitrag vom 13. August (beides können Sie hier nachlesen), in dem ich dieses Szenario erstmalig vorstellte. Darin meinte er, dass die Welle 3 (blau) bereits Welle 5 war. Offenbar lag er damit absolut richtig, denn nach dem Hoch in (meiner) Welle 3 wurden die Aufwärtstrendlinien mit den fallenden Notierungen gebrochen und die Formation somit beendet.
Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an den Leser.
Damit ergibt sich aus der Idee des Lesers folgender Chart.

(Quelle: CFX-Broker) DAX, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Bei dieser Betrachtung sind alle Wellen (blau) 3-gliedrig.
Elliott-Wellen-Grundlagen: steigendes diagonales Dreieck
Eine Formation mit 5 Unterwellen, bei denen sich die Wellen 1 und 4 überschneiden und jede Welle 3 Unterwellen hat, ist in der Elliott-Wellen-Theorie als steigendes (bzw. im Baissemarkt fallendes) diagonales Dreieck bekannt.
Da dies jedoch meist in einer Welle 5 entsteht, wenn sich die Welle 3 sehr schnell und dynamisch/weit entwickelt hat, habe ich diese Formation hier eher nicht gesehen.
Im Ergebnis führt diese Formation zu fallenden Kursen. Meist reichen diese zurück an den Beginn des Dreiecks, der im Idealfall dem Ende der Welle 4 entspricht.
Nun haben wir es hier nicht mit einer Welle 5 zu tun, die sich nach starken Kursgewinnen in Welle 3 als steigendes diagonales Dreieck entwickelt hat (schließlich befinden wir uns in einer Seitwärtsphase - siehe nächster Chart), dennoch kann diese Formation hier vermutet werden. Das Abwärtspotential der Kurse wäre aber stark begrenzt, denn der Anfang dieser Formation liegt bei ca. 5.800 Punkten. Damit wäre die Entwicklung ähnlich dem roten Pfeil denkbar.
Alternativ könnten die orangen Linien, Ihnen bereits bekannt aus diversen Charts, die das Dreieck im DAX nach klassischer Charttechnik markieren, für Halt sorgen und die Kurse bereits vorzeitig wieder gen Norden schicken (grüner Pfeil).
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Mohmand (23.08. 2010 15:10 Uhr):
Lieber Herr Weisenhaus, ich will nicht Recht haben, Recht hat immer der Markt.Ich kann den Markt so interpretieren, wie er nach den klassischen Charttechnik überhaupt möglich ist: Schauen Sie doch bitte den Chart von Dow Jones und Nasdaq 100 an.Beide Indices sind auf dem Weg zur Vollendung der rechten Schulter einer SKS-Chartformation.Diese Analyse ist so einfach, eindeutig und sicher, dass man nichts mehr hinzu zufügen braucht.Ich weiß Ihre komptente Analyse sehr zu schätzen, aber in diesem Fall sind Sie leider auf der falschen Seite. Mit vielen herzlichen Grüssen Mohmand.
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (24.08. 2010 11:18 Uhr):
Guten Tag! - - - Ich gehe davon aus, dass Sie die Aussagen im Beitrag von Montag bzgl. des Leserkommentars auf sich beziehen. Im Prinzip meinte ich jedoch den Kommentar von Herrn Krantz, der die Welle 5 bereits bei der Welle 3 sah. Daher habe ich die Wellenzählung im Chart entsprechend angepasst. - - - Sie haben allerdings völlig Recht. Die Indizes in den USA stehen charttechnisch deutlich schlechter dar. Daher habe ich zuletzt auch die Konjunkturdaten so genau analysiert um festzustellen, wer hier falsch liegt - DAX oder Dow - also die US-Indizes oder hier in Deutschland. Die Frage ist doch: können sich die US-Indizes bald erholen und der DAX somit nach oben ausbrechen oder geben die US-Indizes noch weiter nach und wird der DAX nach unten folgen. - - - Neben der von Ihnen genannten SKS-Formation im Dow wäre auch schlicht ein Rounding-Top denkbar, bei dem die Kurse etwas weniger schnell abgeben. Das Ergebnis für den DAX wäre das gleiche und daher habe ich auch mehr und mehr mahnende Worte in die letzten Beiträge einfließen lassen. Doch wie sagt man so schön: "The Trend is your friend". Und noch ist der DAX charttechnisch OK. - - - Am Mittwoch liefere ich die passenden Charts hierzu. Ich hoffe, dass der DAX sich bis dahin noch halten kann. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus - - - P.S.: Vielleicht nehme ich dieses Mal Ihren Kommentar in den Beitrag am Mittwoch mit auf, denn der Aspekt mit den US-Indizes ist wirklich sehr interessant.
- Antwort von Sven Weisenhaus (24.08. 2010 11:18 Uhr):
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