unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom
Ich lese gerade die Londoner "Times", und die ist voll von Absurditäten und grotesken Dingen. Wie wunderbar!
"Killer-Leoparden terrorisieren Bombay", so eine Schlagzeile. Eine weiterer befasst sich mit dem Prozess des Kannibalen aus Hessen.
Ein anderer Artikel berichtet davon, wie man derzeit in Argentinien Geld verdienen kann: "Leichenräuber wollen für die Überbleibsel Lösegeld", so die Schlagzeile. Statt lebende Person zu entführen, graben die Kriminellen jetzt die Knochen von Leichen aus und fordern von den Angehörigen Lösegeld. In dem Fall, um den es geht, hatten die Leichenschänder die falschen Knochen.
Und auf Seite 11, neben einem Photo des Sumo-Ringers im Ruhestand Konishiki und seiner Braut ist ein Photo des ehemaligen US-Finanzministers Paul O'Neill. Mein Kollege Addison Wiggin ist ja gestern bereits auf O'Neill und seine neuesten Enthüllungen eingegangen. Nun, als O'Neill noch im Amt war, habe ich mich über ihn lustig gemacht, aber jetzt mag ich ihn, weil er ausgebootet worden ist. Der Mann traut sich, zu denken, und das laut auszusprechen, was er denkt.
Weshalb er diesmal in der Zeitung steht: Präsident Bush ist für ihn "wie ein blinder Mann in einem Raum voll tauber Leute", und von Beginn seiner Amtszeit an soll er den Sturz von Saddam Hussein angestrebt haben. Die Massenvernichtungswaffen und die angeblichen Terrorverbindungen sind laut O'Neill nur Vorwände zur Rechtfertigung des Krieges gewesen.
Natürlich sind seine Bemerkungen beleidigend und tollkühn. Die Blinden sollten eine Entschuldigung verlangen; das einzige Problem ist, dass sie den Artikel nicht lesen konnten. Und so weit ich weiß, ist bis jetzt noch keine Nation wegen eines Blinden zu Schaden gekommen; während viele Nationen durch Leute mit Visionen in beiden Augen ruiniert worden sind.
Ich erinnere mich daran, dass es Paul O'Neill war, der wissen wollte, wie tief im Schuldenloch die USA sind. Deshalb ließ er das von einer Gruppe von Volkswirten berechnen. Deren Ergebnis kam auf eine so erschreckend hohe Summe –44 Billionen Dollar Gegenwartswert aller Zahlungsverpflichtungen –, dass der Bericht weitgehend ignoriert wurde.
In den Nachrichten war auch ein Bericht über den US-Arbeitsmarkt. Sie wissen ja mittlerweile, dass in den USA im Dezember trotz Weihnachtssaison nur 1.000 neue Leute eingestellt worden sind. Mehr dazu im letzten Artikel des heutigen Investor's Daily! Jetzt aber erstmal zu meinem Kollegen Eric Fry nach New York: