Abu Dhabi: Scheichs suchen clevere Zukunfts-Investments
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 24. März 2009, 17:00 Uhr
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Liebe Leserin, lieber Leser,
Wohl jeder Scheich, der etwas auf sich hält, hat mindestens einen Daimler in der Garage stehen - ihr beliebtes Spielzeug aus der Zuffenhausener Edelkarossenschmiede. Am Wochenende hat die Investmentgesellschaft Aabar Investments PJSC des Emirats Abu Dhabi sich noch ein größeres Stück vom Kuchen gegönnt. Für einen Anteil von 9,1% an Daimler bezahlten sie 1,95 Mrd. EUR oder umgerechnet 20,27 EUR je Aktie.
Scheichs kaufen sich ein Stückchen Daimler
Ausgegeben wurden die Aktien bei einer Erhöhung des Grundkapitals, von dem die Altaktionäre ausgeschlossen blieben. Einen leicht bitteren Geschmack hinterlässt diese Vorgehensweise bei allen bisherigen Aktienhaltern, sind wir diese doch eher von kleinen Explorern gewöhnt, denen nichts anderes übrig bleibt, um an Geld zu kommen. Denn der Effekt dieser Aktion ist, dass jeder bisherige Aktionär um eben diesen Betrag in seinem Kapitalbesitz verwässert, also praktisch enteignet wird.
Das frische Kapital ist gut angelegt
Aber wir wollen nicht zu streng ins Gericht gehen mit den Methoden der Beteiligung, immerhin befinden wir uns ja in besonderen Zeiten, wo es auch für die Großen auf dem Kurszettel nicht so einfach ist, zu guten Konditionen an frisches Kapital zu kommen. Wenn sich durch den Einstieg des neuen Großaktionärs bessere Perspektiven ergeben, kann eine Erholung des stark gedrückten Aktienkurses den Verzicht schnell vergessen lassen.
Die Devise lautet: "Raus aus dem US-Dollar"
Aber Sie fragen sich sicher, warum ich diese Meldung so interessant finde, dass ich über den Bluechip Daimler im Nebenwerte Daily berichte? Es kommt nicht von ungefähr, dass der Abschluss der Verträge gerade jetzt veröffentlicht wird, übrigens gleichzeitig mit der Einrichtung eines neuen Staatsfonds der Saudis für Investitionen in ausländische Aktien. Die Araber ziehen sich damit stärker aus den amerikanischen Staatsanleihen zurück. Diese werden durch die Politik des "quantitative easing" immer mehr zu einer Gefahr für die Länder, die darin größere Summen anlegen. Die Chinesen als größte Anteilshalter kaufen schon seit Monaten im Rohstoffbereich alles, was nicht bei zehn auf den Bäumen ist. Die Devise lautet: "Raus aus dem US-Dollar und der Zinsgefahr. Rein in alles, was vor Inflation schützt und die Devisenbestände diversifiziert."
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