Absicherung und die Basis bei Gold
Dominique Braun in Investors Daily
vom 18. März 2010, 18:00 Uhr
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wenn man von der Basis spricht, dann kann damit verschiedenes gemeint sein. Am Finanzmarkt, und vor allem in Verbindung mit Absicherungsgeschäften, wird mit der Basis die Differenz zwischen dem Kassa- und Terminpreis gemeint. Dieses Thema haben wir in meinem letzten Gastbeitrag hier anhand eines Beispiels von Gold verdeutlicht.
Der einzige Grund, warum ein Absicherungsgeschäft nicht unbedingt Plus-Minus-Null ausgehen kann, ist die Veränderung der Basis über die Laufzeit des Absicherungsgeschäfts. Nehmen wir folgendes Beispiel an:
Eine Goldmine hat derzeit 10.000 Goldunzen im Bestand und hat einen Käufer, der in drei Monaten diese Goldmünzen kaufen will und vorher hat die Goldmine keine Möglichkeit das Gold zu verkaufen. Dadurch, dass sich der Goldpreis ständig ändern kann, geht die Goldmine ein Preisrisiko ein, denn in drei Monaten könnte der Goldpreis deutlich niedriger notieren als heute und somit einen niedrigeren Verkaufserlös erzielen als heute. Um am Terminmarkt ein Absicherungsgeschäft durchzuführen, müssen wir uns erst einmal im Klaren darüber sein, wo gegen sich die Goldmine eigentlich absichern will. Da die Goldmine einen zurückgehenden Goldpreis über die nächsten drei Monate befürchtet und derzeit physisches Gold in Bestand hat, wird sich die Goldmine am Terminmarkt mit Short-Positionen auf Gold absichern können. Denn mit einer Short-Position, bzw. Verkaufsposition, setzt man am Terminmarkt auf einen fallenden Kurs.
Sollte der Goldpreis über die nächsten drei Monate wirklich fallen, hat das physische Gold zwar an Wert verloren, aber am Terminmarkt wird ein Gewinn verbucht. Wenn man dann beide Seiten gegenüberstellt, sollte im Idealfall ein Ergebnis von Plus-Minus-Null herauskommen - sollte sich die Basis während des Absicherungsgeschäfts nicht verändern.
Schauen wir uns nun zwei Beispiele eines Absicherungsgeschäfts an. Das erste Beispiel kommt zu einem perfekten Absicherungsergebnis und geht Plus-Minus-Null aus, so wie ein Absicherungsgeschäft eigentlich ausgehen sollte. Bei dem anderen Absicherungsgeschäft geht es etwas anders aus.
Diese Beispiele sind rein theoretisch, könnten aber so in der Praxis durchaus vorkommen. Die Goldmine, die 10.000 Goldunzen gegen einen Preisverfall absichern möchte, muss 100 Terminkontrakte am Terminmarkt verkaufen, damit das Absicherungsgeschäft funktionieren kann. Denn dadurch, dass ein Terminkontrakt auf Gold 100 Unzen umfasst, benötigt das Unternehmen 100 Terminkontrakte (10.000 Unzen / 100 Unzen pro Terminkontrakt = 100 Terminkontrakte).
