Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien
vom
Damit wir wissen, wo wir stehen, ist es an der Börse immer wieder wichtig, einen Blick auf die langfristigen Charts zu werfen. Nur sie verschaffen uns den Überblick, ohne dass wir vom kurzfristigen Rauschen der Tagesbewegungen zu sehr abgelenkt werden. Daher zeige ich Ihnen zuerst einmal das Bild ab dem Jahr 2003, dem Tiefpunkt der letzten großen Abwärtsbewegung:
Sie erkennen einen wunderbaren, langfristigen Aufwärtstrend, unterbrochen nur von einigen kürzeren Korrekturen. Auch die Umsätze entwickelten sich stetig mit dem Index nach oben. Im Frühjahr 2006 jedoch lief der Index heiß, nachdem er eine steile Rallye absolviert hatte. Zur Abkühlung folgte eine kräftige Korrektur. Sie zeigte innere Stärke, da sie nicht einmal bis zur langfristigen Trendlinie zurückführte. Folgerichtig ergab sich nach einem großen Doppeltief eine weitere kräftige Aufwärtsbewegung. Doch knapp über dem Hoch von 2006 verließen den Index erneut die Kräfte, er bildete ein weiteres Hoch aus. Was seither folgte, ist ein zermürbendes Hin und Her unter relativ hohen Umsätzen, das den Index wieder in die Nähe seiner langfristigen Trendlinie brachte. Langfristig gesehen, ergeben sich damit für den weiteren Verlauf zwei Alternativen: Die negative wäre ein Fall unter das Unterstützungsband um 2.400 Punkten, verbunden mit einem Bruch des langfristigen Aufwärtstrends. Das erste Ziel dieser Variante läge im Bereich der runden Marke von 2.000 Punkten. Bleiben wir aber optimistisch und sehen uns im nächsten Chart lieber das kurzfristigere Bild auf 1-Jahressicht an:
Hier zeigt sich eine fortgeschrittene Bodenbildung durch zwei markante Tiefs im August 2007 und Januar 2008. Ihnen folgte ein kleineres und höheres Doppeltief im Frühjahr 2008, nach dem der Index vehement nach oben drängte. Die erste innere Abwärtstrendlinie konnte zwar kurz überwunden werden, doch zusammen mit der von vielen Investoren beachteten 200-Tage-Linie war der Widerstand zu groß. Seit rund zwei Wochen sammeln wir nun in einer minimalen Seitwärtsrange neue Kräfte. Wenn beim nächsten Anlauf der Ausbruch über diesen wichtigen Widerstand gelingt, wird auch der größere Abwärtstrend nicht lange standhalten. Dann ist die Marke von 3.000 Punkten nur eine Frage der Zeit, ein Ansturm auf die Hochs des Jahres 2006 und 2007 ist wahrscheinlich.
Noch ist der Ausbruch nicht gelungen. In so einem wilden Hin und Her kann man sich als Anleger leicht die Finger verbrennen. Daher empfehle ich im Augenblick eine Anlagepolitik der ruhigen Hand mit geringem Einsatz. Die Zeit für größere Risiken ist bei diesen Aktien noch nicht wieder gekommen.
Erholen Sie sich gut vom volatilen Geschaukel an den Börsen der Welt an einem (hoffentlich) sonnigen Wochenende,
Daniela Knauer