4 Schritte zu konsequentem Money-Management
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 4. Oktober 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Das Vorgehen beim Money-Management ist ganz einfach:
1.Schritt: Maximales Risiko pro Position festlegen
Ich empfehle Ihnen das Zwei-Prozent-Risiko-Modell: Pro Aktienkauf sollten höchstens 2% des Depotwerts riskiert werden. Kommt es also zum Stop-Loss-Fall, sollte der Verlust bei einem 50.000-Euro-Depot höchstens 1000 Euro betragen. Das ist absolut verkraftbar. Selbst nach fünf Verlusttrades wären erst 10% des Depots aufgezehrt - was Sie absolut wieder aufholen können.
2.Schritt: Bestimmung des Stoppkurses
Sie müssen einen Stoppkurs festlegen, der den Wert zum Verkaufszeitpunkt sichert. Dieser wird nun nicht - wie von vielen praktiziert - um fixe 15 oder 20% unter dem Einstandskurs gelegt, sondern sinnvoll gewählt. Orientieren Sie sich dabei an der Charttechnik und erlauben Sie bei schwankungsstarken Aktien weitere Stopps.
Hierzu ein Beispiel: Es soll der DAX-Wert Fresenius Medical Care (siehe Chart) ins Depot aufgenommen werden. Die Sache ist ziemlich klar: Die Aktie läuft in einem stabilen langfristigen Aufwärtstrend, der durch die Ausverkaufstiefs von Frühjahr 2003 und Frühjahr 2009 definiert wird und auch beim diesjährigen Börsencrash gehalten hat.
Aktuell bewegt sich diese Trendgerade im Bereich von 43 Euro. Wird sie gebrochen, könnte noch die horizontale Zone um 38/39 Euro für eine Stabilisierung sorgen, zumal auf dem Niveau auch die steigende 200-Wochen-Linie verläuft. Knapp darunter platzieren wir den Stopp, sagen wir bei 37,70 Euro.
3.Schritt: Risiko pro Aktie berechnen
Zum Berechnungszeitpunkt notiert die Fresenius-Medical-Care-Aktie bei 49,91 Euro. Die Differenz zum Stoppkurs beträgt also 49,91-37,70=12,21 Euro.
4.Schritt: Anzahl der Aktien bestimmen
Verwenden Sie hierzu die Money-Management-Formel.
Stückzahl = Maximales Risiko pro Position / Risiko pro Aktie
Die Anzahl der zu kaufenden Fresenius-Medical-Care-Aktien berechnet sich bei einem 50.000-Euro-Depot also so: 1000/12,21=81,90
Darüber hinaus ist es sinnvoll, die ausgerechnete Stückzahl noch einmal um 2% zu vermindern und dann auf die volle Zahl abzurunden. Der Grund ist ganz einfach: Stopps können wegen einer Notierungslücke auch mehr oder weniger deutlich unterlaufen werden, so dass es zu einer schlechteren Ausführung als erwartet kommt. In unserem Beispiel macht es daher Sinn 80 Aktien von Fresenius Medical Care zu kaufen.
„Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen" - diese Regel sollten Sie als Anleger sehr wohl beherzigen.
Der erste Stopp dient der Verlustbegrenzung. Steigt die Aktie wie gewünscht an, erhöhen Sie den Stopp systematisch. Damit können Sie nicht nur einen Teil der Buchgewinne sichern, sondern es entsteht auch sogenanntes freies Risiko, das für weitere Engagements genutzt werden kann. Der Target Trader wendet diese Techniken in seinen Empfehlungen an und informiert seine leser über SMS wenn es Handlungsbedarf gibt. Hier können Sie sich selber einen Endruck verschaffen.
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Wie Sie erfolgreich Ihr Depot managen!