Die Goldmine besitzt derzeit physisches Gold, daher sagt man auch, dass die Goldmine in der Kasse „Long" ist. Auf der anderen Seite geht die Goldmine am Terminmarkt eine Verkaufsposition ein um den Bestand abzusichern, ist also am Terminmarkt „Short":
Beispiel I: Kassa und Terminpreis steigen jeweils um 100 USD pro Unze an
Heute, bei Eingehen des Absicherungsgeschäfts:
Long Kasse (K) ; Aktueller Goldkurs (K): 1.100 USD pro Unze
Short Terminmarkt (T) ; Aktueller Goldkurs (T): 1.150 USD pro Unze
Basis (K-T) = 1.100 - 1.150 = - 50
In drei Monaten, bei Beendigung des Absicherungsgeschäfts:
Short Kasse (K); Aktueller Goldkurs (K): 1.200 USD pro Unze
Long Terminmarkt (T); Aktueller Goldkurs (T): 1.250 USD pro Unze
Basis (K-T)= 1.200 - 1.250 = - 50
Bei diesem Szenario hat sich der Goldpreis während des Absicherungsgeschäfts sowohl an der Kasse als auch am Terminmarkt um 100 USD verändert Damit hätte die Goldmine aufgrund des gestiegenen Goldpreises bei der physischen Ware (K) einen Gewinn von 100 USD pro Unze gemacht. Da sich die Mine aber am Terminmarkt (T) gegen einen möglichen Preisverfall abgesichert hat und bei dem Geschäft am Terminmarkt einen Verlust von 100 USD pro Unze realisieren musste, geht das Absicherungsgeschäft Plus-Minus-Null aus. Dadurch, dass sich beide Preise parallel gleichmäßig um 100 USD pro Unze verändert haben, hat sich die Basis nicht verändert.
Beispiel II: Kassapreis steigt um 50 USD an und Terminpreis steigt um 40 USD pro Unze
Heute, bei Eingehen des Absicherungsgeschäfts:
Long Kasse (K) ; Aktueller Goldkurs (K): 1.100 USD pro Unze
Short Terminmarkt (T) ; Aktueller Goldkurs (T): 1.150 USD pro Unze
Basis (K-T) = 1.100 - 1.150 = - 50
In drei Monaten, bei Beendigung des Absicherungsgeschäfts:
Short Kasse (K); Aktueller Goldkurs (K): 1.150 USD pro Unze
Long Terminmarkt (T); Aktueller Goldkurs (T): 1.190 USD pro Unze
Basis (K-T)= 1.150 - 1.190 = - 40
Da sich Kassa- und Terminpreis nicht unbedingt immer parallel zueinander verändern, hat die Goldmine in diesem Beispiel an der Kasse 50 USD pro Unze gewonnen und am Terminmarkt 40 USD verloren. Insgesamt ging das Absicherungsgeschäft mit einem Gewinn pro Terminkontrakt von 1000 USD aus (10 USD Gewinn x 100 Unzen pro Kontrakt), und die Basis hat sich auf minus 40 etwas erhöht. Gesamtbetrachtet hat die Goldmine bei diesem Absicherungsgeschäft einen Gewinn von 100.000 USD verbuchen können (1000 USD Gewinn x 100 Kontakte). Die Veränderung der Basis hat also in diesem Fall zu einem Gewinn geführt. Je nachdem wie unterschiedlich sich der Goldpreis am Kassamarkt und am Terminmarkt entwickelt, so unterschiedlich verändert sich die Basis und damit kann natürlich auch ein Verlust entstehen. Dies gilt natürlich nicht nur für Absicherungsgeschäfte bei Gold, sondern bei jedem anderen Basisgut ebenfalls.
Ich hoffe, diese Thematik ist anhand dieser beiden Beispiele einigermaßen verständlich und logisch nachvollziehbar.
Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dieter Zorn (18.03. 2010 22:21 Uhr):
Bitte den Firley-Indikator erklären, statt die aktuelle Börsenlage. Danke.
Antworten - Kommentar von Monsterlake (19.03. 2010 10:30 Uhr):
Servus Tom :-) ich verfloge Ihren daily jetzt schon seit längerem und finde Ihre Ausführungen auch hilfreich. Allerdings ist es meines Erachtens als Privatanleger schwer, gegen den Mainstream zu handeln, d.h. wenn alles schreit verkaufen und die Kurse gerade wieder den GD schneiden, fehlt mir persöhnlich oft der MUM einzusteigen. Wenn man dies allerdings rückwirkend betrachtet muß ich doch mal an mir arbeiten :-) Auf jeden Fall finde ich die techn. Analyse sehr interessant. Also witer so. Gruß monsterlake
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