Absurder Artikel in der International Herald Tribune

unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom


von unserem Korrespondenten Bill Bonner

*** Die US-Unternehmen leihen sich so wenig Geld, wie seit 3 Jahren nicht mehr. Die amerikanische Inflation ist auf dem niedrigsten Niveau seit einem halben Jahrhundert, und die Ersparnisse sind es auch ...


*** Ist das der Boden? Wenn beim Aktienmarkt ein Boden erreicht ist, dann tendieren Aktien dazu, ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1 zu haben. Aber derzeit haben die US-Aktien ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 4,7. Und der aktuelle Buchwert hat eine Menge "goodwill", also Firmenwerte, die man evtl. als wertlos abschreiben kann.

*** Wollen Sie wirklich günstig bewertete Aktien? Nehmen Sie Indien. Die Aktien da notieren bei einem KGV von durchschnittlich rund 10.

*** "Die Weltwirtschaft braucht Hilfe", so Jeffrey E. Garten in einem Leitartikel. Der Mann war unter Nixon, Ford, Carter und Clinton in diversen wirtschaftlichen und außenpolitischen Positionen tätig. Ich beginne jeden Tag mit dem Lesen des Leitartikels des International Herald Tribune. Die Absurdität dieser Artikel hilft mir, mich für die Finanzmärkte vorzubereiten. Keine Sorge wegen der Weltwirtschaft – Mr. Garten weiß, was die Welt jetzt braucht. "Die Weltwirtschaft hat Probleme", erklärt er. "Die Unternehmens-Investitionen und der Handel verlangsamen sich, die Fabriken produzieren mehr, als sie verkaufen können, und vielen Regionen droht eine Deflation. Deutschland und Japan stagnieren. Große Schwellenländer von Indonesien bis Brasilien sind in großen Schwierigkeiten." Was ist die Lösung?

Garten: "Washington muss die G7-Staaten dazu bringen, die Weltwirtschaft wieder ins Laufen zu bringen." Was für eine tolle Welt, in der Mr. Garten lebt. Gibt es ein Problem? Dann muss man nur ein paar Politiker zu einem Gipfel zusammenkommen lassen. Garten denkt, dass sie entscheiden können, die gesamte Weltwirtschaft zu ändern.

Die USA tun laut Mr. Garten alles, was sie tun können. Die Zinsen seien gesenkt worden. Die Nation habe bereits "hohe Staatsdefizite", wie er anerkennend bemerkt. Aber was ist mit diesen Europäern? Wir müssen die Europäer auffordern, auch ihre Zinsen zu senken und mehr auszugeben. Und ja, wir können auch "die Japaner dazu bewegen, ihren Bankensektor, der mit faulen Krediten kämpft, zu restrukturieren."

Hey, das sollte reichen. Aber Moment Mal, wenn man schon die weltweiten Wirtschaftsprobleme beheben will, warum sollte man dann hier aufhören? Vergessen Sie nicht, wir werden auch den Irak wieder aufbauen müssen, sagt er. Das könnte 1,2 Billionen Dollar kosten, einen Betrag, "der nicht die Kosten für die Vision der Bush-Regierung von sich ausbreitenden demokratischen und marktwirtschaftlichen Institutionen in der Golfregion decken würde."

Wow. Für 1,2 Billionen würde ich einen Wiederaufbau der Extraklasse erwarten. Das wären 49.896 Dollar für jede Person im Irak – mehr als 20 Mal soviel wie das dortige jährliche Durchschnittseinkommen. Nun, das sollte helfen, die Probleme der Weltwirtschaft zu lösen. Und wenn nicht, dann ... könnte auch Nordkorea einen Wiederaufbau gebrauchen. Und West Virginia ... Woher wird das Geld aber kommen? Und auch hier hilft uns Mr. Garten wieder: "Die Bush-Administration muss mit dem Kongress zusammenarbeiten, um die notwendigen Beträge einzuplanen ..." Und weiter: "Wir haben gerade eine Dekade von politischen und militärischen Spannungen betreten, und das Bilden von Nationen wir ein großer Teil von Amerikas Antwort." Warum nicht? Nachdem die Weltwirtschaft wieder in Ordnung gebracht worden ist, sollten die USA doch wohl dazu in der Lage sein, ein oder zwei Nationen zu bilden, ohne gleich in Schweiß auszubrechen.


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben