7.000, schon wieder adé!
Axel Retz in DAX Daily
vom 27. Februar 2007 08:30 Uhr
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Gestern waren es im Wesentlichen die beiden Versichererwerte im Dax, die den Index nach oben und über die „Psychomarke" 7.000 schoben. Nachbörslich ging dann schon wieder etwas der Dampf verloren; heute dürfte dieses Niveau vermutlich gleich zur Eröffnung wieder unterschritten werden. In diesem wirren Zickzack einen profitablen Trade auf die Schiene zu bringen, ist so gut wie unmöglich. Weil es keine Schiene gibt.
Im Hintergrund steht – wie immer – die Wall Street, die gestern von neuen Zins- und Konjunktursorgen geplagt wurde, sich aber dank einiger Übernahmen per Saldo recht wacker schlagen konnte.
Was die Anleger zunehmend nervös macht, ist der Mix. Auf der einen Seite bleiben die Konjunkturdaten fühlbar hinter den optimistischen Statements der Federal Reserve und der Regierung zurück, auf der anderen Seite präsentieren sich auch die Inflationsdaten etwas anders als in den offiziellen Einschätzungen. Und die gewohnte Datenflut zum Monatswechsel hat ja gerade erst begonnen.
Charttechnisch liegt der Dax unverändert innerhalb eines schmalen, im Juli begonnenen Aufwärtstrendkanals, innerhalb dessen sich eine kleine, rot eingezeichnete Widerstandslinie gebildet hat.
Wegen einer noch laufenden Softwareumstellung sehen Sie in der Abbildung noch die Kurse vom Freitag, was der Aussage jedoch keinen Abbruch tut: Der Index klopfte gestern an der roten Widerstandsgeraden an, konnte sie aber nicht überwinden. Für Candlestick-Anhänger: Die Kerzen der vergangenen 5 Handelstage waren allesamt bearish (oder bildeten eine bearishe Formation).
Solange es dabei weiter nach oben geht, besteht natürlich kein Anlass, allein deswegen auf der Putseite zuzugreifen.
Das gilt auch für die Markttechnik: MACD und RSI liegen auf der Verkaufsseite – aber der Dax eben noch nicht.
Geduld bleibt also weiterhin gefragt. Sportliche Starts nach vorne oder hinten vergeuden in diesem Umfeld nur unnötig Benzin.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Anleger, die noch auf der Kaufseite engagiert sind, sollten investiert bleiben. Das langfristige Ziel der oberen Begrenzung des März 2003-Aufwärtstrendkanals wurde erreicht bzw. knapp überschritten. Bestehende Positionen sollten daher jetzt zwingend mit Stopps geschützt werden.
Kurzfristiger ausgerichteten Anlegern bietet sich noch ein Restpotential bis zunächst einmal 7.065. Wer es nutzen will, sollte sich aber auch der Risiken bewusst sein.
Kurzfristige Widerstände: obere Begrenzung des März 2003-Haussekanals (aktuell 6.760/6.800) und damit erreicht/überschritten.
Kurzfristige Unterstützungen: 6.880, 6.700, 6.600
Bis morgen!
Axel Retz
