Abschwung
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 28. Juli 2008, 07:00 Uhr
ENL5454
In der vergangenen Handelswoche konnte sich der deutsche Leitindex weiter stabilisieren. Immerhin sprang noch ein mageres Plus heraus.
Dagegen entwickelten sich die US-Indizes im Wochenvergleich negativ, sowohl der Dow Jones wie auch der S&P 500 verbuchten Verluste.
Gewinnsorgen
Sehr interessant war aber auch, dass in jüngster Vergangenheit sich der konjunkturelle Abschwung deutlicher in den Unternehmensbilanzen zeigt. Allein in der abgelaufenen Woche waren es einige deutsche Standardwerte, die schlechte Nachrichten präsentierten. So senkte bspw. der Autobauer Daimler seine Gewinnprognose für das Jahr 2008, zudem wird die Produktion an einigen Standorten gekürzt. Ferner hat die Münchener Rück die Ergebnisprognose für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert.
Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Mittlerweile gibt es überdies schon die ersten negativen Konsequenzen auf dem Arbeitsmarkt. So wird der Chipproduzent Infineon insgesamt 3000 Stellen streichen, davon 2000 in der Bundesrepublik. Zudem sollen bspw. auch bei der Werkstattkette ATU Arbeitsplätze abgebaut werden. Es ist nicht unrealistisch, dass das Gros der Unternehmen erst in den kommenden Monaten mit Jobabbau auf die schwache Gewinnsituation reagieren wird.
Kurzfristige Entspannung am Ölmarkt
Zumindest eine kleine Stütze für den Aktienmarkt war in den letzten Tagen dann doch der deutlich nachgebende Ölpreis. Innerhalb von 14 Tagen gab der Preis fürs schwarze Gold immerhin um stolze 16 Prozent nach. Aktuell kostet ein Fass Rohöl nur noch um die 124 Dollar.
Nach dem starken Anstieg in den letzten Wochen und Monaten ist eine Konsolidierungsphase alles andere als ungesund. Interessant ist auch, dass in den diversen Marktberichten die Sorge um eine weltweit abbröckelnde Konjunktur als Erklärung für die kurzfristige Preisentwicklung herhalten musste.
Aber möglicherweise wird es auch nicht mehr lange dauern, ehe nach dem Ende der aktuellen Konsolidierung wieder auf die Knappheit des schwarzen Goldes verwiesen werden wird.
Goldmarkt weiter volatil
Apropos Gold, zwar hat sich das gelbe Edelmetall in jüngster Vergangenheit besser geschlagen als der Ölpreis (Gold-Öl-Ratio wieder über 7), dennoch sieht es zumindest kurzfristig nicht danach aus, dass das März-Hoch relativ rasch signifikant überwunden werden kann.
Nach wie vor bleibt das fundamentale Umfeld für Gold glänzend. Hohe Teuerungsraten, negative Realzinsen und eine alles andere als ausgestandene Welt-Finanzkrise (am Wochenende wurden erneut 2 Banken in den USA geschlossen, bei 90 weiteren sieht es sehr kritisch aus) sprechen nicht dafür, auf die goldeneVersicherungspolice" zu verzichten.
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