4 Risiken für den Dollar
Von Frank Trotter in Investoren Wissen
vom 11. April 2006 16:00 Uhr
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Solange es Geld gibt wird über seinen Wert diskutiert. Früher war es einfach: Egal ob Gold, Silber, Kupfer oder Nickel: Die Frage lautete: Was wiegt die Münze?
Heute verwenden wir Geld, dass nicht durch Gold oder etwas anderes Werthaltiges gedeckt ist. Der Wert wird von anderen Faktoren bestimmt.
Beim Dollar gibt es 4 wichtige Dinge, die seinen Wert beeinflussen.
Nummer 1: Das Haushaltsdefizit
Die USA haben ein Haushaltsdefizit von mehr als 4 % des Bruttosozialprodukts. Bei der Kreditaufnahme werden ausländische Gläubiger immer wichtiger. Inzwischen schuldet der US-Staat 54 % seiner gesamten Verbindlichkeiten Ausländern. 1985 waren es erst 15 %. Und in den letzten vier Jahren machten die USA sogar 97 % der neuen Schulden bei Ausländern.
Die Notenbank rechnet damit, dass durch diese Kreditaufnahme bei Ausländern die langfristigen Zinsen in den USA um 1,5 % niedriger liegen.
Stellen Sie sich folgende Szenarien vor:
1) Ausländer kaufen nicht mehr so viele US-Anleihen
2) Ausländer verkaufen einige ihrer US-Anleihen.
Wenn das geschieht, dann dürften die Zinsen steigen. Oder der Wert des Dollar fällt, oder beides. Was denken Sie?
Nummer 2: Die Handelsbilanz
Heute liegt das US-Handelsbilanzdefizit fast bei 7 % des Bruttosozialprodukts. Ein weiterer Anstieg wird erwartet. In den letzten drei Jahren stiegen die Exporte wegen des niedrigeren Dollarkurses zwar um 9 %. Dummerweise legten die Importe aber um 12 % zu.
Gleichzeitig mit dem Handelsbilanzdefizit gibt es noch ein Leistungsbilanzdefizit, das zusätzlich finanziert werden muss. Inzwischen liegt das Defizit bei 60 Milliarden $ im Monat.
Nummer 3: Der Hypotheken Markt
Es wurde viel über die Konsumneigung der US-Bürger geschrieben. Die US-Bürger scheinen zu glauben, dass die guten Zeiten nie zu Ende gehen werden, dass die Vergangenheit keine Bedeutung mehr hat und dass die Immobilienpreise in alle Zukunft weiter steigen werden. Zum erstenmal seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren ist die Sparrate in den USA negativ.
Durch die Politik des billigen Geldes von Notenbankchef Greenspan flossen im Zuge von Refinanzierungen von Hypothekenkrediten Milliarden Dollar in die Taschen der US-Verbraucher.
Ein Großteil davon wurde konsumiert. Das brachte die Wirtschaft in Schwung. Aber mit dem steigenden Konsum legte auch die Nachfrage nach ausländischen Gütern zu. Jetzt zeigen Statistiken, dass mit den steigenden Zinsen die Ausgaben der Verbraucher fallen.
Wenn die US-Bürger ihre Hypotheken nur refinanzieren, bleibt die Verschuldung auf dem selben Niveau. Tatsächlich stiegen die gesamten Hypothekenschulden in den letzten 4 Jahren sogar um 12,4 %. Und das in einer Zeit mit fallender Beschäftigung und fallenden Realeinkommen. Wie Sie im Chart erkennen können, sind die ausstehenden Hypotheken deutlich höher, als die US-Staatsanleihen.
Hypotheken wachsen schneller, als die Staatsverschuldung
Inzwischen sind immer mehr Ausländer die Gläubiger der Hypothekenkredite.
IndyMac, eine der großen Hypothekenbanken, sagte 2005, das etwa 10 bis 20 % ihrer Gelder von Ausländern stammen. 20 % ausländisches Kapital für US-Hypotheken sind mehr, als die Nettokreditaufnahme der USA in 2005.
Nummer 4: Unsicherheitsfaktoren
Dazu kommen noch weitere Risikofaktoren: Taiwan, Iran, Nord Korea, Nigeria, Terror.
Anleger sollten also keine Anlagen im Dollarraum eingehen.
Stark gegenüber dem Dollar dürften der Kanadische und Australische Dollar laufen.
Mit Gold und Silber können sich Investoren vor einer weltweiten Krise und den Folgen der Inflation schützen.